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Die wichtigsten Roboter-Hersteller in Deutschland und der Welt

Robotik: Anbieter aus Deutschland, Europa und Asien im Überblick
Industrierobotik: Das sind die wichtigsten Roboter-Hersteller weltweit

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Fast drei Millionen Industrieroboter arbeiten in der Fabriken rund um die Welt. Die Riege der Roboter-Hersteller wird von japanischen und europäischen Anbietern dominiert. Ein Überblick über Stärken und Spezialitäten sowie Robotik-Newcomer aus China und Deutschland.

Fanuc: Der gelbe Riese

Der weltweit größte Hersteller von Industrierobotern ist das japanische Unternehmen Fanuc. Fanuc hat weltweit bereits über 600.000 seiner meist gelben Roboter verkauft. In Japan produziert Fanuc seine Roboter in hochautomatisierten Fabriken am Fuße des heiligen Bergs Fuji. Hier bauen Roboter buchstäblich Roboter. Die Roboter-Produktionskapazität bei Fanuc in Japan liegt bei rund 11.000 Industrierobotern pro Monat.

Zudem ist Fanuc führender Hersteller von CNC-Steuerungen und Servomotoren sowie ganzen Bearbeitungsmaschinen. Fanuc-Roboter werden daher häufig bei der Automation von CNC-Maschinen eingesetzt. Und natürlich liefert Fanuc seine Roboter in großer Stückzahl auch an die großen Automobilhersteller.

Vom kleinsten bis zum stärksten Roboter: Als größter Roboter-Hersteller hat Fanuc über 100 Robotermodelle im Angebot: von großen und kleinen Knickarm-Robotern für Handling und Schweißen über Scara- und Delta-Roboter (etwa für die Lebensmittelindustrie) bis hin zu kollaborativen Robotern wie der grüner CR-Serie und dem Leichtbau-Cobot CRX. Auch der weltweit stärkste Roboter kommt von Fanuc: Der Schwerlast Roboter M-2000iA/2300 wuchtet stolze 2,3 Tonnen. Mit dem Roboter-Finder hilft Fanuc bei der Auswahl des passenden Roboter-Modells. Die Deutschland-Zentrale in Neuhausen bei Stuttgart erweitert Fanuc mit einem europäischen Entwicklungszentrum.

Yaskawa: Die blauen Motomänner

Der japanische Konzern Yaskawa ist der zweitgrößte Hersteller von Industrierobotern und hat weltweit 500.000 Roboter im Einsatz. Die meist blauen Roboter werden unter der Marke Motoman angeboten. Yaskawa baut seine Roboter vor allem in Japan, hat aber 2019 in Slowenien eine europäische Roboterfabrik eröffnet. Das Yaskawa-Werk in Slowenien soll etwa 80 Prozent des europäischen Bedarfs an Robotern decken.

Yaskawa hat ebenfalls eine breite Palette an Robotern im Angebot. Diese reichen von großen und kleinen Knickarm-Robotern für Handling und Schweißen über Scara- und Delta-Roboter (etwa für die Lebensmittelindustrie) bis hin zu den kollaborativen Robotern der HC-Serie, die im langsamen kollaborativen Modus arbeiten können aber auch im Highspeed-Industrierobotermodus. Spektakulär ist auch der fast menschenähnliche Yaskawas 2-Arm-Roboter SDA, der als CSDA10F auch in der Laborautomation zum Einsatz kommt.

Eine besondere Spezialität von Yaskawa als Roboter-Hersteller ist auch das Multi-Roboter-Schweißen. Der Yaskawa Konzern stellt zudem Antriebs- und Steuerungstechnik für die Industrie-und Maschinenautomatisierung her und rekalmiert für sich, um das 1970 herum den Begriff „Mechatronik“ erfunden zu haben. Als „Total Solution Provider“ bietet Yaskawa daher seine Roboter auch als Teil einer kompletten Maschinenautomatisierung an. Seit 2012 umfasst das Yaskawa-Portfolio auch Steuerungstechnik und Chip-Lösungen der aufgekauften Vipa GmbH aus Herzogenaurach.

Schwedisch-Schweizer Riese ABB

Der schwedisch-schweizerische ABB Konzern gehört mit rund 400.000 installierten Robotern ebenfalls zu den größten Roboter-Herstellern weltweit und engagiert sich auch stark in China. ABB ist spezialisiert auf kleine und große Knickarmroboter, Scara-Roboter und Delta-Roboter. Mit dem Flexpicker ist ABB ein Pionier bei Delta-Robotern etwa für die Verpackung. Mit dem Cobot Yumi ist ABB zudem ein Pionier der kollaborativen Robotik. Eine Spezialität von ABB sind auch Lackierroboter sowie Roboter für die großen Automobilfabriken.

Da der ABB-Konzern unter anderem auch Industrieautomatisierung anbietet, profitiert ABB Robotics von der Einbettung in die Industrie 4.0-Angebote von ABB, etwa die Ability Cloud Lösungen zur Zustandsüberwachung der Roboter. Mit der Übernahme der österreichischen Maschinenautomationsspezialisten B&R bietet ABB zudem maschinenintegrierte Robotik-Konzepte (etwa für Verpackungsmaschinen) an: Der ABB-Roboter wird hier direkt aus der B&R-Maschinensteuerung angesteuert.

Kuka: Der Pionier aus Augsburg

Die Augsburger Kuka AG ist der größte Roboter-Hersteller aus Deutschland, gehört allerdings seit 2017 zur chinesischen Midea-Gruppe. Die 1898 als Acetylengaswerk in Augsburg gegründete Kuka („Keller und Knappich Augsburg“) hat in der Industrierobotik wichtige Impulse gesetzt, etwa 1973 mit dem Famulus, dem weltweit ersten Industrieroboter mit sechs elektromechanisch angetriebenen Achsen oder 1996 mit der ersten PC-basierten Robotersteuerung sowie 2006 mit dem ersten Cobot LBR, der 20134 zum industrietauglichen Cobot LBR iiwa wurde.

Kukas Roboter kommen in der Automobilindustrie ebenso zum Einsatz wie im deutschem Mittelstand. Kuka bietet in Deutschland vor allem kleine und große Knickarm-Roboter an. In seinem neuen Roboterwerk in China baut Kuka (vor allen für den chinesischen Markt) auch Scara- und Delta-Roboter. Kuka liefert nicht nur Roboter, sondern baut mit Kuka Systems auch ganze Anlagen, etwa für die Automobilkonzerne (Karosseriebau) oder Automotive-Zulieferer (etwa für die Batteriefertigung). In den USA betreibt Kuka Systems in Toledo sogar ein ganzes Werk für Chrysler auf On-Demand-Basis.

Kuka hat mit Zukäufen und Beteiligungen früh einen Fokus auf Digitalisierung gelegt. Zu den Industrie-4.0-Tochterunternehmen gehören Device Insight (IoT) und Visual Components (Simulation). Durch den Zukauf von Swisslog ist Kuka zudem im boomenden Segment Logistik aktiv.

Stäubli: Präzision aus der Schweiz

Die Roboter des Schweizer Stäubli-Konzerns sind besonders präzise. Dafür sorgt die hauseigene Getriebetechnik. Durch die gekapselte Bauweise können die Stäubli-Roboter in Reinräumen und in reinigungsintensiven Umgebungen der Pharma- und Lebensmittelindustrie ebenso eingesetzt werden wie unter extremen Bedingungen.

Stäubli hat 1989 den US-Robotikpionier Unimation zugekauft und 2004 das Scara-Roboter-Geschäft von Bosch Rexroth übernommen. Stäubli bietet vor allem Knickarm-Roboter im unteren und mittleren Traglast-Bereich und Scara Roboter an. Ein besonders schnelles Modell ist der Fast Picker TP80 fürs Pick&Place. Durch die Übernahme der deutschen WFT ist Stäubli im Bereich mobile Robotik/FTS aktiv und bietet mit Helmo („Helfer Montage“) einen selbstfahrenden Roboter.

Cloos: Pionier der Schweißrobotik

Die Carl Cloos Schweißtechnik GmbH aus Haiger ist ein deutscher Pionier der (Schweiß-)Robotik. Die Cloos-Geschichte ist nicht nur eng mit der Entwicklung der Schweißtechnik verbunden, sondern auch mit der Robotik. Ein erster Roboter fand schon in den 70er Jahren den Weg nach Haiger. Seit Mitte der 80er Jahr baut Cloos selbst Schweiß-Roboter mit eigener Steuerung.

Im Sommer 2019 feierte Cloos sein 100-jährige Jubiläum. Im gleichen Jahr haben die Familien-Gesellschafter das Unternehmen Cloos an den chinesischen Robotik-Spezialisten Estun Automation Co. Ltd. verkauft. Estun gehört (neben Siasun, Efort, GSK, STS und Greatoo) zu den größten Roboter-Herstellern aus China (siehe unten).

Omron: Mit Robotik von Adept

Der japanische Omron-Konzern, der bei elektronischen Komponenten und in der Medizintechnik ebenso aktiv ist wie in der Industrieautomation (u.a. Sensoren und Steuerungen), ist 2015 mit der Übernahme des US-Roboter-Herstellers Adept in die Robotik eingestiegen. Omron/Adept bietet vor allem Scara-Roboter, Delta-Roboter und kleine Knickarm-Roboter sowie autonome Mobilroboter an.

Über eine Kooperation mit dem taiwanesischen Techman Konzern ist Omron auch im Cobot Segment aktiv und kombiniert die TM Cobots mit den hauseigenen Mobilrobotern/FTS an. Spektakulär ist der auf Messen gerne gezeigte lernende Tischtennisroboter, der Delta-Robotik, schnelle Steuerungstechnik und Sensorik mit KI-Technologie vereint.

Kawasaki: Im deutschen Mittelstand

In Japan ist der japanische Schwerindustrie-Konzern Kawasaki, der auch für seine Motorräder bekannt ist, in Sachen Robotik eine große Nummer und beliefert die japanische Automobilindustrie mit Robotern. Weltweit zählt sich Kawasaki zu den Top-5 Roboterherstellern.

In Deutschland konzentriert sich Kawasaki stark auf den Mittelstand. Kawasaki bietet vor allem Knickarm-Roboter für kleine, mittlere und große Traglasten, ob fürs Handling, Schweißen, Lackieren oder Palettieren. Spezielle Robotermodelle sind die Medizin- und Pharmaroboter sowie der Doppelarm-Scara Duaro, der auch kollaborativ neben dem Menschen eingesetzt werden kann.

Epson: Mehr als Drucker

Der japanischen Epson-Konzern, bekannt u.a. für seine Drucker, bietet schnelle, kleine Roboter für Prüf- und Montagearbeiten – etwa in der Elektronikindustrie oder für Automotive-Zulieferer. Die Epson-Roboter zeichnen sich durch Präzision, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit aus. Seinen ersten Roboter hat Epson 1980 im Markt eingeführt.

Neben kleinen Sechsachsern stellt Epson vor allem schnelle und präzise Scara-Roboter her: vom günstigen Einsteiger-Scara für unter 10.000 Euro bis zum Highend-Scara-Roboter. Dazu gehört auch der besonders bewegliche Spider-Scara, der einen vollständigen zylindrischen Arbeitsraum bedient, oder der Doppelarm-Roboter Worksense. Insgesamt hat Epson mehr als 300 Scara-Roboter-Varianten im Angebot – mit bis zu 20 kg Tragkraft und auch erhältlich als abwaschbare oder Reinraum-Version.

Comau: Tochter von Fiat

Comau aus Italien gehört zum italienischen Fiat-Konzern und hat seine Stärken daher u.a. in der Automobilindustrie. Comau bietet eine große Bandbreite an Knickarmrobotern für Handling, Schweißen, Palettieren oder Maschinenbeschickung mit Nutzlasten von 3 bis 650 kg. Mit den Aura Modellen ist Comau auch im Bereich kollaborative Robotik aktiv. Zudem bietet Comau mit Mate eigene Exoskelette an, die Mitarbeiter bei schweren Hebetätigkeiten unterstützen. Das Ganze vermarktet Comau als Humanufacturing.

Ebenfalls interessant: Comau ist (abgesehen von der ABB-B&R-Kooperation zur maschinenintegrierten Robotik) der einzige große Roboter-Hersteller, der seine Roboter auch ohne eigenen Steuerung anbietet, damit die Roboter direkt aus externen Steuerungen von Siemens, Keba oder B&R angesteuert werden können.

Mitsubishi: Integriertes Portfolio

Mitsubishi gehört zum japanischen Mitsubishi Konzern und bietet in der Robotik vor allem kleinere Knickarm- und Scara-Robotermodelle für Montageaufgaben an. Laut eigenen Angaben hat Mitsubishi das breiteste Portfolio bis 70 kg Traglast. Dabei profitieren Mitsubishis Roboter auch von der Integration in das Automatisierungsportfolio von Mitsubishi Electric, etwa die umfassende IQ-Steuerung. Im Bereich Kollaboration bietet Mitsubishi den Cobot Melfa Assista an.

Denso: Tochter des Automobilzulieferers

Denso Robotics gehört zum großen japanischen Automobilzulieferer Denso Corporation. Die Denso Kleinroboter kommen in den eigenen Denso Fabriken zum Einsatz. Die Roboterpalette umfasst vor allem kleine Knickarm-Roboter und Scara-Roboter für Pick&Place oder Montage. Auch der Cobot Cobotta für die Mensch-Roboter-Kollaboration ist Teil des Produktportfolios bei Denso Robotics.

Nachi: Erstausstatter von Toyota

Auch Nachi ist ein großer Konzern aus Japan und gehört in Sachen Robotik in Japan zu den großen Playern: Nachi ist dort beispielsweise Roboter-Erstlieferant bei Toyota. Nachi hat ein breites Portfolio mit Roboter von drei bis 700 Kilogramm Traglast (ein 1,4 Tonnen Roboter wurde speziell für Toyota gebaut).

In Europa positioniert sich Nachi mit den kleineren MZ-Robotern auch für Nicht-Automotive-Branchen, etwa in der CNC-Maschinenbeladung. Hier hilft Nachi Robotics, dass man im Konzern neben Rollenlagern und Hydraulik auch CNC-Werkzeuge wie Bohrer, Fräser und Räumnadeln im Portfolio hat. Neben der Be- und Entladung von Maschinen adressiert Nachi in Europa auch die Kunststoff-Branche, Verpackung oder Labore.

Yamaha: Scaras im Fokus

Yamaha ist ein großer japanischer Mischkonzern, der neben Motorrädern und Motoren sowie Generatoren, Pumpen, SMT-Bestückungsautomaten auch Roboter anbietet. Neben Linear-Robotern und Achssystemen stellt Yamaha kleine Knickarm-Roboter und vor allem Scara-Roboter für Pick&Place und Montage her. Die Industrieroboter von Yamaha werden in der eigenen Produktion sowie in der Halbleiterfertigung und in der Montage von Elektronikprodukten, Haushaltsgeräten oder Automobilkomponenten eingesetzt. Eine Spezialität von Yamaha ist auch ein einfaches, in die Robotersteuerung integriertes Vision-System.

Hyundai: Robotics aus Südkorea

Im Konzert der japanischen und europäischen Hersteller spielt mit Hyundai Robotics auch ein Südkoreaner mit. Hyundai Robotics ist Teil der koreanischen Hyundai Heavy Industries Gruppe, mit mehr als 25.000 Mitarbeitern u.a. der größte Schiffbauer der Welt. Hyundai Robotics startete 1984 mit der Produktion von Schweißrobotern. Mittlerweile fertigt Hyundai verschiedene Arten von Industrierobotern. 2018 vereinbarte Hyundai Robotics eine strategische Partnerschaft mit der Augsburger Kuka AG. In Ismaning hat Hyundai Robotics seine erste Niederlassung in Deutschland eröffnet. Mit dem Standort in der Nähe von München will der südkoreanische Roboter-Hersteller zum einen seine Kooperation mit koreanischen Autobauern in Osteuropa festigen und zum anderen neue europäische Kunden gewinnen.

Doosan: Cobots im Fokus

Ein weiterer Robotik-Player aus Südkorea ist der Hersteller Doosan Robotics, der zum Mischkonzern Doosan gehört. In der Industrie ist Doosan auch als Hersteller von CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen bekannt. Doosan Robotics bietet seit 2018 eine ganze Familie an kollaborativen Robotern an. In Deutschland werden die Doosan Cobots von GLM Werkzeugmaschinen vertrieben.

Spannende Newcomer aus Europa

Neben den etablierten Roboter-Herstellern aus Asien und Europa gibt es in Europa eine Reihe von Newcomern, die gerade Deutschland einige Bedeutung erlangt haben:

Universal Robots: Dänischer Cobot-Pionier

Der dänische Cobot-Pionier Universal Robots wurde 2005 in Odense gegründet und hat sich mit seinen einfach bedienbaren, kollaborativen Robotern (Cobots) einen Namen gemacht. Inzwischen hat Universal Robots über 50.000 Cobots verkauft, die Lasten zwischen 3 und 16 Kilogramm tragen können und wegen ihrer einfachen Bedienung auch in nicht-kollaborativen Anwendungen (etwa zur Maschinenbeladung) eingesetzt werden. Rund um seine Roboter hat Universal Robots ein Ökosystem aus Partnern (UR+) aufgebaut, die passende Roboter-Zusatzprodukte wie Greifer, Kameras etc. anbieten. Seit 2015 gehört Universal Robots zum US-Konzern Teradyne.

Fruitcore: Die Horst-Macher vom Bodensee

Mit dem einfach bedienbaren und kostengünstigen Industrieroboter Horst hat sich der deutsche Newcomer Fruitcore Robotics aus Konstanz schnell einen Namen in Deutschland gemacht. Die Horst Familie umfasst drei Modelle, die von 3 kg bis 10 Kilogramm tragen können. Zielanwendungen sind Maschinenbeladung und Zuführaufgaben, Pick&Place bis zur Palettierung/Logistik. Der kleine Horst ist auch in einer Laborversion erhältlich und kostet um die 10.000 Euro.

Igus: Low-Cost aus Köln

Mit seiner Erfahrung im Bereich Motion Plastics baut der Kölner Kunststoff-Spezialist Igus ein Low-Cost-Robotik Geschäft auf. Dazu gehören Knickarmroboter, Delta-Roboter und kartesische Roboter/Portale. Ziel von Igus ist ein Knickarm-Roboter für nur 1000 Euro.

Über die Online-Plattform RBTX.com will Igus für kleine und mittlere Unternehmen den Einstieg in die Robotik einfach und preisgünstig gestalten. Anwender können sich dort mit wenigen Klicks eine eigene Low-Cost-Roboterlösung zusammenstellen. Die Roboter stammen aus dem Igus-Low-Cost-Portfolio aber auch von Drittanbietern wie Fruitcore oder Dobot/Variobotic.

Chinesische Roboter-Hersteller

Der Robotermarkt in China ist der mit Abstand größte Absatzmarkt für Industrieroboter weltweit. Neben großen internationalen Roboter-Hersteller aus Japan und Europa (wie ABB, Fanuc und Kuka) ruft das chinesische Robotikpotenzial zunehmend auch einheimische Roboter-Hersteller auf den Plan, die als Robotiklieferanten künftig auch den europäischen Markt ins Auge fassen dürften.

„Chinesische Hersteller von Industrierobotern sind allerdings im Vergleich zu den global führenden Herstellern verhältnismäßig klein und haben dadurch nach wie vor Kostennachteile beim Einkauf von Schlüsselkomponenten“, berichtet China-Experte Georg Stieler, der mit der Stieler Technologie- & Marketing-Beratung die chinesische Automationsindustrie sehr genau kennt. Der kumulierte Marktanteil der chinesischen Roboter-Hersteller in China pendelte nach Stielers Schätzung in den letzten drei Jahren stets zwischen 25 und 35 Prozent.

Wer sind nun die größten chinesischen Roboter-Hersteller? Georg Stieler zählt auf:

Siasun: Umsatzprimus

  • Siasun ist mit einem Umsatz von 2,75 Mrd. Renminbi (RMB) der nach Umsatz größte chinesische Roboter-Hersteller. „Die Mehrachsroboter des Staatskonzerns sieht man in Fabriken allerdings eher selten. Klassische Schwerlast-AGVs für die Automobilbranche und den Verteidigungssektor machen über 30 Prozent des Umsatzes aus“, erläutert Georg Stieler.

Efort: Zukäufe in Italien

  • Efort: Die Stärken von Efort (1,27 Mrd. RMB) liegen laut Georg Stieler insbesondere in Anwendungen in den Bereichen Metallbearbeitung und Lackierung. Zum Ausbau seiner Kompetenzen hat Efort mehrere ausländische Automatisierungsunternehmen erworben, z. B. W.F.C. (ein italienischer Systemintegrator für die Automobilindustrie), Robox (ein italienischer Anbieter von Motion-Control-Systemen), Evolut (ein italienischer Systemintegrator) und CMA (ein italienischer Roboter-Hersteller).

GSK: Mit Werkzeugmaschinen-Know-how

  • GSK ist einer der führenden chinesischen Hersteller von elektronischen Steuerungen für Werkzeugmaschinen und war aufbauend auf diesen Kompetenzen auch einer der ersten chinesischen Hersteller von Industrierobotern“, weiß der China-Experte. Neben seinen eigenen Steuerungen baut GSK auch Servo-Motoren für den CNC-Bereich.

Estun: der Cloos-Käufer

  • Estun ist ein führender chinesischer Hersteller von Industrierobotern, Servos und Steuerungssystemen. Georg Stieler: „Gemessen an seinen einheimischen Pendants verfügt Estun damit über eine relativ hohe Wertschöpfungstiefe.“ In den vergangenen fünf Jahren konnte Estun durch Zukäufe im In- und Ausland sowohl seine technologische Kompetenz wie auch seinen Marktzugang ausbauen. Besonders interessant: Im August 2019 erwarb Estun den deutschen Schweißroboter-Pionier Carl Cloos Schweißtechnik für 196 Mio. Euro. Seit 2017 betreibt Estun ein R&D Center in Italien und tritt auch unter dem eigenen Namen auf Messen auf.

STS: Zentral verwaltet

  • STS wurde gemeinsam von Sinomach, Dongguang STS und der South China University of Technology gegründet. „Sinomach ist ein staatliches Konglomerat, das direkt von der Zentralregierung verwaltet wird“, erläutert Georg Stieler.

Greatoo: Intelligentes Equipment

  • Greatoo bietet neben Industrierobotern, Steuerungen und Reduziergetrieben auch Integrationsdienstleistungen, hydraulische Vulkanisierer und andere Fertigungsanlagen an. Im Jahr 2016 erwarb das Unternehmen 44 Prozent an OPS Ingersoll, einem Spezialisten für Funkenerosion. 2017 wurde eine Niederlassung in Belgien gegründet, um die Expansion in Europa voranzutreiben.

Mehr zum Thema Industrierobotik:

https://automationspraxis.industrie.de/industrierobotik/


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