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Serviceroboter: Verkaufszahlen weltweit steigen

Logistikroboter + 110 % und Medizinroboter + 28 %
Serviceroboter: Verkaufszahlen weltweit steigen

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Hauptanwendungsbereiche professioneller Servicerobotik: Umsatz 2018 und 2019 sowie die mögliche Entwicklung für 2020 bis 2023. Bild: IFR
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Der Verkaufswert von professionellen Servicerobotern ist weltweit um 32 % auf 11,2 Mrd. US-Dollar gestiegen (2018-2019). Im laufenden Jahr bekommt der Markt weitere Impulse aufgrund der Covid-19-Pandemie. Das zeigt beispielsweise die große Nachfrage nach Desinfektionsrobotern, Logistikrobotern in Fabriken und Lagerhäusern oder nach Robotern für die Zustellung von Waren bis an die Haustür. Das berichtet die International Federation of Robotics (IFR) mit der Veröffentlichung des Jahrbuchs World Robotics 2020 – Service Robots.

Das ertragsstärkste Segment bei den professionellen Servicerobotern sind Medizinroboter mit einem Marktanteil von 47 % im Jahr 2019. Dazu tragen vor allem Robotersysteme bei, die in der Chirurgie eingesetzt werden und die höchsten Einzelpreise erzielen. Der Umsatz bei den Medizinrobotern insgesamt erreichte einen neuen Rekordwert von 5,3 Mrd. US-Dollar – ein Plus von 28 %. Rund 90 % der Medizinroboter stammen von amerikanischen und europäischen Anbietern. Bis 2022 rechnet die IFR weiterhin mit einem großen Marktpotenzial: Der Umsatz könnte sich auf 11,3 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppeln.

Professionelle Serviceroboter in der Logistik

Der Marktwert von verkauften oder geleasten Logistikrobotern stieg um 110 % auf 1,9 Mrd. US-Dollar. Dabei wird fast der gesamte Umsatz mit Logistikrobotern erwirtschaftet, die für Innenbereiche vorgesehen sind. Autonome mobile Roboter arbeiteten zunächst meist nur in Lagerhäusern. Mit der Digitalisierung sind sie heute aber zunehmend auch Teil der Produktion in den intelligenten Fabriken. Der Trend zu einem fortgesetzt starken Umsatzwachstum von 40 % oder mehr pro Jahr erscheint damit möglich.

„Investitionen in Fertigungsprozesse mit Servicerobotern für die Logistik zahlen sich schnell aus“, sagt Milton Guerry, Präsident der International Federation of Robotics. „Bei einem angenommenen 24-Stunden-Betrieb amortisiert sich die Anschaffung innerhalb von zwei bis drei Jahren – häufig sogar viel schneller. Bei einer Lebensdauer von 15 Jahren liegen die Betriebskosten bei etwa 5 % der jährlichen Investition. Dabei bieten hochentwickelte Systeme oft eine betriebliche Verfügbarkeit im Bereich von 98 % und mehr.“

Im Trend liegen Geschäftsmodelle von Robotics-as-a-Service (RaaS), die bei den Kunden die Hürden senken mit Robotern zu automatisieren. Der Vorteil besteht darin, nicht in Hardware investieren zu müssen. Dadurch werden die Unternehmen weder durch fest gebundenes Kapital, noch durch Fixkosten oder zusätzlichen Personalbedarf belastet. In nicht-verarbeitenden Industrien wurde der Einsatz von Logistikroboter-Systemen stark durch Lagerlösungen für große E-Commerce-Unternehmen vorangetrieben. Ein starkes Potenzial besteht zudem in Krankenhäusern, die ihre Logistik mithilfe von Servicerobotern betreiben. Etwa 90 % der untersuchten Logistikroboter im Segment professioneller Serviceroboter werden in Europa und Nordamerika produziert – etwa 10 % in Asien.

Roboter für den persönlichen und häuslichen Gebrauch

Serviceroboter für den persönlichen und häuslichen Gebrauch werden für einen Massenmarkt produziert. Die größten Verkaufszahlen erzielen Haushaltsroboter. Dazu gehören Staubsauger- und Bodenreinigungsroboter, Rasenmäher- und Unterhaltungsroboter. Die Gesamtzahl der Serviceroboter für den persönlichen und häuslichen Gebrauch stieg um 34 % auf mehr als 23,2 Mio. verkaufte Einheiten im Jahr 2019. Der Verkaufswert stieg um 20 % auf 5,7 Mrd. US-Dollar. In den beiden Hauptsegmenten – Staubsauger- und Spielzeugroboter – sind die Stückpreise seit Jahren rückläufig. Einfache Saugroboter kosten heute bereits weniger als 100 US-Dollar.

Drei Viertel der Serviceroboter für den häuslichen Gebrauch, also Staubsauger- und Bodenreinigungs-, Rasenmäher- und andere Haushaltsroboter – wurden 2019 von amerikanischen Unternehmen hergestellt. Asiatische Unternehmen hatten einen Anteil von 19 %, europäische von 6 %.

Ein ebenfalls wachsender Markt sind Assistenzroboter für ältere oder behinderte Menschen. Der geschätzte Verkaufswert stieg zuletzt um 17 % auf 91 Mio. US-Dollar. Auf diesen enormen Zukunftsmarkt für Serviceroboter konzentrieren sich bereits nationale Forschungsprojekte in vielen Ländern. Ganz im Gegensatz zu den meisten Unterhaltungsrobotern sind diese Assistenten laut IFR echte High-Tech-Produkte.

„Wir gehen davon aus, dass der Verkauf von professionellen sowie auch persönlichen Servicerobotern weiter stark zunehmen wird“, sagt Guerry abschließend.

IFR International Federation of Robotics
c/o VDMA Robotik + Automation
Lyoner Str. 18
DE 60528 Frankfurt/Main
www.ifr.org

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