Umsetzung der Mensch-Roboter-Kollaboration

Sieben Tipps für MRK

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Neben Roboter und Greifer spielt auch das Werkstück eine wichtige Rolle bei der MRK-Sicherheit. Bild: Schunk
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Schunks MRK Anwender- und Technologietag beleuchtete die Umsetzung der Mensch-Roboter-Kollaboration. Die Automationspraxis hat sieben Kernthesen mitgenommen.

Autor: Armin Barnitzke

1. Man muss den Mensch mitnehmen: „Die MRK ist technisch reif für die betriebliche Anwendung. Wichtig ist dabei aber vor allem der Mensch. Er muss sich sicher fühlen und die MRK auch intuitiv bedienen können“, betont Professor Dr. Markus Glück, Chief Innovation Officer (CINO) bei Schunk. „MRK ist daher ein Veränderungsprojekt, bei dem der Mensch den Takt vorgeben muss.“

2. Die Normenlage ist zum Teil noch schwammig: Neben allgemeinen Richtlinien wie DIN ISO 12100 (Sicherheit von Maschinen) und EN 10218 (Sicherheitsanforderungen an Industrieroboter) gibt es mit der ISO TS 15066 inzwischen eine spezielle MRK-Spezifikation, die kollaborative Szenarien regelt. Dabei legt die Norm auch Grenzwerte fest, wie stark die Körperregionen eines Menschen bei einer Kollision von einem Roboter getroffen werden dürfen. Allerdings: „Die Bereiche Hals und Kopf dürfen gar nicht gemessen werden – hier hat die Norm also eine gewisse Lücke“, beklagt Sebastian Höpfl, Leiter Produktmanagement Greifkomponenten bei Schunk.

3. Messungen sind unflexibel: In Vorträgen und Gesprächen am Rande des MRK-Tags wurde zudem deutlich, dass die in der ISO TS 15066 vorgeschriebenen Kraft- und Druck-Messungen recht aufwändig sind. Vor allem müssen diese Messungen bei Änderungen wiederholt werden, etwa wenn sich das zu handhabende Teil ändert. Manche Automobil-OEMs wollen daher den Kontakt zwischen Mensch und Roboter lieber ganz vermeiden und setzen auf berührungslose Absicherung mit Vision, Ultraschall oder Radar-Technik.

4. Zertifizierer sind schwer zu kriegen: Deutlich wurde außerdem, dass die Berufsgenossenschaft als Leitbehörde zu wenig Manpower hat. „Die Berufsgenossenschaft ist schwierig ins Haus zu bekommen. Wir haben zur Abnahme unserer MRK-Pilotapplikation in der eigenen Fertigung ein dreiviertel Jahr vorher angefragt“, berichtet Jörn Rastetter, Safety Assurance Manager bei Schunk.

5. Ganzheitliche Betrachtungen notwendig: „Nur einen MRK-Roboter zu kaufen, reicht nicht. Notwendig ist eine sicherheitstechnische Betrachtung der Gesamtapplikation: Vom Roboter über Greifer und Werkzeug bis zum Werkstück“, so Glück. Insbesondere wenn schwere oder scharfkantige Werkstücke zu handhaben sind, wird es für die MRK schwierig.

6. Einfach anfangen: „Man sollte MRK sorgsam und wohlüberlegt angehen und am besten erstmal einfache Aufgaben umsetzen“, rät CINO Glück.

7. Durchhaltevermögen gefragt: „Man braucht Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen“, weiß Rastetter. Und auch Dr. Markus Klaiber, technischer Geschäftsführer bei Schunk, rät: „Geduld haben – auch wenn sich vielleicht der ROI nicht so schnell einstellt wie erhofft.“

Schunk GmbH & Co. KG

www.schunk.com



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