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„Corona-Krise eröffnet neue Chancen für die Servicerobotik“

Interview: Dr.-Ing. Werner Kraus, Fraunhofer IPA
„Corona-Krise eröffnet neue Chancen für die Servicerobotik“

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Roboter für das Gesundheitswesen – etwa Pflege-, Desinfektions- oder Reinigungs-Roboter – werden von den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie profitieren. Das sagt Dr.-Ing. Werner Kraus, Leiter der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme am Fraunhofer IPA.

Sie sind als IPA eine Innovationsschmiede rund um Robotik und Automation. Wie beeinflusst das Coronavirus gerade Ihre Arbeit?

Kraus: Wir beobachten eine stärkere Nachfrage nach Technologien für die Laborautomatisierung. Aber auch Serviceroboter für die Pflege wie unser intelligenter Pflegewagen zur besseren Unterstützung des Personals wecken viel Interesse. Natürlich ist auch die Reinheit einer Produktionsumgebung ein wichtiges Thema im Corona-Kontext. Dabei geht es auch darum, Robotersysteme entsprechend dem Hygienic Design umzusetzen, damit keine Querkontaminationen entstehen.

Gewinnt denn die Robotik in Laborautomation und Krankenhaus an Bedeutung?

Kraus: Deutlich wird jetzt natürlich, welch eklatanter Personalmangel im Gesundheitswesen herrscht. Die Corona-Krise eröffnet hier sicher neue Chancen für die Servicerobotik. Serviceroboter können Pflegepersonal entlasten und zur Pflegequalität auch unter schwierigen Bedingungen wie demographischer Wandel, hohe Personalfluktuation, viele Krankheitstage beitragen. Serviceroboter für das Gesundheitswesen, also beispielsweise für den Pflegekontext oder Desinfektions- und Reinigungsaufgaben, werden Gewinner der Erfahrungen mit der Corona-Pandemie sein.

Wie helfen denn Serviceroboter in Pflege und Krankenhaus?

Kraus: Am Fraunhofer IPA sind in diesem Kontext mehrere autonom navigierende Roboter z.B. für die Unterstützung des Personals, Stichwort Warentransport, oder die Interaktion mit Pflegebedürftigen oder Kranken – etwa für Telepräsenz und Infotainment insbesondere auch in Zeiten von Quarantäne – entstanden. Zudem haben wir am IPA den mobilen Laborroboter Kevin entwickelt. Sein Ziel ist, das Personal durch Ad-Hoc-Automatisierung in bestehender Laborinfrastruktur zu entlasten. Desinfektionsroboter anderer Hersteller werden bereits eingesetzt und spielen jetzt natürlich ihre Vorteile aus, indem sie das Ansteckungsrisiko für alle Beteiligten senken.

Gewinnt auch die Digitalisierung an Bedeutung?

Kraus: Die gewinnt sicher generell an Bedeutung. Ich gehe aber nicht davon aus, dass Corona jetzt die digitale Revolution auslösen wird. Ich beobachte, dass sich im Gesundheitswesen noch Medienbrüche zeigen, wie wir sie im Produktionsumfeld durch Industrie 4.0 immer mehr überwinden. So werden beispielsweise noch immer Corona-Infektionsfälle über Fax gemeldet, was zu Verzögerungen von bis zu fünf Tagen führen kann. Die Digitalisierung könnte hier bedeutend helfen und Prozesse beschleunigen.

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme

www.ipa.fraunhofer.de


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