Einfache Bedienung der Leichtbauroboter rückt in den Fokus Wie aus Cobot-Partnern Konkurrenten werden

Einfache Bedienung der Leichtbauroboter rückt in den Fokus

Wie aus Cobot-Partnern Konkurrenten werden

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Mit dem einfach bedienbaren LBR iisy läutet Kuka die nächste Generation seiner Leichtbauroboter ein. Konkurrenz bekommen die Augsburger aber von den ehemaligen Partnern Voith und Franka Emika.

„Mit dem LBR iiwa haben wir vor sechs Jahren den ersten kollaborativen Roboter vorgestellt. Nun folgt mit dem LBR iisy ein kleiner Bruder“, sagt Kuka-Chef Dr. Till Reuter. Im Gegensatz zum LBR
iiwa mit 7 und 14 kg Traglast besitzt der LBR iisy nur 3 kg Traglast und zielt damit besonders auf kollaborative Einsatzszenarien in der Elektronikindustrie.

Auch der Preis ist neu: Während beim LBR iiwa Preise von mehreren zehntausend Euro aufgerufen wurden, soll der LBR iisy günstiger sein. „Wir sind damit preislich wettbewerbsfähig“, betont Reuter, der aber keine Details nennen will. Vermutlich dürfte der LBR iisy aber unter 20 000 Euro liegen.

Technologisch wurde der LBR iisy nicht abgespeckt. Er besitzt wie der LBR iiwa Drehmomentsensoren in den Gelenken, die für Sicherheit und Sensibilität sorgen. Allerdings wurden Antriebe und Außenstruktur angepasst: Statt einer Außenhülle aus Aluminium besitzt der LBR iisy eine kostengünstige Kunststoffhülle, die auch stoßdämpfend ausgeführt sein kann.

Weitere Besonderheit ist der Easy-to-use-Aspekt: Der LBR iisy soll für jeden sofort bedienbar sein – vom Robotikexperten bis zum Cobotic-Neueinsteiger. Daher gibt es unterschiedliche Bedienebenen:

1. Mit der vom LBR iiwa bekannten, Java-basierten Sunrise Programmierumgebung können Experten auch komplexe Anwendungen umsetzen. 

2. Zusätzlich gibt es eine grafische Benutzeroberfläche für Smartphones oder Tablets, mit der sich der LBR iisy ohne Programmierkenntnisse intuitiv parametrieren lässt.

3. Zudem kann der Cobot per Handführung angelernt werden.

Cobot ausgezeichnet mit Zukunftspreis

Einfache Bedienung, Feinfühligkeit und günstiger Preis sind aber auch die Kennzeichen des Leichtbauroboters von Franka Emika, für den die Macher um Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin 2017 vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet wurden.

Um den auf den Namen Panda getauften Leichtbauroboter in den Markt zu tragen, haben die Münchner Cobot-Spezialisten mit dem Maschinenbaukonzern Voith eine strategische Partnerschaft geschlossen und das Gemeinschaftsunternehmen Voith Robotics gegründet. Dazu gehört auch eine direkte, finanzielle Beteiligung von Voith an der Franka Emika GmbH, die die langfristige und strategische Ausrichtung der Partnerschaft unterstreichen soll.

Vorsitzender der Geschäftsführung von Voith Robotics ist Martin Scherrer, bisher Mitglied der Geschäftsführung von Voith Paper. Scherrer: „Als globaler Systemanbieter für robotergestützte Automatisierung unterstützen wir Kunden individuell bei der Integration, Automatisierung und Produktivitätssteigerung ihrer Anlagen.“ Neben den Leichtbaurobotern von Franka Emika sowie Softwarelösungen und Apps biete man auch Dienstleistungen und Beratung für Kunden aus Industrien wie Fertigung, Logistik, Health Care oder Consumer Goods an.

Roboter und Software über Webshop erhältlich

Preislich soll der Panda laut Marktkennern bei knapp 10 000 Euro für den reinen Roboter und bei 15 000 für ein Paket aus Roboter und Greifer plus Apps liegen. Scherrer will sich aber nicht festlegen: „Gemeinsam mit den Kunden definieren wir eine speziell auf die Kundenwünsche abgestimmte Lösung inklusive Roboter und weiteren Softwaremodulen.“ Hardware, Software und Serviceangebote sollen in Zukunft auch über einen Webshop verfügbar sein.

Scherrer ist überzeugt, dass die Kombination aus Maschinenbau-Konzern und Startup eine Win-Win-Situation ist: „Voith geht mit der strategischen Partnerschaft konsequent den nächsten Schritt in seiner digitalen Agenda. Franka Emika und Voith ergänzen sich ideal durch die Verbindung von Robotik, artifizieller Intelligenz und digitaler Apps auf der einen Seite und dem großen Automatisierungs- und Prozess-Knowhow auf der anderen Seite.“

Das Joint Venture ist Voiths zweiter Anlauf in der Robotik, der Maschinenbauerkonzern war früher Kuka-Aktionär und hat beim Verkauf der Anteile an Midea stolze 1,2 Milliarden Euro verdient. Und auch Franka Emika ist für Kuka kein Unbekannter: 2014 hatte Kuka 45 Prozent an der damaligen Dachgesellschaft KBee AG erworben und das Start-up auf der Hannover Messe 2016 stolz auf dem eigenen Messestand präsentiert.

Kuka-Boss Dr. Till Reuter damals: „Mit Beteiligungen wie diesen schaffen wir uns Freiräume für Innovationen.“ Später hat man sich aber über die Kontrolle im KBee Aufsichtsrat zerstritten und inzwischen hat Kuka die Aktien der KBee AG an die Franka Emika GmbH veräußert – aus Freunden sind Konkurrenten geworden.

Kuka AG

www.kuka.com;

automatica Halle A4, Stand 221

Voith Robotics GmbH

www.voith-robotics.com

automatica Halle B6, Stand 500

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