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Offenes Modulsystem für die Service-Robotik

Robotersteuerung lässt sich über das Opensourcesystem ROS programmieren
Offenes Modulsystem für die Service-Robotik

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Mit einem offenen Modul-System baut das Automatisierungsunternehmen Pilz sein Engagement in der Service-Robotik aus.

Die Robotik, insbesondere die Absicherung von Roboter-Zellen und MRK-Anwendungen, ist schon lange ein wichtiges Feld für den Experten für sichere Automation. Hierfür bietet Pilz nicht nur Dienstleistungen (von der Risikobeurteilung bis zur CE-Kennzeichnung), sondern auch ein umfassendes Sensorik-Portfolio: „Wir sind Komplettanbieter in der Sicherheitssensorik“, betont Geschäftsführer Thomas Pilz. Auch mit seinen Messgeräten für Druck und Kraft ist Pilz in der MRK aktiv. Thomas Pilz: „Hier sind wir einer von zwei Anbietern, der solche MRK-Messgeräte für die Validierung gemäß ISO/TS 15066 herstellt.“

Nun setzt Pilz zum nächsten großen Sprung an und erweitert sein Portfolio um einen ganz neuen Produktbereich: eigene Service-Robotik-Module. „Die Service-Robotik steht vor einem Boom, denn die Robotik bewegt sich aus der Industrie in die Mitte der Gesellschaft“, ist Thomas Pilz überzeugt. Dieser Markt sei gerade erst im Entstehen, „und wir wollen mit dabei sein, wenn es losgeht.“ Pilz‘ Service-Robotik-Module umfassen zu Beginn einen sechsachsigen Roboterarm (Manipulator), ein Steuerungsmodul und ein Bedienmodul. Dabei werde man aber nun keineswegs zum Roboteranbieter und damit zum Wettbewerber der langjährigen Robotikpartner, betont Thomas Pilz. „Wir haben unsere Robotik-Partner natürlich eingeweiht und diese sehen unseren Modul-Baukasten nicht als Bedrohung.“

Schließlich biete man kein eigenes abgeschlossenes Robotik-System, sondern die Kunden (zum Beispiel Maschinenbauer oder Servicerobotik-Start-ups) können sich aus den Modulen das rauspicken, was sie benötigen. Wesentliches Merkmal der Module sei vor allen deren Offenheit, betont Thomas Pilz. Denn die Robotersteuerung lässt sich sowohl mit den SPS-Sprachen nach IEC 61131-3 als auch über das Open-Source-Framework ROS (Robot Operating System) programmieren und bietet damit große Offenheit für funktionale Erweiterungen. Da ROS im Forschungs- und Start-up-Umfeld sehr beliebt ist, erhofft sich Thomas Pilz gerade hier eine große Akzeptanz seines Modulbaukastens. Man selbst habe auf Basis des ROS-Frameworks bereits Software-Module für die Roboter-Steuerung entwickelt.

Ohnehin hat Pilz für den Modul-Baukasten zwar jede Menge Software entwickelt, aber keine neue Hardware. Vielmehr setzt man beim Steuerungsmodul auf hauseigene Motionsteuerungen, beim intuitiven, grafisch-orientierten Touch-Bedienmodul auf Keba-Technik und nutzt für den Roboterarm die Powerball-Module aus dem Hause Schunk. Der Roboterarm besitzt eine Traglast von 6 kg. Dank eines niedrigen Gewichts von 20 kg und einer 24-VDC-Stromversorgung ist er sehr gut für mobile Anwendungen zum Beispiel in Kombination mit einem fahrerlosen Transportsystem (FTS) einsetzbar. „Der Roboter ist so konzipiert, dass er einfach auf einen Wagen geschraubt werden kann“, sagt Thomas Pilz, der in mobilen Anwendungen ein großes Potenzial sieht.

Vorteil ist natürlich auch die mitgedachte Sicherheit, wie es sich für einen Safety-Experten gehört. Manipulator, Steuerungsmodul und Bedienmodul bilden zusammen ein von der DGUV zertifiziertes Paket nach EN ISO 10218-1. Das erleichtert den Weg zur obligatorischen CE-Kennzeichnung. Als Märkte für die Module hat Pilz sowohl die Industrie im Fokus – beispielsweise Pick&Place-Anwendungen sowie modulare Klein-Roboterzellen – als auch den ganzen nicht-industriellen Bereich. „Wo die Anwendungen jenseits der Industrie liegen, wissen wir noch nicht, aber wir bieten allen Einsteigern in dieses Segment die passenden Module, die sich via ROS leicht integrieren lassen“, sagt Thomas Pilz.

Übrigens: Ein waschechter MRK-Roboter sind die Service-Robotik-Module nicht, denn diese besitzen (derzeit) keine Kraft-Momenten-Sensoren in den Gelenken wie andere Cobots. Der Arbeitsbereich des Roboters muss daher in jedem Fall mit Sicherheitssensorik gegen unbedachtes Eintreten abgesichert werden. Aber da kennt Pilz sich ja aus.

Pilz GmbH & Co. KG

www.pilz.com; automatica Halle B4, Stand 500


Trittmatte wird zum Safety-Mantel

Erweitert hat Pilz sein Safety-Sensorik-Portfolio unlängst um den Safety-Laserscanner PSENscan und die dynamische drucksensitive Sicherheitsschaltmatte PSENmat. Die Trittmatte erkennt, wenn sich Personen auf ihr befinden, erfasst deren Position zuverlässig und gibt die Positionsdaten an die sichere Steuerung weiter. „Diese textilbasierte Technologie, die wir zusammen mit Forschern des Deutschen Instituts für Textil- und Faserforschung in Denkendorf entwickelt haben, lässt sich zukünftig auch um Roboterarme wickeln, um diese für die Mensch-Roboter-Kollaboration abzusichern“, sagt Thomas Pilz. Hier sei man dabei, die Trittmatte zum Robotermaßanzug umzuschneidern.

Foto: Pilz
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