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Roboter handelt Koffer am Flughafen

Mit der Software Dual Check Safety wird die Interaktion zwischen Bediener und Roboter sicher gestaltet
Roboter handelt Koffer am Flughafen

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Für den Stuttgarter Flughafen hat Aberle Robotics eine Gepäckverladeanlage konzipiert. Kernstück ist ein hängend montierter Roboter, der mit Bildverarbeitung und einem eigens entwickelten Greifer 90 Prozent des Gepäckaufkommens verladen soll.

„Wir versuchen das Kofferhandling zu optimieren, Kosten einzusparen, aber bei allem das Personal nicht aus den Augen zu verlieren“, betont Winfried Geiger, Geschäftsführer Aberle Robotics. Um die Gepäckverladung flexibel zu automatisieren, hat das Unternehmen daher für die bestehende Gepäck-Sorter-Anlage am Stuttgarter Flughafen eine Lösung entwickelt, die im hybriden Betrieb die Flexibilität des Menschen erhalten, ihn zugleich aber beim Handling schwerer Gepäckstücke entlasten soll.

Die technische Konfiguration wird weitgehend durch Standardeinheiten bestimmt. Zentrales Element ist ein Top Mount Loader, ein hängend an einer Verfahrschiene montierter, sechsachsiger Fanuc-Roboter des Typs M-710iC/70T mit einer Traglast von 70 kg. Je nach Verfahrachse ergibt sich für den Roboter ein nahezu beliebig langer Arbeitsbereich.
Ein Laserscanner in der logistischen Vorsortierung nimmt Maß an den Gepäckstücken. Auf Basis dieser Erkennung erfolgt eine Vorsortierung. Die Gepäckstücke, ob groß oder klein, ob weiche Tasche oder harter Koffer, werden über unterschiedliche Förderstrecken an mehreren Abnahmepositionen für den Roboter bereitgestellt. „90 Prozent des Gepäckaufkommens sollen und können automatisiert verladen werden“, schätzt Geiger.
Der Rest wird manuell auf die Gepäckwagen verladen. Genau an dieser Stelle, dem Gepäckwagen, arbeiten Mensch und Roboter in der gleichen Zone. Deshalb setzt Aberle Fanucs Software Dual Check Safety (DCS) ein. Mit deren Hilfe kann die Interaktion zwischen Bediener und Roboter sicher gestaltet werden. Zu den Grundfunktionen gehören sicherer Nothalt sowie Überwachung von Position und Geschwindigkeit des Roboters.
Eine nützliche Eigenschaft: Mit Hilfe der Software lassen sich virtuelle Arbeitsräume für jede Achse des Roboters definieren und die damit erzeugten „shape models“ sicher überwachen. Damit bleibt der Arbeitsraum des Roboters begehbar – eine unabdingbare Voraussetzung für das reibungslose Gepäckverladen im kombinierten Betrieb.
Für eine entscheidende Funktion hat die Schwesterfirma Aberle Automation einen Teil der Bildverarbeitung geliefert. Damit lassen sich auf Basis der gescannten Gepäckstücke Modelle für die optimale Beladung eines Gepäckwagens erstellen. Nur: Individuelle Gepäckstücke zu identifizieren, ist die eine Sache, sie zu greifen, eine andere. Um einen möglichst großen Anteil an Gepäckstücken tatsächlich greifen zu können, hat Aberle zusammen mit IPR ein Greifsystem entwickelt, das einen Großteil der Gepäckstücke behutsam, aber sicher handhaben kann.
Aberle Robotics kann damit eine platzsparende Gepäckhandling-Lösung flexibel in das existierende Ground-Handling integrieren. Die technische Voraussetzung für die Integration hat sich das Unternehmen inzwischen patentieren lassen. Ein erstes Projekt wird nach dem Stand der Dinge im Terminal 4 des Stuttgarter Flughafens realisiert. Interessiert sind an der Lösung derzeit auch die Flughäfen München und Bangkok.
Aberle Robotics GmbH www.aberle-robotics.com
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