Neuer World Robotics Report der IFR

World Robotics Report der IFR: China schwierig, Cobot wenig

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Laut World Robotics Report der International Federation of Robotics (IFR) hat der globale Robotik-Markt im Jahr 2018 einen neuen globalen Rekordverkaufswert von 16,5 Milliarden US-Dollar erreicht. Weltweit wurden 422.000 Roboter ausgeliefert – ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. IFR prognostiziert für 2019 eine Wachstumspause auf dem Rekordniveau von 2018, erwartet aber von 2020 bis 2022 ein durchschnittliches Wachstum von 12 Prozent pro Jahr.

„Wir haben 2018 eine dynamische Entwicklung mit neuem Umsatzrekord gesehen, auch wenn die Haupt-Roboterkunden – die Automobil- und Elektronikindustrie – ein schwieriges Jahr hatten“, sagt Junji Tsuda, Präsident der International Federation of Robotics. Angesichts der aktuellen Unsicherheiten für die Weltwirtschaft sei es bemerkenswert, dass die Marke von 400.000 Roboterinstallationen pro Jahr weltweit überschritten wurde, so Junji Tsuda.

Investitionen in China sinken

Asien ist laut IFR der weltweit größte Industrieroboter-Markt. Im Jahr 2018 ergab sich für die drei größten asiatischen Märkte allerdings ein differenziertes Bild: Die Investitionen in China und Korea gingen zurück, während die Investitionen in Japan deutlich zunahmen. Insgesamt wuchs Asien um ein Prozent. Die Roboterinstallationen im zweitgrößten Markt Europa stiegen um 14 Prozent. In Amerika erreicht die Wachstumsrate ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

74 Prozent der globalen Robotikinstallationen 2018 entfallen auf die fünf Hauptmärkte: China, Japan, die Vereinigten Staaten, Republik Korea und Deutschland. China bleibt mit einem Anteil von 36 % der Gesamtinstallationen größter Industrieroboter-Markt. Im Jahr 2018 wurden rund 154.000 Einheiten installiert. Das ist ein Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als die Anzahl der installierten Roboter in Europa und Amerika gesamt.

Chinesische Roboteranbieter steigerten ihren Marktanteil in China um 5 Prozentpunkte auf 27 %. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit der chinesischen Politik, einheimische Hersteller zu fördern. Die Installationen ausländischer Roboterlieferanten (einschließlich der in China von nicht-chinesischen Lieferanten produzierten Einheiten) sanken dagegen um 7 % auf rund 113.000 Einheiten. Dieser Rückgang ist auch auf eine Abschwächung der Automobilindustrie zurückzuführen.

Der Roboterabsatz in Japan stieg um 21 % auf rund 55.000 Einheiten – der höchste Wert, den das Land je erreicht hat. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 17 % seit 2013 ist für einen Markt mit einer bereits hoch automatisierten Industrieproduktion wie Japan bemerkenswert, so die IFR. Japan ist der weltweit führende Industrieroboterhersteller und lieferte 2018 insgesamt 52 % des weltweiten Absatzes.

Die Roboterinstallationen in den USA stiegen das achte Jahr in Folge auf einen neuen Höchststand und erreichten rund 40.300 Einheiten im Jahr 2018. Das sind 22 % mehr als 2017. Bei den jährlichen Roboterinstallationen haben die USA die Republik Korea vom dritten Platz abgelöst.

Deutschland ist der fünftgrößte Robotermarkt weltweit und die Nummer eins in Europa, gefolgt von Italien und Frankreich. Im Jahr 2018 stieg die Zahl der verkauften Roboter um 26 % auf fast 27.000 Einheiten – ein neuer Rekord. Angetrieben werden die Robotik-Installationen in Deutschland hauptsächlich von der Automobilindustrie.

Robotereinsatz nach Branchen

Ohnehin ist die Automobilindustrie nach wie vor der weltweit größte Anwender von Robotern mit einem Anteil von fast 30 % am Gesamtangebot. Nach einem sehr starken Jahr 2017 mit einem Anstieg der Installationen um 21 % wurde dieses Niveau gehalten und 2018 leicht um 2 % erhöht. Investitionen in neue Automobilproduktionskapazitäten und in die Modernisierung haben die Roboter-Nachfrage beflügelt.

Die Elektro- und Elektronikindustrie stand kurz davor, die Automobilindustrie als wichtigsten Kunden für Industrieroboter im Jahr 2017 zu ersetzen. Im Jahr 2018 ging die weltweite Nachfrage nach elektronischen Geräten und Komponenten jedoch deutlich zurück. Roboterinstallationen in der Elektro- und Elektronikindustrie sanken daher um 14 % von ihrem Höchststand mit rund 122.000 Einheiten im Jahr 2017 auf 105.000 Einheiten im Jahr 2018.

Die Metallindustrie und der Maschinenbau etablierten sich als drittgrößte Robotik-Kundenindustrie. Im Jahr 2018 machten Installationen 10 % der Gesamtnachfrage aus. Sowohl Hersteller von Metallprodukten (ohne Automobilteile) als auch Hersteller von Industriemaschinen haben in den letzten Jahren erheblich in Roboter investiert. Die Installationen stiegen 2018 auf rund 43.500 Einheiten. Das ist ein Prozent weniger als im Rekordjahr 2017 (44.191 Einheiten).

Roboter für den kollaborativen Einsatz

Der Report World Robotics 2019 analysiert erstmals den Markt für kollaborative Industrieroboter (Cobots). Trotz der sehr starken medialen Aufmerksamkeit für diese Roboter ist die Anzahl der installierten Einheiten mit einem Anteil von nur 3,24 % immer noch sehr gering. Im Jahr 2018 waren das weniger als 14.000 von mehr als 422.000 installierten Industrierobotern. Im Vorjahr waren es rund 11.100 Cobot-Einheiten. Von 2017 bis 2018 stiegen die jährlichen Installationen von Cobots um 23 %.

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