Serviceroboter-Einsatzbereiche: Von Logistik und Landwirtschaft bis Einzelhandel und Kundeninformation Automatica 2018 zeigt den Durchbruch der Serviceroboter

Serviceroboter-Einsatzbereiche: Von Logistik und Landwirtschaft bis Einzelhandel und Kundeninformation

Automatica 2018 zeigt den Durchbruch der Serviceroboter

automatica_refills.jpg
Serviceroboter-Forschungsprojekt Refills: futuristische Vision von Robotern in Supermärkten. Bild: Refills
Anzeige

Ob in der Logistik, Landwirtschaft, Medizin, im Einzelhandel oder in der Kundeninformation: Smarte Roboter erobern den Dienstleistungssektor. Die neuesten Entwicklungen in der professionellen Servicerobotik zeigt die automatica vom 19. bis 22. Juni 2018 in München. Neben konkreten Beispielen aus etablierten Bereichen werden auch neue Anwendungsszenarien werden auf der Messe präsentiert.

Der weltberühmte italienische Tenor Andrea Bocelli hatte ernsthafte Konkurrenz um seine prominente Stellung, als der Roboter YuMi von ABB gemeinsam mit ihm auf der Bühne des voll besetzten Teatro Verdi von Pisa auftrat, um das Lucca Philharmonic Orchestra zu dirigieren. „Heute Abend schreiben wir Geschichte – und wir beschreiben die Zukunft der Roboteranwendungen“, sagte Ulrich Spiesshofer, CEO ABB Group. „YuMi beweist, wie intuitiv und lernfähig eine Maschine sein kann, und wie schnell sich eine solche Technik einrichten lässt – innerhalb weniger Tage ist der Roboter in der Lage, ein Orchester zu dirigieren.“

Dies zeigt auch, welche unglaublichen Fortschritte gerade im Bereich der Bedienbarkeit gemacht wurden, sodass der Programmieraufwand bei der Einrichtung insgesamt deutlich zurückgegangen ist. Damit lassen sich Robotersysteme nun erheblich einfacher in vorhandene Teams, Warenlager und sogar in ein Orchester einzufügen.

Dies sind die Schlüsselelemente, deren es bedarf, um Serviceroboter in die Welt der Logistik einzuführen, die den größten Wachstumsbereich der Branche und damit mehr als die Hälfte des Gesamtmarktes ausmacht. Laut der International Federation of Robotics (IFR) hat die Zahl der verkauften Serviceroboter in der Logistik im Jahr 2016 um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

In der Logistik zwingt das Zusammenspiel von steigenden Kundenerwartungen und Personalmangel die Unternehmen dazu, nach Alternativen wie zum Beispiel automatisierter Ware-zu-Person-Kommissioniertechnik zu suchen. Revolutionär ist die Kombination aus mobilen Robotern und Greifarmen. Sie eröffnet auch kleinen und mittleren Betrieben die Anwendung von Robotern in neuen Bereichen. Fortschritte bei der semantischen Zuordnung steigern die Roboter-Performance bei der aktiven Objektsuche und sogar bei solch komplexen Aufgaben wie der Regalbefüllung. Dies macht sich das EU-Projekt Refills (mit Partnern wie dm-drogerie markt, Intel, Kuka und Swisslog) zum Ziel.

Serviceroboter im Medizinbereich gehören zu den teuersten Robotern überhaupt. IFR zufolge wird der Markt in den nächsten vier Jahren um durchschnittlich etwa 25 Prozent pro Jahr wachsen. Das größte Anwendungsgebiet der Medizinroboter sind derzeit chirurgische Systeme. Das größte Potential sehen Fachleute allerdings in Logistiksystemen für Krankenhäuser: Die laufenden Kosten ließen sich damit um bis zu einem Fünftel reduzieren. So ist das Ziel des EU-Projekts Ropod, intelligente und menschenfreundliche automatisierte Fahrzeuge zu entwickeln, um Kostenbedenken und Altlasten in Pflegeeinrichtungen zu überwinden.

Exoskelette erfahren ebenfalls starkes Wachstum. Sie unterstützen Arbeiter ergonomisch bei schwerer körperlicher Arbeit. So bleiben Arbeiternehmer länger gesund und arbeitsfähig – bis zum Renteneintritt. Zu den Vorreitern in diesem Bereich gehören Noonee, Laevo sowie die EU-Projekte SPEXOR und Robo-Mate.

In der Landwirtschaft werden Serviceroboter darauf ausgelegt, im Zusammenspiel mit dem Menschen nachhaltig den Ertrag zu steigern. Die Automatisierung von Ackerbau und Viehzucht nimmt zu. Anwendungsorientierte Projekte wie beispielsweise Mars (Mobile Agricultural Robot Swarms, mobile Feldroboterschwärme) legen Fokus auf kleine intelligente unbemannte Landfahrzeuge, die Bodenverdichtung und Energieverbrauch reduzieren und den Einsatz von Saatgut, Düngemitteln und Pestiziden verringert. Ein anderes EU-finanziertes Projekt, SAGA, entwickelt mit Sensoren ausgerüstete Drohnen, um Landwirten in der Präzisionslandwirtschaft deutlich informiertere Entscheidungen zu ermöglichen.

„Serviceroboter sind längst nicht mehr nur ein Forschungsthema. Im Business-to-Business Bereich bietet eine Vielzahl marktreifer Produkte und Lösungen dem Anwender einen konkreten Nutzen mit einem direkten Geschäftsvorteil“, sagt Klaus Kluger, Geschäftsführer der Omron Electronics für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Europa dominiert dieses Feld und bietet Gelegenheiten für Investitionen, muss aber auch die Interoperabilität und Effektivität der Systeme sicherstellen.

Laut IFR wuchs die Anzahl der verkauften professionellen Serviceroboter im Jahr 2016 um 24 Prozent. Für das kommende Jahr wird eine Steigerung des Absatzes um 17 Prozent und für die Jahre 2018 bis 2020 ein jährliches Plus zwischen 20 und 25 Prozent erwartet. Der Umsatz mit professionellen Servicerobotern weltweit betrug 2016 4,67 Milliarden USD. Das starke Wachstum ermöglicht auch die Entwicklung eines breiten Spektrums an Basistechnologien, wie zum Beispiel Softwarelösungen – das aktuelle Ziel des EU- Projekts RobMoSys.

Gleichzeitig steigt der Bedarf an Mensch-Roboter-Interaktion, zumal Serviceroboter für persönlichen und häuslichen Einsatz an Beliebtheit gewinnen. Schätzungen der IFR zufolge werden bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als 42 Millionen Unterhaltungs- und Haushaltsroboter in unsere Haushalte einziehen. „Zukunftsvisionen zeigen hochkomplexe Haushaltsroboter mit deutlich höherem Nutzen und breiterem Einsatzgebiet“, sagt Martin Hägele, Leiter der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme am Fraunhofer IPA.

Der Ausstellungsbereich Professionelle Servicerobotik auf der automatica 2018 wird die allerneuesten technologischen Entwicklungen für den B2B-Bereich präsentieren. Von Robotern in der Kundeninformation – die von Einzelhändlern und Museen als Informationsanbieter immer mehr genutzt werden – bis zu den neuen Robotern für die Lieferketten und Vertriebszentren des digitalen Zeitalters.

https://automatica-munich.com

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Unsere Dosis Wissensvorsprung für Sie. Jetzt kostenlos abonnieren!

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Alle Webinare & Webcasts

Hier finden sie alle Webinare unserer Industrieseiten

Kalender

Aktuelle Termine für die Automatisierungsbranche

Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de