FTS-Umbau im laufenden Betrieb

Umbau eines fahrerlosen Transportsystems bei laufendem Betrieb

FTS-Umbau: Retrofit für garantierte Frische

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Um schnell frische Produkte ausliefern zu können, hält die Schweizer Molkerei Elsa einen hohen Automatisierungsgrad in der Intralogistik aufrecht und modernisiert mit MLR eine FTS-Altanlage.

Die Elsa-Mifroma-Gruppe ist spezialisiert auf die Herstellung und Verpackung von Milchprodukten und Käse. Zur Gruppe gehört auch die Estavayer Lait SA im Kanton Freiburg. Jeden Tag verarbeitet die Molkerei bis 750 000 Liter Milch. Schon 1981 hat man dort fahrerlose Fahrzeuge mit Induktivführung installiert. Diese Anlagen hält man stets auf dem neuesten Stand. Daher hat man MLR damit beauftragt, ein von 2001 bis 2005 installiertes fahrerloses Transportsystem (FTS) von Eisenmann zu erneuern. Denn die FTS waren hinsichtlich des Navigations-, Steuerungs- und Kommunikationssystems veraltet.

Aufgabe der FTS ist es, per Bahn eingehendes Leergut – Kunststoffbehälter und Rollpaletten auf Europaletten – aufzunehmen und zu den rund 50 Abfülllinien zu bringen. Dort erfolgen die vollautomatische Depalettierung, Befüllung, Verpackung und erneute Palettierung. Den Abtransport der Waren übernehmen wieder die FTS.

Die fahrerlosen Fahrzeuge sind jeweils mit zwei hintereinander, quer zur Fahrtrichtung angeordneten Kettenförderern ausgestattet, mit denen sie die an den 600 mm hohen Förderstrecken bereitgestellten Paletten selbstständig abgeben und aufnehmen. Die Lastwechsel werden von den FTS direkt mit der Fördertechniksteuerung über eine Datenlichtschranke synchronisiert. Das Leitsystem ist dabei unbeteiligt.

Um diese 50 Übernahmestationen mit jeweils einem Abholplatz für Paletten mit Leergut und die 27 Übergabestationen mit jeweils einem Anlieferplatz für Paletten mit verpackter Ware bedienen zu können, sind bei Elsa 17 Fahrzeuge im Einsatz. Die Sechsrad-Sonderfahrzeuge vom Typ Phoenix K-2,0 Lr haben vorn und hinten je eine Fahr- und Lenkeinheit, damit sich auch in engen Umgebungen Quer- und Diagonalbewegungen durchführen lassen. Pro Stunde können bis zu 300 Transporte durchgeführt werden.

„Bei der Modernisierung mussten wir eine ganz bestimmte Reihenfolge einhalten“, erklärt Pierre-Alain Bigler, Leiter der Automationsprojekte im Bereich Logistik. „Der erste Grund: Wir konnten nicht einfach alte Fahrzeuge aus der Anlage nehmen und zum Umbau nach Deutschland schicken. Dann nämlich hätte das FTS als Herzstück der Intralogistik die erforderliche Leistung nicht mehr erbracht, und es wäre zu temporärem Stillstand bei der Produktion gekommen.“

Daher lieferte MLR zusätzlich zu den 17 bisherigen Geräten zwei baugleiche Neufahrzeuge, um Transportengpässe zu unterbinden. „Beim Nachbau der beiden Fahrzeuge zeigte sich Eisenmann, die heute keine FTS mehr liefert, äußerst kooperativ“, lobt Bigler.

Da der alte Leitrechner auf Basis einer SPS von Siemens nicht in der Lage war, die modernisierten FTS zu steuern, wurde beschlossen, in einer ersten Bauphase die SPS durch ein neues, intelligentes Transportleitsystem zu ersetzen. MLRs Leitrechnersoftware Logos-FTS arbeitet auf PC-Basis und ist in der Lage, auch die alten Eisenmann-Fahrzeuge zu steuern.

Es stellte sich zudem heraus, dass Logos die alten Geräte intelligenter disponierte, in dem zum Beispiel weniger Leerfahrten auftraten und – dank besserer Nutzung der zwei Lastaufnahmemittel – mehr Doppelspiele gefahren werden konnten. Dadurch konnte Elsa auf Anhieb auf drei Alt-FTS gleichzeitig verzichten und sie zum Modernisieren freigeben.

Derzeit gibt es bei Elsa einen Mischbetrieb: Alte und modernisierte fahrerlose Fahrzeuge fahren gemeinsam. Immer dann, wenn ein erneuertes Fahrzeug in die Schweiz geliefert wird, nimmt der Spediteur ein altes Fahrzeug zum Umbau mit nach Deutschland. „Wird ein umgerüstetes FTS morgens um 8 Uhr angeliefert, arbeitet es bereits gegen 12 Uhr im System mit“, freut sich Bigler. Das Reengineering und die Inbetriebnahme eines Gerätes dauern rund neun Wochen. Dazu werden die mechanischen, elektrischen und elektronischen Komponenten demontiert und geprüft sowie die Antriebseinheiten mit Reglern, Lasernavigation und Fahrzeugrechner neu aufgebaut.

Ein Vorteil des Retrofit ist das moderne Energiekonzept. Die alten Fahrzeuge waren mit Bleibatterien bestückt, deren automatisches Laden acht Stunden dauerte. Dagegen haben die Retrofit-Fahrzeuge nun eine Lithium-Ionen-Batterie an Bord. Diese sind schnellladefähig und werden über Deckenkontakte von sechs Ladegeräten automatisch geladen. Darüber hinaus haben sie ein geringeres Gewicht, können zwischenzeitlich nachgeladen werden, haben sehr kurze Ladezeiten von nur etwa zwei Stunden.

MLR Gruppe

www.mlr.de; Logimat Halle 7, Stand D41



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