Interview: Ulrich Kromer (Messe-Stuttgart), Ulrich Hermann (Bundesverband MF) „Wir lasten die verfügbare Fläche von 31 500 Quadratmetern komplett aus“ - Automationspraxis

Interview: Ulrich Kromer (Messe-Stuttgart), Ulrich Hermann (Bundesverband MF)

„Wir lasten die verfügbare Fläche von 31 500 Quadratmetern komplett aus“

Messe-Stuttgart-Chef Ulrich Kromer (l.) und Ulrich Hermann, Präsident des Bundesverbands Modell- und Formenbau
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Über die Perspektiven und über die Ausrichtung der neuen Stuttgarter Werkzeug- und Formenbau-Messe Moulding Expo (5. bis 8. Mai 2015) sprechen Messe-Stuttgart-Chef Ulrich Kromer von Baerle und der Präsident des Bundesverbands Modell- und Formenbau, Ulrich Hermann.

Die Messelandschaft für die Werkzeug-, Modell- und Formenbaubranche hat sich in den letzten Monaten stark verändert. Welche zukünftige Rolle sehen Sie hier für die Moulding Expo?

Hermann: Wir sehen die Moulding Expo als belebendes Element einer extrem dynamischen Branche. Wir sind davon überzeugt, dass sich diejenigen Messeplätze dauerhaft etablieren werden, denen es gelingt, ihr jeweiliges Profil zu schärfen und Ausstellern wie Besuchern attraktive Angebote zu machen.
Wieviel Aussteller erwarten Sie?
Kromer: Die drei avisierten Messehallen 4, 6 und 8 sind mit über 600 Ausstellern belegt. Wir werden eine komplette Auslastung der verfügbaren Fläche von insgesamt 31 500 Quadratmetern haben. Und was mich besonders freut: Rund ein Drittel aller Anmeldungen kommen aus dem Kernbereich des Metiers, sind also Werkzeugmacher oder Modell- und Formenbauer. Kein Wunder, wir sind hier in Stuttgart in einem Automobil-Cluster und in einem der größten Konsumgütermärkte Europas. Daher gibt es in Süddeutschland auch eine sehr hohe Dichte an Werkzeug-, Modell- und Formenbau-Betrieben. Über 20 Prozent der Unternehmen, die im Mai ihre Innovationen zeigen, kommen aber auch aus dem Ausland. Den größten Anteil unter diesen 26 Nationen nehmen Portugal, Italien, die Schweiz, Frankreich und die USA ein.
Haben Sie Bedenken, dass die Moulding Expo eine Zuliefermesse für den Werkzeug-, Modell- und Formenbau wird? Wie schafft man es, dass tatsächlich die Kunden der Unternehmen aus der Werkzeug-, Modell- und Formenbaubranche kommen?
Hermann: Die Moulding Expo gliedert sich in zwei Ausstellungsbereiche: Es gibt den klassischen Modell-, Formen- und Werkzeugbau mit Spritzgieß-, Umform-, Druckguss- und Gießerei-Werkzeugen, Lehren- und Vorrichtungsbau, der sehr anwenderorientiert ist. Und es gibt einen Bereich Hersteller und Systeme für die Branche. Um eine Balance zu finden, von denen Aussteller und Besucher gleichermaßen profitieren, wird es also immer wieder darauf ankommen, möglichst viele Modell-, Formen- und Werkzeugbauer als Aussteller zu gewinnen. Dann kommen auch deren Kunden. Dazu will auch der Bundesverband Modell- und Formenbau mit seinem Gemeinschaftsstand einen Beitrag leisten.
Kromer: Die Moulding Expo hat hier einen klaren Themenfokus und ein klares Nutzenversprechen. Der Werkzeug-, Modell- und Formenbauer steht dabei im Mittelpunkt des Messeprogramms – sei es mit begleitenden Fachveranstaltungen wie dem Einkäuferforum Werkzeuge des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik sowie den drei Vortragsforen oder mit dem Moulding-Expo-Infostand bei den parallel in der Halle 9 stattfindenden Azubi- und Studientagen. Dieses Rahmenprogramm und viele weitere Besonderheiten haben wir über die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Branchenverbänden erarbeitet. Umso akribischer beschäftigen wir uns auch damit, dass die Veranstaltung gerade die Kunststoffverarbeiter sowie die Blechumformer und die Stanzer aus allen Ländern anzieht – diejenigen also, von denen die Unternehmen der Branche schließlich ihre Aufträge erhalten. Denn der Erfolg wird sich nur dann einstellen, wenn Aussteller und Besucher gleichermaßen zufrieden sind.
Welche Rolle spielen Automatisierung und Digitalisierung auf der Moulding Expo?
Kromer: Automatisierung bei Losgröße eins ist mit Sicherheit ein sehr großes Thema für viele Werkzeugmacher, um maximale Maschinenauslastung zu erreichen, Kosten zu sparen und dadurch preislich wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber auch um mit Themen wie fehlenden Fachkräften umzugehen, sind unter dem Stichwort mannlose Fertigung Handling- und Automatisierungssysteme in den Unternehmen angekommen. Auf der Moulding Expo werden auch interessante Werkzeugkonzepte in vernetzten Systemen zu sehen sein, so zum Beispiel ein Forschungsprojekt der FH Schmalkalden: In einem eingebetteten Diagnosesystem (EDS) eines 2K-Spritzgießwerkzeugs laufen die Daten aus 14 Sensoren zusammen. Solche Systeme zur Überwachung von Prozessparametern können auch zum Gehirn des Werkzeugs werden und Daten der Erstabmusterung, der letzten Änderung, aber auch Schusszahlen oder die Luftfeuchtigkeit bei der Lagerung des Werkzeugs dokumentieren.
Und wie stehen Sie zur Rapid.Area der Messe Erfurt und zu der parallelen Messe Control der Schall-Gruppe?
Hermann: Sehr positiv. Das Thema Generative Fertigungsverfahren ist in der Branche zwar nicht neu, hat aber weiterhin enormes Entwicklungspotenzial. Und Qualitätssicherung ist ja nicht nur in der Fertigung ein wichtiges Thema, es spielt auch im Modell-, Formen-, Werkzeug- und nicht zuletzt im Lehrenbau eine zentrale Rolle. Daher sind beide Veranstaltungen sinnvolle Ergänzungen zur Moulding Expo. Wir hoffen darauf, dass sie genauso wie das von der Landesagentur für Leichtbau BW mitgetragene Schwerpunktthema rund um Gewichtsreduktion – ohne die Elektromobilität übrigens undenkbar ist – dazu beitragen, ein breites Interesse an einem Besuch in Stuttgart Anfang Mai 2015 zu wecken.
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