Startseite » News »

Automatisierung schaltet auf Grün

Auf Komponentenebene ist wenig zu erreichen: Viel wichtiger ist die Gesamtkonzeption von automatisierten Anlagen
Automatisierung schaltet auf Grün

Die Hersteller von Automatisierungstechnik positionieren sich als „Wegbereiter neuartiger Lösungen“. Die Photovoltaik ist dafür eine der Vorzeigebranchen
Anzeige
Green Automation – diese strategische Initiative haben VDMA und Fraunhofer IPA zusammen mit der Messe Automatica ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Die Automatisierung soll sowohl selber grüner, als auch zum Türöffner für umweltfreundliche Technologien generell werden.

„Pneumatikkomponenten mit minimalem Druckluftverbrauch, Greifer und Roboterarme aus Leichtbautechnik oder Software zur Planung energieoptimierter Bahnen für Robotersysteme“, nennt Thilo Brodtmann, Geschäftsführer beim VDMA-Fachverband Robotik + Automation, als Beispiele für ressourcenoptimale Automatisierung. „Wichtig ist aber, dass die Ressourceneffizienz über den gesamten Lebenszyklus betrachtet wird.“ Der VDMA werde daher zur Automatica 2010 ein software-gestütztes Tool zur Berechnung der Lebenszykluskosten vorstellen.

Auch Dieter Westerkamp, Geschäfts-führer der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA), fordert einen ganzheitlichen Blick: „Drehzahlgeregelte Antriebe werden zwar zukünftig sehr viel öfter zu finden sein. Dies sind aber auch die einzigen Komponenten, bei denen sich in der Automatisierung richtig etwas einsparen lässt.“ Viel wichtiger sei das Zusammenwirken der Komponenten, sprich die Gesamtkonzeption automatisierter Anlagen. „Von Anfang an, also schon bei der Planung, ist ein Konzept zum energieoptimalen Anlagenbetrieb zu erstellen“, betont Westerkamp.
Klar ist aber: Die Energieoptimierung ist das Thema, das der Mess-und Automatisierungstechnik in den nächsten drei Jahren die größten Impulse gibt, wie auch eine GMA-Umfrage belegt. „Die Automatisierer haben also eine Aufgabe“, so Westerkamp. Zumal die Automation als grüner Türöffner schlechthin gilt. Westerkamp: „Ohne Automation ist Energieeffizienz nicht zu erreichen: Green – nur mit Automation.“
Brodtmann will daher mittels Robotik und Automation ressourcenschonenden Technologien generell zum Durchbruch verhelfen. „Die Hersteller von Automatisierungstechnik sind mit ihrer Engineering-Kompetenz die Enabler neuartiger Lösungen, die grüne Produkte überhaupt erst möglich und bezahlbar machen.“
Als Beispiel verweist Brodtmann auf die Solarproduktion, in der Roboter, Montagetechnik und industrielle Bildverarbeitung die Herstellungskosten bereits substanziell senken konnten. „Die Automatisierungstechnik bringt die Photovoltaik ihrem Ziel näher, Strom zu wettbewerbsfähigen Konditionen zu erzeugen.“
Brodtmann hält Automation auch im Bereich E-Mobility für nötig: „Wer hat schon darüber nachgedacht, wie er an einer Stromtankstelle die Batterien des Elektroautos wechselt? Diese sind doch viel zu schwer, um das von Hand zu erledigen.“ Da Batterien zudem in verschiedenen Automodellen anders befestigt sein dürften, können Serviceroboter hier also eine wichtige Hilfe sein. Darüber hinaus sind für moderne Batteriegenerationen moderne automatisierte Fertigungsstraßen notwendig. Auf der Automatica 2010 soll eine Sonderschau viele solcher Beispiele aus Photovoltaik, Leichtbau und E-Mobility zeigen.
Allerdings: Viele Automatisierungsanwender betrachten das Thema derzeit doch noch eher pragmatisch, wie Hans-Ulrich Witschel, Leiter Vertrieb Deutschland bei Festo, berichtet. „Aktuell fordern noch bei weitem nicht alle Kunden mit dem Kauf einer Fertigungsanlage eine Energieverbrauchsangabe.“ Zwar gewinne das Thema Energieeffizienz an Bedeutung, jedoch würden die Maschinenanwender die Instandhaltungskosten insgesamt betrachten: „Und dazu zählen eben auch Kosten durch Verschleiß und Wartung.“
Special Energieeffizienz Seiten 7/8
Anzeige
Aktuelle Ausgabe
Titelbild Automationspraxis 2
Ausgabe
2.2021
LESEN
ABO
Schlagzeilen
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Kalender

Aktuelle Termine für die Automatisierungsbranche

Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de