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Praxisbeispiele: Roboter im Kampf gegen die Corona-Pandemie

Hohe Relevanz in der Corona-Pandemie – besonders in China
Praxisbeispiele: Roboter im Kampf gegen Covid-19

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Promobot Thermocontrol ermöglicht die kontaktlose Erkennung der ersten Covid-19-Symptome. Bild: Promobot
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In vielen Länder herrschen inzwischen mehr oder weniger strikte Ausgangsbeschränkungen, um das Fortschreiten der Corona-Pandemie zu stoppen. Dabei erfüllen Roboter wichtige Aufgaben, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten und virtuellen Kontakt zu ermöglichen. Viele Roboterlieferanten spenden oder verleihen Roboter an Krankenhäuser und Pflegeheime, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Nachfolgend einige Beispiele, wie Roboter die Menschen während der Pandemie schützen und versorgen:

Desinfektion in Krankenhäusern und Zügen

Roboter werden in Krankenhäusern zur Desinfektion von Räumen z. B. mit UV-Licht eingesetzt. Die Desinfektionsroboter können 99,99 % aller Mikroorganismen in einem Krankenhauszimmer innerhalb von 10 Minuten vernichten. Während der Desinfektion muss der Raum zwar leer sein, aber es gibt keine negativen Auswirkungen der UV-Strahlen. Die Route des Roboters kann vom Krankenhauspersonal über eine App geplant werden. Bei der Ankunft fordert der Roboter alle Personen im Raum auf, diesen zu verlassen und die Tür zu schließen. Im Anschluss kann die Reinigung beginnen. Einige dieser Roboter können sogar Aufzüge bedienen.

Viele Krankenhäuser setzen diese Roboter bereits ein, um Infektionen zu verringern die sich Personen während eines Krankenhausaufenthalts zuziehen. Diese verursachen in Europa rund 37 000 und in den USA fast 100 000 Todesfälle jährlich.

In Hongkong werden Reinigungsroboter eingesetzt, um die Waggons der Mass Transit Railway (MTR) zu reinigen, die täglich Millionen von Fahrgästen befördern. Der neu konstruierte Roboter ergänzt die Arbeit des Reinigungspersonals, indem er eine Wasserstoffperoxid-Lösung auf die Oberflächen sprüht und sich dabei besonders auf kleine Spalten konzentriert, die von menschlichen Händen nicht erreicht werden können.

Robotik und Automation helfen beim Corona-Kampf

Für Sicherheit sorgen und das Laborpersonal unterstützen

Für die Behandlung von Patienten mit dem Coronavirus werden Roboter eingesetzt, die es Ärzten und Krankenschwestern ermöglichen, Untersuchungen durchzuführen und dabei einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Der erste US-Patient, bei dem das Virus diagnostiziert wurde, konnte mit einem ferngesteuerten Roboter behandelt werden, der mit einem Stethoskop und einem Bildschirm ausgestattet war. Der Monitor ermöglicht es Ärzten dabei, mit dem Patienten zu kommunizieren und einfache Messungen vorzunehmen.

Roboter von Kuka und Universal Robots werden in großem Umfang zur Automatisierung der Laborarbeit, z.B. der Bearbeitung von Proben, eingesetzt. Dadurch wird die Produktivität der Tests auf bakterielle und virale Infektionen erheblich verbessert wird. Auch Yaskawa und ABB arbeiten mit Krankenhaus- und Medizinlaboren zusammen, um Anwendungen zu entwickeln, bei denen zweiarmige Roboter das Personal unterstützen.

Zurzeit befindet sich in China ein Roboter in klinischen Studien, der die Entnahme von Mundabstrichen automatisieren soll. Ziel ist es, das Infektionsrisiko für das medizinische Personal zu verringern, indem der Kontakt mit dem Patienten vermieden wird. Der vom Shenyang Institute of Automation entwickelte Roboter kann Kontakt sowie Druck wahrnehmen und ist in der Lage, sanft eine Probe zu entnehmen, die dann zur Analyse verschickt wird – ganz ohne menschliches Eingreifen.

Mit der Familie und Betreuern in Kontakt bleiben

Viele Länder haben ihre ältere Bevölkerung dazu aufgefordert zu Hause bleiben und keinen Kontakt zu Familienangehörigen zu haben, die nicht bereits bei ihnen leben. Telepräsenzroboter werden hier eingesetzt, um den Kontakt zu Betreuern und der Familie aufrechtzuerhalten. Das Bild des entfernten Anwenders wird auf dem Bildschirm des Roboters angezeigt, und der Roboter kann durch den Raum geführt werden, um alles in seiner Umgebung zu sehen.

Die meisten dieser Roboter sind von jedem Ort aus mit einem Smartphone oder Computer und einer Internetverbindung steuerbar. Familienmitglieder, Freunde, Ärzte und Pflegepersonal können sich alle in den Telepräsenzroboter einloggen, ihn steuern, mit anderen interagieren und die Umgebung mit Audio und Video erkunden.

Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten

Transportroboter, wie z. B. von MiR und Photoneo, werden bereits in Krankenhäusern eingesetzt, um Medikamente und schwerere Gegenstände, wie z.B. Bettzeug, zu transportieren. Normalerweise liefern diese Roboter Gegenstände an die Krankenpflegestationen, aber sie werden jetzt auch eingesetzt, um Patienten direkt zu beliefern.

In einem anderen Fall lieferten Roboter Lebensmittel an Menschen, die nach einem Flug in einem Hotel in Hangzhou/China unter Quarantäne gesetzt wurden. Der Roboter kündigt seine Ankunft an der Tür an und der Insasse nimmt sein Essenstablett aus dem eingebauten Regal Lieferanten. Die mobilen Roboter wurden auch eingesetzt, um Handdesinfektionsmittel an öffentlichen Orten auszugeben.

Zubereitung von Essen

Roboter werden bei der Lebensmittelzubereitung, bspw. bei der Herstellung von Pizza, eingesetzt. In China wurden die Roboter nun für die Zubereitung und das Servieren von Speisen an medizinisches Personal eingesetzt, damit die Krankenhauskantinen nicht rund um die Uhr besetzt sein müssen. Ein solcher der Roboter, der an ein Krankenhaus in Wuhan geliefert wurde, soll alle 15 Minuten 36 Portionen Reisauflauf zubereitet haben.

Informieren der Öffentlichkeit

Mobile Informationsroboter werden zunehmend im öffentlichen Raum, z. B. auf Flughäfen, Messen, und in Geschäften eingesetzt, um schnell und einfach Informationen zur Verfügung zu stellen. Sie tragen auch zur Sicherheit der Menschen bei, indem sie sie über Sicherheitsvorkehrungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus informieren.

Ein Roboter vom russischen Hersteller Promobot wurde vor kurzem an verschiedenen Orten in New York City in Betrieb genommen, um sich mit Passanten zu unterhalten, die auch einen Online-Fragebogen auf einem Touchscreen ausfüllen konnten. Der Roboter kann optional mit einem Thermometer ausgestattet werden, um eine erhöhte Temperatur zu erkennen.

In einem Krankenhaus in Shenzhen wurden Ubtech-Roboter zur Temperaturüberwachung von Patienten und Besuchern, außerhalb und innerhalb des Krankenhauses, und zur Verteilung von Handdesinfektionsmittel sowie zur Bereitstellung von Informationen über das Virus für ankommende Besucher eingesetzt.

Herstellung von medizinischer Ausrüstung und Hilfsmitteln

In der gegenwärtigen Situation eignen sich Roboter auch als flexible Fertigungswerkzeuge, die schnell umprogrammiert werden können, um sich ändernden Bedürfnissen gerecht zu werden. Sie werden eingesetzt, um die Produktion von medizinischen Geräten und Hilfsmitteln zu beschleunigen. Der chinesische Roboterhersteller Siasun hat über 100 Roboter-Produktionslinien für z. B. Operationsmasken installiert.

Auch PIA Automation hat auf die stark gestiegene Nachfrage nach Gesichtsmasken und anderen Schutzausrüstungen reagiert. Der Hersteller von Montageausrüstung bietet vollautomatische Montagelinien für die Hochgeschwindigkeitsproduktion von Schutzmasken an. Bestellungen für 21 dieser Maskenproduktionslinien sind bereits eingegangen. Jede Linie kann 140 000 Stück pro Tag produzieren und sogar mehrere Produktvarianten von zwei-, drei- oder vierschichtigen Einwegmasken abdecken. Um der gestiegenen globalen Nachfrage gerecht zu werden, erfolgt der Aufbau in China, Deutschland und den USA.

IFR International Federation of Robotics

www.ifr.org


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