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Expertennetzwerk in Augsburg hilft beim Cobot-Einsatz

Leichtbaurobotik für den Mittelstand
Expertennetzwerk in Augsburg hilft beim Cobot-Einsatz

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Damit mittelständische Unternehmen die Potenziale von Cobots nutzen können, erarbeitet das Expertennetzwerk „Schutzzaunlose Leichtbaurobotik“ Handlungsempfehlungen für Normen-Ausschüsse, Hersteller und Anwenderunternehmen. Bildnachweis: Fraunhofer IGCV
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Um mittelständischen Unternehmen beim Einstieg in die Leichtbaurobotik zu helfen, startet das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg das Expertennetzwerk „Schutzzaunlose Leichtbaurobotik“. Mittelständische Anwenderunternehmen können sich noch anschließen. Wichtige Themen dort sind unter anderem Risikobeurteilung und Zertifizierung.

Leichtbauroboter, also Cobots, können ohne Schutzzaun mit den Beschäftigten zusammenarbeiten, sind vergleichsweise klein und können aufgrund ihres geringen Gewichts leicht zu verschiedenen Arbeitsstationen bewegt werden. Auch die Programmierung ist bei weitem nicht mehr so komplex wie noch vor eini-gen Jahren. Damit auch kleine und mittlere Unternehmen diese Potenziale nutzen können, brauchen sie aber oft Unterstützung: Schließlich haben sie im Vergleich zu größeren Unternehmen oft weniger spezifische Kompetenzen im Haus.

Herausforderung Risikobeurteilung

Insbesondere die Anwendung von Normen und damit zusammenhängend die Druck- und Kraftmessung (TS 15066) und die Risikobeurteilung stellen eine große Herausforderung dar. Die CE-Kennzeichnung der gesamten Applikation ist aktuell noch recht aufwendig. Julia Berg vom Fraunhofer IGCV, eine der Initiatorinnen des Expertennetzwerks: „In den letzten Jahren ist wenig passiert, damit Leichtbauroboter flexibel eingesetzt werden können – was sie technologisch aber schon könnten. Deshalb wollen wir in dem Expertennetzwerk vor allem eine mögliche Ausgestaltung der Risikobeurteilung und die Klassifizierung von Werkzeugen und Werkstücken vorantreiben, um einen unkomplizierteren Einsatz gerade für mittelständische Unternehmen zu ermöglichen.“

Arbeitsgruppen entwerfen Handlungsempfehlungen

Im Expertennetzwerk „Schutzzaunlose Leichtbaurobotik“ widmet sich nun die erste Arbeitsgruppe der Risikobeurteilung von Roboterapplikationen bei deren ortsveränderlichem Einsatz. Hier spielen Fragen wie die Vereinfachung von Risikobeurteilungs-Vorgehen, die Definition, ab wann eine Änderung der Anlage als Änderung gilt, und effizientere Messungen nach TS 15066 die Hauptrolle. Auch Qualifikationsprofile für die verschiedenen Rollen und Aufgaben und beispielsweise eine Checkliste für den Ortswechsel von Robotern sollen erarbeitet werden.

Zertifizierung von Komponenten

Die zweite Gruppe zur Zertifizierung und Klassifizierung von Komponenten erarbeitet ein Vorgehen, wie der Risikobeurteilungs-Prozess durch CE-zertifizierte Komponenten und klassifizierte Bauteile gestrafft werden kann. Wann können Komponenten als „sicher“ bezeichnet werden? Welche Komponenten auf dem aktuellen Markt bieten sich dafür an? Können Werk-stücke klassifiziert werden?

In Abstimmung mit den geltenden Normen sollen hierauf Antworten erarbeitet werden. Nach einer primären Arbeitsphase bis Juli 2021 sollen Handlungsempfehlungen entstehen, wie die Normen- und Rechtslage für Leichtbauroboter praxistauglicher werden kann, wie Anwender-betriebe den Einsatz der Cobots sinnvoll angehen können, ohne den Mut am Zertifizierungs-dickicht zu verlieren und wie sich Hersteller auf den Implementierungsprozess einstellen können. Daneben soll auch ein Demonstrator aufgebaut werden, der die behandelten Themen darstellt.

Einstieg ins Expertennetzwerk

In den Arbeitsgruppen arbeiten Hersteller, Forschungsinstitute und Anwenderbetriebe ver-schiedener Branchen und Größen gemeinsam, um die Erfahrungen der anderen zu nutzen und Lücken gemeinsam zu bearbeiten. Kontakte zu den entsprechenden DIN-Ausschüssen bieten gute Anschlussstellen.

Anwendende Unternehmen aus dem Mittelstand sind herzlich willkommen, noch einzusteigen und von der Zusammenarbeit zu profitieren. Das erste Arbeitstreffen findet am 15.9.2020 statt, ab diesem Zeitpunkt steht das Expertennetzwerk dauerhaft fest. Kontakt: Laura Hillgartner, laura.hillgartner@vdma.org.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei den Herausforderungen der Digitalisierung. Dazu bietet es kostenfreie Infoveranstaltungen, praxisorientierte Schulungen sowie individuelle Potenzialanalysen und Projekte bei Unternehmen vor Ort. Außerdem finden Factory-Touren zu Unternehmen statt, die unterschiedliche Digitalisierungslösun-gen bereits erfolgreich anwenden. Das Mittelstand 4.0-Mobil tourt mit praxisnahen, interaktiven Exponaten und anschaulichen Informationen durch ganz Bayern. Dank der Finanzierung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sind alle Angebote des Kompetenzzentrums kostenfrei. Die sechs Schwerpunkte des Kompetenzzentrums sind Vernetzte Produktion, Künstliche Intelligenz, Intralogistik, Arbeit 4.0, Digitale Geschäftsmodelle und Finanzen 4.0.

www.kompetenzzentrum-augsburg-digital.de


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