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So will Stäubli Robotics mit Zukunftsbranchen ein zweistellig Wachstum erreichen

Interview: Christophe Coulongeat, Group Division Manager Robotics, Stäubli
Stäubli Robotics: Zweistelliges Wachstum mit Zukunftsbranchen

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Was hat Christophe Coulongeat als Stäublis neuer Group Division Manager Robotics vor? Wo sollen die Umsätze wachsen? Welche Innovationen plant Stäubli rund um seine Roboter? Ein Macher im Gespräch.

Autor: Armin Barnitzke

Herr Coulongeat, Sie haben Stäublis Robotics-Sparte Anfang 2021 von Gerald Vogt übernommen: Was haben Sie sich vorgenommen? Wo wollen Sie Akzente setzen?

Coulongeat: Obgleich ich die Robotics Division von Gerald Vogt sehr solide aufgestellt übernehmen konnte, habe ich mir mittel- und langfristig viel vorgenommen. Kurz gesagt wollen wir unsere Marktführerschaft in wachstumsstarken Zukunftsmärkten ausbauen, indem wir für jede Zielbranche spezialisierte, globale Organisationen definieren. Zudem werden wir uns auf das Thema Mehrwert für unsere Kunden konzentrieren.

Was bedeutet das konkret?

Coulongeat: Unser Anspruch ist es, im Hinblick auf die Total Cost of Ownership Benchmarks zu setzen – selbst dann, wenn es um den Robotereinsatz in herausfordernden Produktionsumgebungen wie in Reinräumen geht. Und natürlich wollen wir noch näher an die Kunden rücken, den Außendienst ausbauen, die Effizienz der Abläufe verbessern, unser Serviceangebot erweitern und in Innovationen investieren. Mein konkretes Ziel: Ich will in den kommenden zehn Jahren stets ein zweistelliges Wachstum erreichen.

Welche Branchen und Anwendungen meinen Sie, wenn Sie von wachstumsstarken Zukunftsmärkten sprechen?

Coulongeat: Wir fokussieren uns ganz klar auf die Bereiche Pharma, Lebensmittel, Medizinrobotik und Photovoltaik. In diesen Branchen zählt Stäubli zu den Pionieren und hat in der Vergangenheit bereits wegweisende Entwicklungen auf den Markt gebracht. Diesen Wettbewerbsvorsprung wollen wir weiter ausbauen. Zudem konzentrieren wir uns auf High-End-Anwendungen in der Automobil- und in der allgemeinen Industrie sowie auf ganzheitliche Industrie 4.0-Lösungen. Dabei beziehen wir unser Komplettprogramm an Robotern, Cobots, mobilen Robotern, FTS und autonom fahrenden Spezialfahrzeugen mit ein.

Kann Stäubli mit seinen sauberen und sterilen Robotern von der Covid-Krise profitieren, weil es verstärkt Anfragen aus den Bereichen Labor, Pharma oder Medtech gibt?

Coulongeat: In erster Linie ist Stäubli wie viele andere Unternehmen weltweit von der Corona-Krise betroffen, weshalb ich uns keinesfalls als Profiteure sehen würde. Tatsächlich kommen unsere Roboter in verschiedenen Applikationen beim Kampf gegen Covid19 zum Einsatz und wir sind stolz darauf, unseren Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten zu können. Aber wie Sie wissen, zählt Stäubli dank des überlegenen Hygienedesigns seiner präzisen 4- und 6-Achs-Roboter in den Bereichen Pharma und Medtech ohnehin zu den Marktführern. Aus diesen Märkten erwarten wir ohnehin eine steigende Nachfrage – und die Corona-Effekte werden sich nur marginal niederschlagen.

Welche Themen stehen bei Stäubli Robotics in der F&E derzeit im Fokus?

Coulongeat: Im Hinblick auf die Roboterkinematiken sind wir derzeit perfekt aufgestellt. Sowohl bei den Scaras als auch bei den 6-Achsern haben wir mit den TS2- beziehungsweise TX2-Baureihen die wohl leistungsstärksten Maschinen weltweit am Start. Gerade läuft der Launch unserer neuen TX2-140/160-Modelle an, die die Lücke zwischen dem kompakten TX2-90 und dem großen TX-200 schließen. Zu den weiteren Aktivitäten zählen Entwicklungsprojekte in den Bereichen Programmierung, Smart Data, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen. Im Bereich fahrerlose Transportsysteme geht es unter anderem um die Erschließung neuer Einsatzfelder. Dazu hat Stäubli WFT gerade ein Schwerlast-FTS für Reinraume-Einsätze vorgestellt.

Der Mobilroboter Helmo wurde ja von Gerald Vogt in Bayreuth stark vorangetrieben: Welche Rolle spielt der Standort Bayreuth unter Ihrer Robotics-Führung?

Coulongeat: Der Standort Bayreuth hat für Stäubli Robotics traditionell einen sehr hohen Stellenwert und daran werden wir auch unter meiner Führung festhalten. In naher Zukunft werden wir kräftig in den Ausbau des Standortes Bayreuth investieren. Mit dem geplanten Neubau werden spätestens 2022 die Räumlichkeiten für den Ausbau des Robotik-Servicecenters bereitstehen, so dass wir unser Dienstleistungsangebot für das Roboter-Refit mit Nachdruck vorantreiben können. Gleiches gilt für unser Schulungszentrum und den kompletten Dienstleistungsbereich. Alles in allem werden wir unseren Customer Service auf allen Ebenen noch einmal maßgeblich stärken. Erstrangige F&E-Standorte bleiben für den Bereich Robotik nach wie vor Faverges und für den Bereich FTS Sulzbach-Rosenberg.

Wie kommt Stäublis Mobilroboter Helmo im Markt an? Gibt es erste Pilotanwendungen?

Coulongeat: Helmo kommt im Markt sehr gut an, das Interesse potenzieller Anwender aus den unterschiedlichsten Branchen ist sehr groß. Über das Stadium von Pilotanwendungen sind wir aus meiner Sicht hinaus. Unser mobiles Robotersystem bewährt sich bereits in einer Reihe von Anwendungen, die von der Verkettung und dem Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen über diverse Montagetätigkeiten bis hin zum Einsatz als flexiblem Produktionsassistenten reichen.

Und wie sind die weiteren Pläne mit Helmo?

Coulongeat: Helmo ist ein hochflexibles, mobiles Robotersystem, das eine unglaubliche Vielfalt an Aufgabenstellungen bewältigen kann. Wichtig ist uns, dieses breite Spektrum an Möglichkeiten potenziellen Anwendern aufzuzeigen. Die Aufklärung darüber ist genauso wichtig wie die kontinuierliche Weiterentwicklung von Helmo. Jüngstes Beispiel ist der Einsatz eines Bildverarbeitungssystems, mit dessen Hilfe sich der Mobilroboter nun an seinem Bestimmungsort deutlich schneller einmessen kann. Darüber hinaus werden wir unserem Mobilroboter Helmo demnächst einen größeren Bruder zur Seite stellen, der das Be- und Entladen schwerer Teile ebenso wie Werkzeugwechselprozesse übernehmen kann.

Welche Rolle spielt das Hype-Thema Cobot für Stäubli? Wie positionieren Sie sich hier?

Coulongeat: Unsere Philosophie ist es, Standardroboter durch Modifikationen für MRK-Einsätze zu qualifizieren. Unsere Power-Cobots basieren auf den TX2-6-Achsern, die wir durch hochentwickelte Sicherheitstechnik für die Zusammenarbeit mit Menschen qualifiziert haben. Diese TX2-Touch-Roboter zählen zu den weltweit schnellsten Cobots. Natürlich betrachten wir auch das Thema Leichtbau-Cobot sehr genau. Hier gibt es gerade im Hinblick auf die Bedienung sehr vielversprechende Ansätze. Die mechanischen Eigenschaften im Hinblick auf Traglast, Präzision und Wartungsfreundlichkeit der meisten Cobots lassen aber aus unser Sicht noch zu wünschen übrig.

Da Cobots ja gerade von der einfachen Bedienung und Programmierung profitieren: Was sind hier Stäublis Ansätze?

Coulongeat: Auch wir arbeiten intensiv daran, die Bedienung unserer Roboter weiter zu vereinfachen. Ziel muss es sein, dass der Werker den Cobot intuitiv genauso einfach bedienen kann wie beispielsweise eine elektrische Bohrmaschine.

Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics

Theodor-Schmidt-Straße 19

95448 Bayreuth

www.staubli.com


Bild: Stäubli Robotics

Zur Person

Christophe Coulongeat hat im Januar als Group Division Manager Robotics die Leitung der weltweiten Robotics-Sparte von Stäubli übernommen. In dieser Funktion hat Christophe Coulongeat auch einen Sitz im Konzernvorstand.

Der 40-jährige Franzose arbeitet seit über zwei Jahren bei Stäubli Robotics und besitzt über 17 Jahre internationale Erfahrung in der Verpackungs- und Automatisierungsindustrie – etwa beim Verpackungsmaschinenbauer Sidel.

Christophe Coulongeat ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er hat einen Abschluss in Ingenieurwissenschaften von der Universität Poitiers und einen Bachelor of Science in International Business Management von der ESVII. Darüber hinaus hat er an Weiterbildungsprogrammen für Führungskräfte an der IMD Business School, der MIT Sloan School of Management und der Columbia Business School teilgenommen.


Komplettpaket für flexible und digitale Produktion

Als Hersteller von Robotern und fahrerlosen Transportsystemen hat Stäubli natürlich auch die digital vernetzte Produktion und die Industrie-4.0-kompatible Automatisierung im Fokus. „Mit unserem Komplettprogramm aus Industrie-4.0-gerechten Vier- und Sechsachsrobotern, Cobots, mobilen Robotersystemen, kollaborativen Mobilrobotern sowie fahrerlosen Transportsystemen in unterschiedlichsten Varianten lassen sich digital vernetzte Produktions- und Intralogistikkonzepte konzipieren, die neue Maßstäbe hinsichtlich Flexibilität und Produktivität setzen“, verspricht Christophe Coulongeat.


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