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„Digitalisierung, Arbeit 4.0 und MRK prägen die automatica“

Interview zur automatica 2018 mit Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München GmbH
„Digitalisierung, Arbeit 4.0 und MRK prägen die automatica“

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Welche Trends die automatica 2018 prägen werden, erzählt Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München, im Interview. Er freut sich auf eine florierende Messe: „17 Prozent der Fläche sind von Neukunden gebucht.“

Was sind Ihre Erwartungen für die automatica 2018 bei Aussteller- und Besucherzahlen?

Senger: Die automatica wächst! Wir erwarten insgesamt knapp 900 Aussteller und mehr gebuchte Fläche. Erstmalig wird die Messe sechs Hallen voll belegen. Robotik und Automation spielen im Zuge des globalen Wettbewerbs eine zentrale Rolle für alle produzierenden Unternehmen. Diese positive Entwicklung sowie eine robuste Konjunktur wird der automatica hoffentlich auch auf der Besucherseite Rückenwind bescheren.

Wirkt sich der Rückenwind auch auf die Internationalisierung aus?

Senger: Ja, die automatica wird internationaler. Zur automatica 2018 erwarten wir rund 30 Prozent mehr Aussteller aus dem Ausland. Auch auf der Besucherseite rechnen wir mit einer weiterhin positiven Entwicklung.

Welche neuen großen Aussteller konnten Sie gewinnen?

Senger: Wir freuen uns besonders über die Beteiligung von Siemens und Shenyang SIASUN Robot & Automation aus China. Erstmalig in Europa präsentiert das koreanische Unternehmen Doosan seine kollaborativen Roboter auf der automatica. Neben diesen großen Ständen ist die Anmeldung einer ganzen Reihe von Neukunden aus den unterschiedlichsten Bereichen genauso erfreulich: sei es Sick und Wenglor Sensorik, Canon und Nikon, Stein Automation, Wago Kontakttechnik oder Magazino. Auch Volkswagen oder Kanada mit einem Gemeinschaftsstand sind neu dabei. Insgesamt sind 17 Prozent der Gesamtfläche von Neukunden gebucht.

Und wie entwickelt sich der Servicerobotik-Bereich?

Senger: Der Ausstellungsbereich Servicerobotik setzt die positive Entwicklung fort. Dieses Jahr erwarten wir mehr Aussteller im Vergleich zur Vorveranstaltung. Als Neuaussteller konnten wir beispielsweise Kassow Robotics, GBS – German Bionic Systems, Magazino, Blue Danube, Robotiq, Optoforce, Onrobot, Smart Robotics, Mannesmann Demag und QB Robotics gewinnen – um nur einige zu nennen. Im Servicerobotik Demopark in der Halle B4 können Besucher Serviceroboter hautnah erleben.

Was werden die bestimmenden technologischen Trends der Messe sein?

Senger: Die Digitalisierung in der Fertigung und die Mensch-Roboter-Kollaboration sind die bedeutendsten Trends in der Robotik und Automatisierung. Diese verändern die Anforderungen in der Arbeitswelt. Das wird ein großes Thema auf der automatica 2018 sein. Denn unsere Aussteller leisten mit ihren Innovationen einen entscheidenden Beitrag zur Gestaltung der Arbeit 4.0 – da, wo der Mensch in Zukunft mehr Verantwortung denn je tragen wird.

Wie ist die Mensch-Roboter-Kollaboration auf der automatica 2018 erlebbar?

Senger: Auf der Messe werden verschiedene technologische Aspekte beleuchtet: von der Sensorik über die Greiftechnik und Mechanik bis hin zur Programmierung und Arbeitsteilung. Letztlich ist die Mensch-Roboter-Kollaboration ein wichtiges Thema für alle Aussteller, denn die Kombination aus der Kreativität menschlicher Arbeitskraft und den technischen Fähigkeiten der Roboter schafft viele neue Anwendungsmöglichkeiten.

Steht der Kollege Roboter, der lange ein Forschungsthema war, jetzt vor dem Praxisdurchbruch?

Senger: Der Kollege Roboter ist bereits in der Praxis angekommen. Das werden die automatica-Aussteller durch konkrete Anwendungen zeigen. Die Aufgabe ist jetzt, die smarten Helfer noch intelligenter und flexibler zu machen.

Warum bespielen Sie mit der automatica auch das überall erlebbare Trendthema „Digitale Transformation“?

Senger: Ganz einfach: Weil die Digitalisierung in der Fertigung ein Hauptfaktor für Wettbewerbsfähigkeit und zukünftigen Erfolg ist. Die durchgängige Digitalisierung der gesamten Fertigungskette von Konstruktion über die Produktion bis zum fertigen Produkt macht die Serienfertigung immer flexibler und spart Kosten. Die Digitalisierung ist daher ein zentrales Thema für die automatica. Mit einem eigenen Themenbereich IT2Industry spannt die automatica den Bogen von Robotik und Automatisierung über die Informationstechnologie bis hin zu Cloud Computing und Big Data.

Was erwartet den Besucher im Themenbereich IT2Industry?

Senger: Zu den IT2Industry-Austellern gehören sowohl klassische IT-Anbieter wie Trend Micro, Proalpha oder Spacenet, als auch Unternehmen, die praktische Industrie 4.0/IoT-Anwendungen oder IoT-Plattformen anbieten wie Connyun und Device Insight, Rehbo, Essert, Widasconcepts oder Fabrikado. Auf dem IT2Industry-Forum beleuchten Aussteller, Marktführer, Wissenschaftler und Visionäre in über 40 anwendungsorientierten Fachvorträgen und Diskussionsrunden alle Aspekte rund um Industrie 4.0 und IoT. Außerdem findet der OPC Day Europe 2018 wieder im Rahmen der automatica statt, mit einer Preview auf dem IT2Industry-Forum.

Wie wird Industrie 4.0 auf der Messe erlebbar?

Senger: Industrie 4.0 wird überall auf der Messe ein Thema sein – unsere Innovations- und Zukunftshalle B4, in der unter anderem die IT2Industry platziert ist, wird aber sicher ein besonderer Kristallisationspunkt. In der Halle B4 gibt es zwei Industrie-4.0-Demonstratoren: Mit dem OPC UA Demonstrator präsentiert der Fachverband VDMA Robotik + Automation einen neuen Kommunikations- und Engineering-Ansatz, innerhalb dessen alle Komponenten herstellerunabhängig kommunizieren. Gezeigt wird das ganz konkret in Form einer Anlage, auf der Fidget Spinner live vor Ort montiert werden. Der smart4i Next Generation Demonstrator, initiiert vom Fachverband VDMA Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen, beinhaltet alle relevanten Industrie-4.0-Applikationen – von der Cloud bis zum Sensor. Dabei geht es um die Produktion eines Modellautos.

Arbeit 4.0 ist ebenfalls eines Ihrer Trendthemen: Wie passt so ein eher gesellschaftliches Thema auf eine Technologiemesse?

Senger: Technologischer Fortschritt und gesellschaftliche Veränderungen gehen Hand in Hand. Mit der Digitalisierung und der Mensch-Maschine-Kollaboration wird dieser Zusammenhang noch deutlicher. Das macht eine öffentliche Diskussion notwendig. Und hierzu wird die automatica als Leitmesse der Branche beitragen.

Was zeigt die automatica zur Arbeit 4.0?

Senger: Die automatica bietet alle relevanten Schlüsseltechnologien für die Arbeit der Zukunft. Um einen Vorgeschmack zu geben: Auf der Sonderschaufläche „Der Mensch in der Smart Factory“ des VDMA Robotik + Automation wird die Arbeitswelt 4.0 erlebbar. Dort gibt es Technologie zum Tragen direkt am Körper: als kommunikatives Armband oder Augmented Reality Brille. Es wird gezeigt, wie Mensch und Maschine intuitiv kommunizieren und Arbeitsplätze ergonomischer und interessanter werden als je zuvor.

Messe München GmbH

https://automatica-munich.com


Smarter E: Energie und Elektromobilität

Mit parallel stattfindenden Messen erschließt die automatica Synergien: Parallel zur automatica 2018 finden unter dem neuen Dach The smarter E Europe die beiden Fachmessen Intersolar (Solartechnik) und ees Europe (Batterietechnologie & Energiespeicher) sowie die zwei neuen Energiefachmessen Power2Drive Europe (Ladeinfrastruktur und Elektromobilität) und EM-Power (intelligente Energienutzung in Industrie und Gebäuden) statt. Gerade die Messe Power2Drive, die sich an Zulieferer im Bereich der Elektromobilität richtet, macht den Messeverbund für die Automobilindustrie noch interessanter.


Highlight: automatica Forum

Highlight im Rahmenprogramm der automatica ist das von Automationspraxis organisierte automatica Forum. Die Fachvorträge analysieren Best-Practice-Beispiele, aktuelle Branchentrends und technologische Innovationen. Das automatica Forum bietet dank vertiefender Einblicke in die Produktionsabläufe namhafter Industrievertreter wie BMW, Daimler, VW, DHL, MTU Aero Engines oder Stihl einen wertvollen Knowhow-Transfer rund um das Thema Automatisierung. Ganz besonders im Fokus stehen 2018 unter anderem die Themen Digitale Transformation in der Fertigung und Künstliche Intelligenz (KI) sowie Mensch-Roboter-Kollaboration, Servicerobotik und Arbeit 4.0.

https://automationspraxis.industrie.de/automaticaforum

Bild: Messe München

Investoren-Tag und diverse Kongresse

Der Investoren-Tag Finance Meets Robotics and Automation bietet Investoren, Finanzanalysten und Kapitalbeteiligungsfirmen die Möglichkeit, tiefer in den Markt einzusteigen. Hinzu kommen Formate wie die Start-up-Arena mit Pitch-Vorträgen und der Makeathon.

Darüber hinaus gibt es begleitende Konferenzen und Kongresse: Die Robotik-Konferenz International Symposium on Robotics (ISR) feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Außerdem findet der OPC Day Europe zum zweiten Mal im Rahmen der Messe statt. Neu ist der Automobil Produktion Kongress.


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