Dr. Clifford Sell ist nicht nur E-T-A Geschäftsführer, sondern auch Professor für Innovationsmanagement Teamplayer mit Weitblick

Dr. Clifford Sell ist nicht nur E-T-A Geschäftsführer, sondern auch Professor für Innovationsmanagement

Teamplayer mit Weitblick

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„Wir schützen Leben und Werte“ – mit dieser Vision führt Clifford Sell den Spezialisten für Überstromschutz und Stromverteilung E-T-A in dritter Generation. Alleinherschertum ist nicht seine Sache: Er favorisiert Teamarbeit und ist als Hochschulprofessor stets auf der Suche nach neuen Impulsen. Autor: Thomas Weimann

Es gibt viele Arten, erfolgreiche Unternehmen zu führen. Dr. Clifford Sell, Geschäftsführer des mittelfränkischen Familienunternehmens E-T-A Elektrotechnische Apparate übersetzt mit seinem team-orientierten Ansatz einen traditionsreichen Weg ins Hier und Jetzt. „E-T-A ist von Anfang an ein Unternehmen von Menschen für Menschen. Das gilt heute mehr denn je. Ich will deshalb meinen Mitarbeitern die Orientierung geben und ihnen den Rücken freihalten, damit wir das tun können, was wir am besten können: Leben und Werte zu schützen“, betont Clifford Sell.

Ein Blick auf Sells Wurzeln macht seinen Antrieb und seine Leidenschaft nachvollziehbar: 1948 wurde das Familienunternehmen E-T-A von Jakob Ellenberger und Harald A. Poensgen gegründet. Sehr bald schon waren die Söhne und Schwiegersöhne der beiden Pioniere mit im Unternehmen, darunter auch Dr. Clifford Sells Vater. Clifford Sell selbst wurde 1968 als Sohn von Jakob Ellenbergers Tochter Marga Sell und ihrem amerikanischen Ehemann William F. Sell geboren. Er ist das mittlere von drei Geschwistern und ging in Altdorf zur Schule.
Gleichzeitig war er so häufig in den USA, dass er als Kind zeitweise besser Englisch als Deutsch konnte. Nach dem Abitur studierte er in USA Betriebswirtschaft, promovierte und lernte dort auch seine spätere Frau kennen. Besonders fasziniert war er dabei von der amerikanischen Macher-Mentalität. Er beobachtete, wie stark sich die Menschen dort selbst für ihr eigenes Glück verantwortlich fühlen und welch großen Leistungswillen sie dadurch an den Tag legen.
„Es ist erstaunlich, was Menschen leisten können, wenn man sie nur lässt“, sagt Sell. Diese amerikanische Mentalität beeindruckte ihn nachhaltig und beeinflusste daher sein Führungsverständnis ganz grundlegend. Weitere Auslandserfahrung sammelte Sell in Frankreich, Lateinamerika und China.
Wege abseits des Mainstreams
In all der Zeit war der Familienmensch Clifford Sell stets eng mit dem Unternehmen E-T-A verbunden. Zu Schulzeiten hätte er sich allerdings noch nicht vorstellen können, ins Unternehmen einzutreten. Zu sehr erlebte er zu dieser Zeit in der Gesellschaft stereotype Bilder von Unternehmern und Unternehmen. In Schlagworten wie Patriarchentum oder Klassenkampfparolen fand er sich nicht wieder. Im Laufe seines Studiums erkannte er jedoch für sich zusehends Wege abseits dieses Mainstreams. Der Reiz, als Unternehmer seine Kreativität umsetzen zu können und seinen Wunsch zu gestalten, wuchsen damit stetig.
Zumal bereits die Unternehmensgründer und deren Nachfolger sehr moderne Vorstellungen hatten, die sie konsequent im Unternehmen realisierten. Zu einer Zeit als deutsche Firmen noch überwiegend auf den heimischen Markt fixiert waren, startete E-T-A bereits die internationale Verbreitung weit über Europa hinaus.
Oder beispielsweise Ende der 90er Jahre: Als in der Branche der elektromechanische Überstromschutz noch als Maß aller Dinge galt, stieß E-T-A als erster mit den elektronischen Schutzschaltern die Tür zu einem neuen Markt auf. Diese Technologie ist mittlerweile ein anerkanntes Automatisierungs-Tool.
Als Dr. Clifford Sell 1999 in das Familienunternehmen eintrat, hatte er als Leiter Controlling eines mittelständischen Unternehmens bereits konkrete Erfahrungen sammeln können. Dies allein wäre bereits eine gute Voraussetzung für seine Aufgabe als späterer Geschäftsführer gewesen. Doch er wollte sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit moderner Unternehmensführung beschäftigen.
Daher ging er – parallel zu seiner Tätigkeit bei E-T-A – als Professor für Organisationsentwicklung an die Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg. Mittlerweile lehrt er als Professor für Innovations- und Veränderungsmanagement an der Wilhelm Löhe Hochschule, Fürth. Sell fand für sich sehr schnell heraus, dass in einem Unternehmen die Umsetzung einen wesentlich höheren Stellenwert hat als Konzeption und Experiment. Um sich auch in den anderen Feldern weiterentwickeln zu können, entschied er sich ganz gezielt für die Lehrtätigkeit.
Über den Tellerrand blicken
„Die Arbeit an der Hochschule hat für mich einen hohen Stellenwert,“ beschreibt er seine Lehrtätigkeit, „bringt sie mir doch stetig neue Impulse und erweitert meinen Blickwinkel. Egal ob im Umgehen mit den lehrenden Kollegen wie auch mit den Studierenden.“ Er weiß dabei vor allem die Art von Input zu schätzen, die er als Unternehmenschef sonst nur schwer erhalten würde. „Wo bekommt man im Alltagsleben eines Unternehmens die Möglichkeit, mit ganz anderen Branchen zusammenzuarbeiten und Erkenntnisse zu sammeln, die weit über den Tellerrand eines einzelnen Unternehmens hinausgehen?“
Gerade als Organisationsentwickler ist ihm die Arbeit mit Großgruppen auch im Firmenumfeld sehr wichtig. „Wir testen und entwickeln hier neue und innovative Formen der Zusammenarbeit.“ Dies lässt Sells Herz höher schlagen. „Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt. Ich will bei E-T-A Methoden nutzen, die es uns erlauben, weltweit noch effektiver zusammenzuarbeiten und unsere Kunden noch besser und noch gezielter zu bedienen.“
So ruft er seit Jahren alle weltweiten Führungskräfte von E-T-A zu einem jährlichen „Company Retreat“ zusammen. „Wir arbeiten darin drei Tage in Klausur über alle Länder- und Tätigkeitsgrenzen sehr stark auch an Methoden und übergeordneten Themen. Denn eine Organisation wird sich dann ändern, wenn die Menschen und die Teams anders zusammenarbeiten. Ziel ist es, unsere Firmenkultur immer weiter zu stärken.“
Unternehmenskultur ist wichtig
Denn genau diese Unternehmenskultur ist Sell ein zentrales Anliegen. Er will seine Mitarbeiter gewinnen und sie mitnehmen. Er will deren echtes Mitdenken und überzeugtes Engagement. Im festen Bewusstsein, dass im globalen Wettbewerb eine Firma ihre Lebendigkeit und Leistungsfähigkeit dann besonders gut entfalten kann, wenn die Mitarbeiter aus echter Überzeugung im Team einfach bessere Lösungen finden.
So gibt es bei E-T-A Teamtrainings bis in den Werkerbereich hinein. Ziel ist es, damit Zusammenarbeit und Kommunikation reflektierbar zu machen und so strukturiert und spürbar zu verbessern. Dies mag am Anfang ungewöhnlich gewesen sein. Damals war eine gewisse Scheu vor diesem neuen Tool verbreitet. Doch mittlerweile haben die Teams großes Interesse und nehmen diese Trainings mit Begeisterung wahr. Das Bewusstsein, dass es dem Team ebenso wie dem Einzelnen etwas bringt, hat sich schlichtweg durchgesetzt.
Leben und Werte schützen
„Wir bei E-T-A wissen, wofür wir arbeiten. Unsere Firma hat einen klaren Auftrag. Darauf sind wir alle sehr stolz,“ berichtet Sell. „Unsere Produkte sorgen dafür, dass durch Überstrom und Kurzschluss in unserer Strom-getriebenen Welt niemand und nichts zu schaden kommt. Wir leisten damit unseren Beitrag, die Welt ein bisschen besser zu machen.“ Eben Leben und Werte schützen.
Über seine Rolle als Geschäftsführer hat Sell sehr viel reflektiert. Nicht nur, als er sich im letzten Jahr ab Februar zwei Monate lang auf eine Wanderung entlang des Camino del Norte machte. „Das war kein Urlaub und nicht immer einfach. Gleichzeitig hat mich diese Zeit geerdet und mir den Blick für die wesentlichen Dinge geschärft. Dafür bin ich sehr dankbar.“
Diese Klarheit und dieses Bewusstsein, worauf es sich zu konzentrieren lohnt, sind typisch für Sell, der stets den Kontakt zu seinen Mitarbeitern sucht. So sitzt er häufig beim Mittagessen im firmeneigenen Mitarbeiter-Restaurant bei Mitarbeitern aus der Produktion oder aus anderen Bereichen. Er sieht sich nie als alleinigen Entscheider, sondern legt sehr großen Wert auf eine intensive Zusammenarbeit mit der E-T-A Geschäftsleitung. In diesem Team arbeiten neben seiner Schwester Jennifer, die die weltweite Produktion leitet, die Verantwortlichen für Personal, Vertrieb, Markt- und Produktentwicklung, Querschnittsfunktionen und Finanzen (siehe Kasten).
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
„Wir pflegen in der Geschäftsleitung eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wir sind nicht immer einer Meinung und ringen bisweilen intensiv um die besten Lösungen. Für unsere Kunden ebenso wie für unsere Mitarbeiter und die Firma“, unterstreicht Sell. „Meine Rolle ist es, Richtung und Rahmen für die gemeinsame Arbeit zu geben. ‚Alleinherrscher’ kann ich nicht – und will ich auch nicht.“
Wohin es mit E-T-A langfristig geht? Dazu hat Dr. Clifford Sell eine klare Meinung. „Wir machen Dinge an vielen Stellen etwas anders als andere. Ich will dauerhaft zeigen, dass wir fernab von jeder Sozialromantik mit den Menschen und für die Menschen auch weiterhin wirtschaftlichen Erfolg mit unserer Art von Zusammenarbeit verbinden können. Schließlich ist unsere Lebenszeit ziemlich begrenzt. Dann sollten wir sie doch auch sinnvoll nutzen. Oder?“ ↓
E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH
„Ich will meinen Mitarbeitern Orientierung geben und ihnen den Rücken freihalten, damit wir das tun können, was wir am besten können: Leben und Werte zu schützen.“ Dr. Clifford Sell

Geschäftsleitung – Führung im Team

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Geschäftsführer Dr. Clifford Sell führt das Unternehmen in dritter Generation gemeinsam mit einem 6-köpfigen Geschäftsleitungsteam. Dies besteht aus Ralf Dietrich, Manfred Kiefl, Christian Kube, Dr. Jennifer Sell, Hans A. Thiel und Gabriele Zange. Das Team repräsentiert unterschiedlichste Funktionsbereiche bei E-T-A von Finanzen über Materialwirtschaft, Qualitätsmanagement und EDV, Produktion bis hin zu Entwicklung, Märkten, Vertrieb und Personal.
Zusammen mit Dr. Clifford Sell ist das Geschäftsleitungsteam verantwortlich für alle grundlegenden Weichenstellungen. Diese entwickeln sie anschließend in enger Abstimmung mit der ersten Führungsebene weiter und bringen sie gemeinsam in die Umsetzung. Diese Führungsstruktur sorgt beim Familienunternehmen E-T-A für schnelle und effiziente Entscheidungswege. ↓
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