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Tracepen von Wandelbots: Einfaches Roboterprogrammieren durch Vorführen

Tracepen: Drahtloser Stift lernt Roboter an
Wandelbots: Einfaches Roboterprogrammieren durch vorführen

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Mit dem Tracepen will das Dresdener Start-up Wandelbots ein neues Zeitalter der Robotik einläuten. Statt Roboter aufwändig zu programmieren, kann man mit einem drahtlosen Stift dem Roboter die Aufgaben unkompliziert und ganz ohne Programmierkenntnisse zuzuweisen. Erste Auslieferung beginnt im August 2020

Zu den Kunden des Start-ups, das 2017 aus der Exzellenzuniversität TU Dresden ausgegründet wurde, gehören namhafte Industriekonzerne, wie Infineon und Volkswagen. Mit dem Tracepen wird die Technologie nun auch für den Mittelstand verfügbar. „Wir sind sehr stolz darauf, denn der Tracepen ist das erste in größeren Stückzahlen verfügbare Produkt von Wandelbots“, sagt CEO Christian Piechnick. „Wir haben hart dafür gearbeitet. Dabei war es unser Anspruch, den Kunden nicht nur Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit zu bieten, sondern vor allem auch Benutzerfreundlichkeit.“

Roboter anlernen statt aufwendig programmieren

Bislang ist das Programmieren von Robotern Expertensache. Fast 75 Prozent der Kosten für den Einsatz eines Roboters entfallen auf Anpassung oder Neuprogrammierung der Software, um den Roboter einen neuen oder veränderten Prozessschritt ausführen zu lassen. „Der Zugang zu Automatisierung von Prozessen durch Roboter war dadurch vor allem großen Unternehmen vorbehalten“, erläutert Christian Piechnick. „Mit der Einführung des Tracepen ist das Vergangenheit.“

Auch Unternehmen, die kleine Losgrößen produzieren oder Produktionsprozesse häufig verändern, eröffnet Wandelbots damit völlig neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung. Denn mit dem Tracepen können selbst Laien Roboter für eine Tätigkeit anlernen. Dazu führt der Bediener mit dem drahtlosen Tracepen in seiner Hand den zu erlernenden Weg („Pfad“) dem Roboter ganz einfach direkt am Werkstück vor. Diese Bewegung wird durch die Software von Wandelbots nahezu zeitgleich in der zum Produkt gehörigen App visualisiert. Der Nutzer kann den Pfad dann am iPad intuitiv und im Submillimeterbereich weiter verfeinern.

App übersetzt Bewegungen in Programmcode

Dabei kann applikationsspezifisch definiert werden, ob sich der Roboter von Punkt zu Punkt, linear oder kreisförmig zwischen den festgelegten Punkten bewegen soll. Durch eine integrierte Gelenksteuerung kann der Anwender die einzelnen Robotergelenke direkt beeinflussen. Er kann zudem einen spezifischen Sicherheitsbereich festlegen, in dem es dem Roboter erlaubt ist, zu agieren.

Entspricht der Pfad den Anforderungen an den Prozessschritt, überträgt der Bediener der App diesen an den Roboter. Die Software von Wandelbots übersetzt dazu den Pfad in die jeweilige roboterspezifische Programmiersprache. Wenige Sekunden später kann der Roboter damit beginnen, die neu „erlernten“ Bewegungen am zu bearbeitenden Werkstück präzise auszuführen. Besonderer Clou: Der erlernte Prozessschritt kann einfach auf weitere Roboter anderer Hersteller übertragen werden.

Tracepen senkt Kosten drastisch

Einsatzmöglichkeiten für den Tracepen sieht Wandelbots vor allem für bahngeführte Applikationen wie Schweißen, Entgraten, Kleben oder Sprühen. In ersten Pilotprojekten mit namhaften Automobilherstellern konnte das Unternehmen bereits unter Beweis stellen, dass der Wechsel zu einem neuen Prozessschritt unter Verwendung des Tracepens 70-mal schneller gelingt als mit herkömmlicher Programmierung – und dies bei einer Kostenreduktion um bis zu 90 Prozent. Durch diese Effizienzsteigerung wird der Einsatz von Robotern auch für Industrien, Unternehmen und Unternehmensgrößen sinnvoll, die bisher die hohen laufenden Kosten gescheut haben.

Die Zielgruppe für den Tracepen reicht vom Hersteller bis zum Anwender von Robotern. Besonderes Augenmerk richtet Wandelbots dabei auf die Systemintegratoren; diesen Technologiepartnern bietet das Unternehmen verstärkten Support an, um gemeinsamen Endkunden die bestmögliche Lösung zugänglich zu machen. Die Auslieferung des Tracepens soll im August 2020 beginnen. Die Nachfrage ist groß, berichtet Christian Piechnick: „Erste Kunden haben bereits Verträge unterschrieben.“

Volkswagen unterstützt die Entwicklung von Wandelbots

„Die Lösungen von Wandelbots bieten der Industrie, insbesondere der Automatisierung durch Robotik, einen enormen Boost bei der Realisierung. Ein Anlagenführer kann mittels intuitiver Bedienung ohne besondere Programmierkenntnisse seine Robotik-Applikation auf veränderte Anforderungen anpassen und damit höchst flexibel, agil und kostenschonend umsetzen“, sagt Marco Weiß, Head of New Mobility & Innovations at die gläserne Manufaktur – Volkswagens Center for Future Mobility. „Aus diesem Grund unterstützt Volkswagen die Entwicklung von Wandelbots und arbeitet bereits seit März 2018 in unterschiedlichen Projekten zusammen. Das jüngste Projekt einer automatisierten und flexiblen visuellen Inspektion von Bauzuständen beweist das Potenzial der Wandelbots Technologie.“

Carsten Busch, Product Manager Cobots bei Denso Robotics Europe ergänzt: „Die revolutionäre Lösung von Wandelbots bietet uns bisher nicht dagewesene Chancen, neue Märkte und neue Applikationen zu erschließen. Wir freuen uns über die enge Kooperation!“ Die Produkteinführung begleitet Wandelbots übrigens Mitte Juni mit einer Serie von Webinaren. Demonstriert werden eine Klebeapplikation mit einem Roboter des Herstellers Universal Robots sowie ein Entgratvorgang mit einem Roboter von ABB.

Über Wandelbots

Wandelbots ist eine Ausgründung aus der Technischen Universität Dresden. Gegründet hat das Unternehmen Christian Piechnick zusammen mit fünf Doktoranden der TU Dresden 2017. Die Unternehmsgründung basierte auf der Idee seiner Frau Maria Piechnick, intelligente Kleidung zur Steuerung von Robotern einzusetzen. Sie schrieb zu der Zeit ihre Doktorarbeit zum Thema Wearables.

Heutiges Kernprodukt von Wandelbots ist ein intuitives Anlernsystem für Roboter, bestehend aus einer Software und dem intelligenten Tracepen. Das Funktionsprinzip: Ein Mensch führt einem Roboter mit dem Tracepen direkt am zu bearbeitenden Werkstück den späteren Bewegungsablauf des Roboters vor. Die Sensoren im Tracepen erfassen die Abläufe in Echtzeit und übertragen sie an die von Wandelbots entwickelte komplementäre Software auf dem iPad, wo sie bearbeitet, gespeichert und zur Steuerung des Roboters genutzt werden. Anschließend erzeugt die App den roboterspezifischen Code und exportiert ihn auf den Controller des Roboters. Das Unternehmen beschäftigt ein internationales Team von über 70 Experten am Hauptsitz Dresden.

Wandelbots GmbH

Tiergartenstraße 38

Dresden

www.wandelbots.com


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