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Good Work Charter definiert 10 Grundsätze für die fortschrittliche Gestaltung von Arbeitsplätzen

Ethische Grundsätze in der Robotik
Good Work Charter: Roboter sollen in erster Linie entlasten

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In einer Welt, in der Menschen immer enger mit Robotern arbeiten, dient die Good Work Charter als Leitfaden für das aktive Handeln im Sinne eines humanzentrierten Ansatzes für die Automatisierung. Bild: kentoh/stock.adobe.com

Die European Engineering Industries Association (EUnited) ruft Unternehmen und Organisationen auf, die von der europäischen Roboter-Industrie entwickelte Good Work Charter zu unterstützen. Die Charta definiert 10 Grundsätze für die fortschrittliche Gestaltung von Arbeitsplätzen. In einer Welt, in der Menschen immer enger mit Robotern arbeiten, dient sie als Leitfaden für das aktive Handeln im Sinne eines humanzentrierten Ansatzes für die Automatisierung. Mit ihrem Beitritt zur Unterstützerkampagne bekennen sich die Unternehmen öffentlich zur Umsetzung der Grundsätze der Charta am Arbeitsplatz.

Die Charta fordert, dass Roboter die Menschen am Arbeitsplatz entlasten, insbesondere von monotonen, gefährlichen und schmutzigen Arbeiten: Menschen sollen nicht wie Maschinen arbeiten. Robotik-Lösungen sollen assistieren und der Belegschaft Möglichkeiten für die berufliche Weiterentwicklung eröffnen. Die Unterzeichner sind aufgerufen, konkrete Fallbeispiele vorzulegen, die untermauern wie sie die Grundsätze der Charta in die Tat umsetzen.

Die folgenden Beispiele illustrieren, wie Unternehmen bereits heute die Prinzipien der Good Work Charter in die Tat umsetzen:

  • Nationalbibliotheken, Zeitschriftenverlage oder Unternehmen jeder Größe wollen ihre Archive digitalisieren. Eine sehr wichtige, aber eher repetitive Aufgabe ist das Scannen von Büchern. Der Roboterhersteller Igus aus Köln hat einen automatischen Buchscanner entwickelt. Diese Maschine befreit die menschlichen Kollegen vom endlosen Umblättern. Sie müssen lediglich entscheiden, welche Bücher gescannt werden sollen.
  • In einem Werk der BMW Group werden die Mitarbeiter von einem Kuka-Cobot unterstützt. In der Montage mussten die Beschäftigten bisher schwere und schwer zu greifende Differenzialgehäuse heben. Jetzt hilft der Roboter bei der ergonomisch anspruchsvollen Aufgabe, Ausgleichsgehäuse millimetergenau einzupassen. Mensch und Roboter fügen hier nun gemeinsam die Ausgleichsgehäuse für die Vorderachsgetriebe – in weniger als einer halben Minute.

Platzsparende MRK entlastet Mitarbeiter

  • Der kollaborative Roboter Sawyer unterstützt Menschen in einer Behindertenwerkstatt in Iserlohn. Das System projiziert einzelne Montageschritte auf die Arbeitsfläche und führt so die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch den Prozess. Ist das Teil fertig montiert, führen andere Beschäftigte mit Sawyers Unterstützung die visuelle Qualitätskontrolle durch. Ziel des Projektes der Iserlohner Werkstätten und Rethink Robotics ist es, Systeme zu schaffen, die Menschen mit Behinderungen fit für den ersten Arbeitsmarkt machen.

 

Robotik für die Inklusion

 

  • Die Robotik ist nicht länger einer ausgewählten Gruppe hochqualifizierter Spezialisten vorbehalten. Das dänische Startup Nordbo Robotics hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Robotik zu „demokratisieren“, indem es eine Technologie bereitstellt, die es jedem ermöglicht, Aufgaben zu automatisieren, ohne über Programmierkenntnisse zu verfügen. Mit dem „Mimic Kit“ können Beschäftigte intuitiv Bewegungen aufzeichnen und auf den Roboter übertragen. Dies bietet ihnen neue Möglichkeiten, ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern. (eve)

 



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