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IFR veröffentlicht globalen R&D-Report für 2023

Weltweite Förderungen der Robotikforschung
International Federation of Robotics veröffentlicht globalen R&D-Report 2023

International Federation of Robotics veröffentlicht globalen R&D-Report 2023
Die International Federation of Robotics hat die weltweiten Förderprogramme für Robotik untersucht und die Ergebnisse in dem Bericht „World Robotics R&D Programs“ veröffentlicht. Bild: Pixabay

Staaten investieren rund um den Globus in Robotik, um die Weiterentwicklung der Technologie für industrielle und gesellschaftliche Anwendungen zu fördern. Was aber sind die aktuellen Ziele der offiziellen Förderprogramme in Asien, Europa und Amerika? Die IFR International Federation of Robotics hat recherchiert und die Ergebnisse mit dem 2023er Update-Report „World Robotics R&D Programs“ veröffentlicht.

„Die dritte Auflage des World-Robotics-R&D-Programs-Report berichtet über die jüngsten Entwicklungen in den Förderprogrammen, einschließlich der Aktualisierungen für 2022“, sagt Prof. Dr. Jong-Oh Park, stellvertretender Vorsitzender des IFR-Forschungsausschusses und Mitglied des Executive Boards.

 Wie die IFR-Übersicht zeigt, verfolgen die weltweit fortschrittlichsten Robotik-Länder – gemessen an den jährlichen Installationen von Industrierobotern – China, Japan, USA, Südkorea, Deutschland und auch die EU ganz unterschiedliche Forschungs- und Entwicklungsstrategien.

China: 14. Fünfjahresplan

In China wurde der „14. Fünfjahresplan“ für die Entwicklung der Roboterindustrie vom Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) am 21. Dezember 2021 in Peking veröffentlicht – die Strategie konzentriert sich auf die Förderung von Innovationen. Ziel ist es, China zu einem weltweit führenden Land im Bereich der Robotertechnologie und des industriellen Fortschritts zu machen.

Die Robotik ist in China Teil von insgesamt 8 Schlüsselindustrien über die nächsten 5 Jahre. Zur Umsetzung der nationalen Wissenschafts- und Technologie-Innovationsvereinbarungen wurde am 23. April 2022 im Rahmen des Nationalen Schlüsselplans für Forschung und Entwicklung das Sonderprogramm „Intelligente Roboter“ gestartet.

Wie das jüngste statistische Jahrbuch „World Robotics“ der IFR zeigt, hat China in der verarbeitenden Industrie eine Roboterdichte von 322 Einheiten pro 10.000 Arbeiter erreicht: Damit liegt das Land im Jahr 2021 weltweit auf Platz 5 – 2018 rangierte China noch auf Platz 20 (140 Einheiten).

Japan: Neue Roboterstrategie

In Japan zielt die „Neue Roboterstrategie“ darauf ab, das Land zum weltweit führenden Zentrum für Roboterinnovationen zu machen. Schlüsselsektoren sind das verarbeitende Gewerbe, Pflege und Medizin, Infrastruktur und Landwirtschaft. Der Aktionsplan für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor umfasst Projekte wie autonomes Fahren, fortschrittliche Luftfahrt oder die Entwicklung integrierter Technologien als Kernstück der nächsten Generation von künstlicher Intelligenz und Robotern.

Im Rahmen des „Moonshot-Research-and-Development-Programms“ wurde ein Budget für Robotik-Projekte bereitgestellt, die über einen Zeitraum von fünf Jahren von 2020 bis 2025 laufen. Laut des statistischen Jahrbuches „World Robotics“ der IFR ist Japan der weltweit führende Hersteller von Industrierobotern und lieferte im Jahr 2021 insgesamt 45 % des weltweiten Angebots. 

Südkorea: 3. Basisplan für intelligente Roboter

Der 3. Basisplan für intelligente Roboter in Südkorea zielt darauf ab, die Robotik als Kernindustrie der vierten industriellen Revolution zu entwickeln. Die koreanische Regierung hat Mittel für den „2022 Implementation Plan for the Intelligent Robot“ bereitgestellt. Von 2022 bis 2024 liegt der Schwerpunkt auf dem „Full-Scale Test Platform Project for Special-Purpose Manned or Unmanned Aerial Vehicles“.

Das statistische Jahrbuch „World Robotics“ der IFR weist für das Land im Jahr 2021 ein Allzeithoch von 1.000 Industrierobotern pro 10.000 Beschäftigte aus. Damit ist Südkorea die Nation mit der höchsten Roboterdichte weltweit. 

EU: Horizont Europa

Horizont Europa ist das wichtigste Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation und hat eine Laufzeit von sieben Jahren (2021–2027). Die wichtigsten Ziele sind: Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der EU, Förderung der Innovationskapazität, der Wettbewerbsfähigkeit und der Beschäftigung in Europa sowie die Umsetzung prioritärer Bürgeranliegen und die nachhaltige Stärkung sozioökonomischer Modelle und Werte. Die Europäische Kommission hat für die Jahre 2021–2022 ein Arbeitsprogramm für die Robotik finanziert.

Deutschland: Hightech-Strategie 2025

Die deutsche Hightech-Strategie 2025 (HTS) ist die vierte Auflage des Forschungs- und Innovationsprogramms in Deutschland. Die deutsche Regierung hat bis 2026 jährlich Mittel bereitgestellt. Im Rahmen der HTS 2025 wurde das Programm „Technik für den Menschen“ aufgelegt. Dieses Programm zielt darauf ab, den technologischen Wandel in der Gesellschaft insgesamt und in der Arbeitswelt zum Nutzen der Menschen einzusetzen. Forschungsthemen sind: digitale Assistenzsysteme wie Datenbrillen, Mensch-Roboter-Kollaboration, Exoskelette zur Unterstützung von Beschäftigten bei der körperlichen Arbeit, darüber hinaus aber auch Lösungen zur flexibleren Gestaltung von Arbeitsprozessen oder die Unterstützung von mobilem Arbeiten.

Laut des Reports „World Robotics“ der IFR ist Deutschland der größte Robotermarkt in Europa – die Roboterdichte liegt mit 397 Einheiten pro 10.000 Beschäftigten weltweit auf dem 4. Platz.

USA: National Robotics Initiative (NRI)

Die National Robotics Initiative (NRI) in den USA wird von der US-Regierung unterstützt und dient der Grundlagenforschung und -entwicklung im Bereich Robotik. Das im Februar 2021 angekündigte NRI-3.0– Programm baut auf den früheren NRI-Programmen auf und zielt auf die Erforschung integrierter Robotersysteme ab. Die Zusammenarbeit zwischen akademischen, industriellen, staatlichen, gemeinnützigen und anderen Organisationen wird gefördert.

Mit dem „Moon to Mars“-Projekt der NASA wird beispielsweise das Ziel verfolgt, eine langfristige Präsenz in der Nähe des Mondes und auf dem Mond zu etablieren. Die Projekte zielen auf die Forschung und Technologieentwicklung ab, die Roboterleistungen erheblich steigern werden, um die Erkundung des Weltraums durch den Menschen und wissenschaftliche Missionen zu unterstützen. Für das Artemis-Mondprogramm plant die US-Regierung, es zwischen 2020 und 2024 zu finanzieren.

Das statistische Jahrbuch „World Robotics“ der IFR zeigt, dass die Roboterdichte in den Vereinigten Staaten von 255 Einheiten im Jahr 2020 auf 274 Einheiten im Jahr 2021 gestiegen ist. Das Land steht damit weltweit auf Platz 9. Hinsichtlich der jährlichen Installationen von Industrierobotern nimmt die USA Platz 3 ein. (ch)


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