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Robotermarkt China: Fanuc baut Führung aus

Chinesische Robotikfirmen drängen nach Europa
Fanuc baut Roboter-Marktführerschaft in China aus

Trotz Lockdown und wirtschaftlicher Schwächen hat sich der Roboterabsatz in China, dem größten Robotermarkt der Welt, im 1. Halbjahr 2022 überraschend gut behauptet. Das berichten die China Experten der Stieler Technologie- & Marketing-Beratung. Die weltweite Roboter-Nummer-1 Fanuc konnte auch in China ihre Pole-Position ausbauen, während Kuka und ABB vom Lockdown in Shanghai ausgebremst wurden. Und Obacht: Chinesische Roboterhersteller sind auf dem Vormarsch, vor allem in modernen Bereichen wie Mobilroboter und Cobots.

Hauptnachfragetreiber für die Robotik in China im ersten Halbjahr 2022 war laut Geschäftsführer Georg Stieler der Aufbau von Produktionskapazitäten im Bereich Elektromobilität und Batterien, während die Roboterinvestitionen im Elektronikbereich etwas unter Projektverzögerungen und Produktionsverlagerungen in andere Teile Asiens gelitten haben.

Konkret erreichte der Absatz von Industrierobotern im 1. Halbjahr 2022 in China eine Zahl von 114.612 Einheiten, ein Rückgang um 3,5 % im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr. „Gründe für den leichten Rückgang waren in erster Linie der Lockdown in Shanghai im April und Mai sowie starke Verkäufe einiger Unternehmen im 2. Quartal 2021“, erläutert Georg Stieler. Ursprünglich war sogar ein stärkerer Einbruch erwartet worden. „Dieser ist aber aufgrund außerordentlich positiver Zahlen beim Marktführer Fanuc nicht eingetreten“, berichtet Stieler.

„Spektakuläres zweites Quartal bei Fanuc“

Der weltweit größte Roboterhersteller Fanuc konnte seine dominierende Position auf dem chinesischen Markt weiter ausbauen. Stieler: „Das japanische Unternehmen Fanuc, das in China in einem Jointventure mit dem Staatskonzern Shanghai Electric operiert, hat nach einem schwachen Q1 ein spektakuläres Q2 hingelegt.“

Während Fanuc seine Roboter ausschließlich in Japan baut, waren andere internationale Schwergewichte vom erneuten Corona-Lockdown in China betroffen. „Der strenge Lockdown in Shanghai von Anfang April bis Juni 2022 beeinträchtigte die Produktion und den Betrieb von ABB, Kuka und UR“, berichtet Stieler. Nach Stielers Auswertung hatte Kuka aber trotzdem ein insgesamt starkes erstes Halbjahr, der Umsatz von ABB dagegen ging zurück.

Kuka leidet unter Lockdown in Shanghai

„Da mit Kuka und ABB zwei der vier führenden Hersteller vom Lockdown in Shanghai betroffen waren, ist der Umsatz mit Knickarm-Robotern nur geringfügig angestiegen“, fasst Stieler zusammen. Die am schnellsten wachsenden Robotertypen im ersten Halbjahr 2022 in China waren dagegen Autonome Mobile Roboter (AMRs) und Scara-Roboter.

Vor allem die Scara-Roboter profitieren vom anhaltenden Kapazitätsaufbau in den Bereichen Elektrofahrzeuge und Lithium-Ionen-Batterien. Lokale Branchenexperten halten bei Scaras auch künftig jährliche Wachstumsraten von 15 bis 20% für möglich. „Der chinesische Scara-Hersteller Inovance könnte dann bis 2025 die führende Position in diesem Segment einnehmen“, so Stieler.

Auch in anderem Robotersegmenten sieht Stieler chinesische Hersteller mehr und mehr auf dem Vormarsch: etwa HIK und Geek+ bei AMRs oder Aubo, Jaka und Elite bei Cobots. Dafür sorge nicht zuletzt die politische Förderung: So listet der 14. Fünfjahresplan zur Entwicklung intelligenter Fertigung des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) „automatisierte Fertigungslösungen, Industriesoftware, 5G, IIoT, intelligente Schweißroboter, mobile Roboter und Cobots“ als besonders förderungswürdig auf.

Chinas Ziel: Umsatzwachstum von mehr als 20% pro Jahr

Stieler verweist zudem auf den 2. Fünfjahresplan für die Roboterindustrie in China. „Dieser soll helfen, bis 2025 zu einem führenden globalen Akteur in der Robotik zu werden. Der Plan zielt auf ein Umsatzwachstum von mehr als 20% pro Jahr für die chinesische Robotikindustrie ab.“ Die chinesische Regierung möchte daher die Innovationsfähigkeit der Branche verbessern und Restrukturierungsbemühungen und Fusionen unterstützen, um wettbewerbsfähigere Akteure zu schaffen.

„Auch wenn viele der Ziele in diesen Plänen nicht neu sind und möglicherweise nicht rechtzeitig erreicht werden, müssen sowohl Unternehmen als auch politische Entscheidungsträger außerhalb Chinas die Herausforderung durch die chinesische Robotikindustrie ernst nehmen“, warnt Stieler. „Insbesondere chinesische Hersteller von Cobots und mobilen Robotern nehmen auch andere Regionen ins Visier, weil sie hoffen, hier höhere Erträge als in ihrem hart umkämpften Heimatmarkt erzielen zu können. Mittel für die internationale Expansion waren daher stets ein Thema bei den letzten Finanzierungsrunden.“

www.stieler.co


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