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GMG: Innovativer Robotergreifer aus Kunststoffgleitlagern von Igus

Mit drei Fingern greifen und via Vakuum ansaugen
Hand als Vorbild: Innovativer Robotergreifer aus Kunststoffgleitlagern von Igus

Ein multifunktionaler Langarmgreifer von GMG kann Teile mit drei Fingern in einen Karton heben und dann mit einem Vakuumgreifer eine Pappe darüberlegen. Kunststoffgleitlager von Igus spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Mit seiner 1991 gegründeten Gesellschaft für modulare Greifersysteme GMG ist Mohsen Saadat auf innovative Robotergreifer spezialisiert. „Innerhalb weniger Jahre ist es uns gelungen, nach dem Vorbild der menschlichen Hand leichte und flexible Greifersysteme für Roboter und Automatisierungsanlagen zu entwickeln“, sagt Saadat stolz. Zum Einsatz kommen die Greifer, die bis zu sechs einzeln bewegbare Finger und teilweise über 100 Gelenke haben, um Kfz-Räder in der Automobilindustrie zu handhaben, in Abfüllanlagen Säcke beim Befüllen aufzuhalten oder zur Verpackung von Wurst und Käse in der Lebensmittelindustrie.

Besonders stolz ist Saadat auf sein multifunktionales Langarmgreifersystem. Warum multifunktional? Weil der Greifer in der Lage ist, Bauteile wie Bremsscheiben mit drei Fingern zu packen, in Kisten zu stellen und anschließend mit einem Vakuumgreifer eine Schicht Schutzpappe darüberzulegen – ohne einen Werkzeugwechsel. „Bei diesem Greifersystem dient ein auf kreative Art und Weise konstruierter biege- und torsionssteifer Turm als langer Arm des Greifers“, erklärt Saadat. „Je nach Aufgabe kommen aus diesem Turm Greifelemente heraus, die Bauteile mechanisch aufnehmen oder dünne und instabile Teile wie Pappen ansaugen. Nach verrichteter Arbeit ziehen sich die Greif- und Saugelemente dann in den Turm zurück.“

Welche Lager sind geeignet?

Eine der Herausforderungen bei der ausgefeilten Konstruktion war es, passende Lager für die beweglichen Metallkomponenten des Greifers zu finden, etwa für die Fingergelenke. Denn diese Lager müssen reibungsarm, abriebfest, wartungs- und schmiermittelfrei sowie leicht zu montieren sein. Der Einsatz klassischer Wälzlager schied aus. „Wälzlager sind geeignet für dauerhafte Rotationsbewegungen, erfordern die Fertigung genauerer Passungen und bringen eine aufwendige Montage sowie Demontage mit sich.“

Daher entschied sich Saadat für Gleitlager aus Hochleistungskunststoffen von Igus. „Wir setzen seit 1991 auf Igus-Gleitlager. Deswegen war von vornherein klar, dass die Polymerlager auch im multifunktionalen Langarmgreifer zum Einsatz kommen. Zu diesen Lagern gibt es in der Automatisierungstechnik für uns so gut wie keine Alternative“, so Saadat.

Kompakt und schmiermittelfrei

GMG verwendet für den Langarmgreifer Gleitlagerbuchsen aus dem Allrounder-Polymer Iglidur G in unterschiedlichen Abmessungen, teilweise mit Bund. „Die Varianten mit Bund verwenden wir als Axiallager. In Kombination mit Radiallagern werden Trag-Stütz-Lagerungen in O- und X-Anordnung möglich. Eine sehr feine Sache für gehobene Konstruktionen“, betont Saadat, der darüber hinaus die kompakte Bauweise der Lager schätzt.

„Bei der großen Vielfalt unserer Greifersysteme mit so vielen Gelenken wäre ohne Gleitlager von Igus die derart kompakte Gestaltung keines unserer Produkte denkbar gewesen.“ Vorteilhaft sei auch, dass die Polymerlager im Vergleich zu vielen klassischen Metalllagern leicht, korrosionsfrei und wartungsfrei sind, da sie dank integrierter Festschmierstoffe einen Trockenlauf ohne einen einzigen Tropfen Schmieröl ermöglichen. „Das ist eine ganz wichtige Eigenschaft. Denn wir könnten unseren Kunden unmöglich zumuten, dass sie den Greifer regelmäßig schmieren müssen.“

Im multifunktionalen Greifer von GMG kommen übrigens auch Linearbuchsen der Serie Drylin R (RJM-01–16) zum Einsatz, die eine kontrollierte und sichere Linearbewegung des Greifergestänges ermöglichen Saadat: „Die Igus-Lager überzeugen uns immer wieder, daher werden wir auch in Zukunft auf die Iglidur Polymere setzen.“

Igus GmbH

Spicher Str. 1a

51147 Köln

https://www.igus.de


Nahezu kein Verschleiß nach 200.000 Zyklen

Die Polymerlager von Igus sind so robust, dass die Lager im Idealfall ein Greiferleben von rund 30 Jahren überdauern. Wie verschleißfest die Lager sind, beweist auch ein Test im hauseigenen Labor von Igus. Hier traten die Polymerlager einen Wettstreit gegen klassische Metalllager an. Beide Lagertypen schwenkten auf einer gasnitrierten St52-Stahlwelle – mit einer Belastung von 30 MPa und einer Geschwindigkeit von 0,01 Metern pro Sekunde. „Bei den Metalllagern war die Gleitschicht bereits nach 60.000 Zyklen verschlissen“, sagt Stefan Loockmann-Rittich, Leiter des Geschäftsbereichs Iglidur Gleitlager. „Die Gleitlager der Serie Iglidur G hingegen zeigten auch nach 200.000 Zyklen nahezu keine Verschleißspuren.“


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