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„Lebenslanges Lernen wird noch entscheidender“

Mark Braun, Head of Talent Acquisition & Learning Management, Siemens Industry
„Lebenslanges Lernen wird noch entscheidender“

Mark Braun, Head of Talent Acquisition & Learning Management, Siemens Sector Industry: „Facharbeiter sind für unsere Werke unverzichtbar“
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Warum das lebenslange Lernen zukünftig ein noch entscheidenderer Erfolgsfaktor für Unternehmen wird, wie auch kleine Mittelständler im Kampf um die immer rarer werdenden Fachkräfte mithalten können und ob es künftig mehr Studenten als Azubis gibt, das erläutert Mark Braun, Human Ressources-Spezialist im Industriebereich bei Siemens.

Wie wird sich das Berufsbild des Ingenieurs im Zuge der Digitalisierung der Fertigung wandeln?

Braun: Weiterhin wird es darum gehen, innovative Lösungen für die Aufgaben der Kunden zu finden. Durch die Digitalisierung werden sich ganz neue Möglichkeiten auf diesem Wege erschließen – der 3D-Druck oder Industrie 4.0 sind hier sicherlich gute Beispiele. Mit diesen Möglichkeiten kommt natürlich auch eine neue Form der Komplexität, die es in Zukunft für Ingenieure zu beherrschen gilt. Dies wird aus meiner Sicht die Herausforderung werden.
Was bedeutet das für das Anforderungsprofil? Wird IT-Kompetenz eine wachsende Rolle spielen?
Braun: Kernkompetenz ist und bleibt aus meiner Sicht die Fähigkeit, Technik zu durchdringen und Verbesserungen zu realisieren. Hierbei ist die IT-Kompetenz sicherlich eine Schlüsselfähigkeit, ohne die sich die oben beschriebene Komplexität nicht mehr beherrschen lässt.
Die deutschen Ingenieure sind EU-weit die ältesten. Wie schafft man es, sie für die rasanten Änderungen in der Produktionswelt fit zu machen, wenn sie zugleich Mangelware sind und im Betrieb dringend gebraucht werden?
Braun: Lebenslanges Lernen wird zukünftig ein noch entscheidenderer Erfolgsfaktor für Unternehmen werden – dies gilt für erfahrene Mitarbeiter ebenso wie für Neueinsteiger. Bei Siemens unterstützen wir hierbei unsere Mitarbeiter aktiv durch unsere internen Weiterbildungsanbieter – von Produktschulungen bis hin zu verhaltensbasiertem Lernen, zum Beispiel das Führen ohne disziplinarische Verantwortung. Unterstützt wird dies durch verschiedenste Lernmethoden, Präsenskurse, E-Learning, Social Media. Einmal jährlich wird im Gespräch mit der Führungskraft Bilanz gezogen, um längerfristige Kompetenzlücken gar nicht erst entstehen zu lassen.
Was können kleinere Mittelständler anbieten, um im Wettbewerb um Ingenieure mit den großen, attraktiven Arbeitgebern mithalten zu können?
Braun: Zukünftig werden sich Talente noch bewusster als heute für ihren Arbeitgeber entscheiden. Neben den Beschäftigungsbedingungen werden (Führungs-)Kultur und Arbeitsinhalte eine noch größere Rolle spielen. Hier wird sich derjenige mit dem überzeugendsten Gesamtpaket durchsetzen.
In Deutschland gibt es mittlerweile mehr Studenten als Auszubildende. Wird sich das weiter verstärken – zu Lasten des Angebots an Facharbeitern?
Braun: Im Rahmen unserer betrieblichen Ausbildung bilden wir mittlerweile auch verstärkt Bachelor im dualen System aus. Dennoch sind Facharbeiter für unsere Werke unverzichtbar. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch gerade hier die Anforderungen an die Kompetenzen ständig steigen. Auch zukünftig gilt es hier, die richtige Balance zu finden.
Aber werden es nicht die Facharbeiter-Jobs sein, die zunehmend durch Automatisierung, Servicerobotik et cetera wegfallen werden?
Braun: Seit der industriellen Revolution gibt es diese Entwicklungen und dadurch bedingte Veränderungen. Ingenieure haben bisher immer dafür gesorgt, dass bessere Dinge an die Stelle der Guten getreten sind. Bildung und Kompetenz sind gute Voraussetzungen, diese Weiterentwicklung aktiv zu gestalten.
„Ingenieure haben immer dafür gesorgt, dass bessere Dinge an die Stelle der Guten getreten sind“
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