Der Markt ist insgesamt noch jung und sehr fragmentiert Service-Roboter sollen billiger werden

Der Markt ist insgesamt noch jung und sehr fragmentiert

Service-Roboter sollen billiger werden

Martin Hägele: „Die Wirtschaftlichkeit wird nur zum Teil durch die Investitionskosten für den Roboter bestimmt.“
Anzeige
Neben Sicherheit und Zuverlässigkeit sind die Kosten ein zentrales Thema für Service-Roboter, so das Fazit von Schunks vierten Expert Days on Service Robotics.
„Der Markt für Service-Roboter insgesamt ist noch jung und sehr fragmentiert: In rund 200 Einsatzgebieten sind rund 300 Firmen aktiv, 60 Prozent davon sind Start-ups“, erläutert Dr. Amos Albert, Spezialist für autonome Systeme und Robotik bei der Robert Bosch GmbH.
Als vergleichsweise reif bewertet er den Bereich der Heimassistenten für einen Aufgabenzweck wie Rasenmähen oder Staubsaugen sowie Logistik-Roboter für Unternehmen, während Feld-Roboter und vor allem persönliche Assistenten noch in einem recht frühen Stadium steckten.
Daher dürfte es noch viele Jahre dauern, bis sich in der Serice-Robotik eine arbeitsteilige Wertschöpfungskette mit OEM-Herstellern, Tier-1- und Tier-2-Zuliefereren sowie Anwendungsspezialisten ausbildet, so Albert. Als Hemmnisse für einen Durchbruch sieht der Bosch-Experte die Faktoren Robustheit und Sicherheit sowie Kosten.
Professor Henrik Christensen, Inhaber des Kuka Chair of Robotics an der US-Hochschule Georgia Tech, nickt: „Allzu häufig ist bei den bisherigen Entwicklungen der Markt ignoriert worden.“ Lösungen seien zwar technologisch ausgereift, für reelle Anwendungen jedoch zu teuer. Christensen plädiert daher für einen Wechsel zu markt- und preisorientierten Entwicklungen. Nur so könnten Service-Roboter ihre Märkte erschließen. Für Haushaltsroboter seien 200 bis 300 Dollar realistisch, im Gesundheitswesen liege die Kostengrenze bei rund 10 000 Dollar. Derzeit kostet Schunks Service-Robotik-Arm der jüngsten Generation rund 20 000 bis 25 000 Euro – und Kukas Leichtbau-Roboter rund das Doppelte.
Allerdings dürfe man bei allen Forderungen von „High-Tech für Low-Cost“ nicht alleine auf den Preis der Roboterkomponenten schauen, ergänzt Martin Hägele, Abteilungsleiter Robotersysteme, Fraunhofer IPA: „Die Wirtschaftlichkeit wird nur zum Teil durch die Investitionskosten für den Roboter bestimmt.“ Vielmehr sei eine umfassende Wirtschaftlichkeitsrechnung der Anwendung von Nöten. Kostenpotenziale müssten oft an Stellen gehoben werden, die vorher gar nicht offensichtlich waren, wie nicht vernachlässigbare Aufwände für die Einrichtung, Programmierung und Instandhaltung. Hägele verweist auf eine bald verfügbare BMBF-Studie, die genau diese Wirtschaftlichkeitsfragen in Bezug auf den Service-Roboter-Einsatz systematisch untersucht.
„Um Kosten zu senken, müssen die Softwareentwicklung und die Integration günstiger werden“, ergänzt Professor Alois Knoll von der TU München. Zudem seien flexible, schnelle und spezialisierte Systemintegratoren nötig, die für Mittelständler zugeschnittene Services liefern. Und Knoll rät zu konkreten Anwendungsfällen: „Wir brauchen industrietaugliche Demonstratoren.“ Dafür soll unter anderem das EU-geförderte Projekt Echord (European Clearing House for Open Robotics Development) sorgen, das Forschung und vor allem mittelständische Firmen zusammenbringen soll.
Ein Projekt ist Kanman, in dem der Service-Roboter-Einsatz für den Materialfluss in einer Kanban-organisierten Produktion untersucht wird. Beteiligt an dem Projekt ist Greifspezialist Schunk, der nicht nur Robotertechnik liefert, sondern auch seine eigene Fertigung als Versuchsfeld zur Verfügung stellt. „Mit unserer Kanban-orientierten Fertigung und kleineren Losgrößen sind wir ein idealer Anwender für flexible Automation in der Intralogistik“, bekräftigt Christopher Parlitz, Manager Service Robotics bei Schunk. „Bislang wird bei uns der Materialfluss von einer Bearbeitungsstation zur nächsten manuell abgewickelt.“
http://expertdays.schunk.com
Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Unsere Dosis Wissensvorsprung für Sie. Jetzt kostenlos abonnieren!

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Alle Webinare & Webcasts

Hier finden sie alle Webinare unserer Industrieseiten

Kalender

Aktuelle Termine für die Automatisierungsbranche

Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de