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Airskin-Schutzhaut macht Kuka-Industrieroboter zum Cobot

Sensible Schutzhaut für Agilus- und Cybertech-Roboter
Airskin macht Kuka-Roboter zum Cobot

Mit seiner Roboterschutzhaut Airskin bläst Blue Danube Robotics aus Wien jetzt zur Deutschland-Offensive. Dabei hilft auch eine strategische Partnerschaft mit Kuka.

Autor: Armin Barnitzke

Die Airskin von Blue Danube Robotics ist eine weiche, druckempfindliche Schutzhaut, die jeden Industrieroboter in einen sicheren Cobot verwandelt. Dr. Walter Wohlkinger, Gründer von Blue Danube Robotics: „Der Kunde kann dank Airskin mit seinem gewohnten Roboterhersteller arbeiten sowie die Stärken der Industrierobotik wie Traglast, Geschwindigkeit, Reichweite, Präzision und Langlebigkeit nutzen und dennoch platzsparende, schutzzaunfreie Applikationen nach der ISO/TS 15066 umsetzen.“

Dabei arbeitet die Airskin mit Luftdruck: In der mit Luft gefüllten Roboterschutzhülle sitzen Sensoren, die auch geringste Änderungen des Luftdrucks (beim Zusammenstoß mit einem Menschen oder Hindernis) detektieren und den Roboter über eine zweikanalige Sicherheitssteuerung stoppen. „Die Haut schlägt bereits bei Kräften von nur 5 Newton an“, betont Wohlkinger. Die weichen Airskin-Module bedecken den gesamten Roboter und dämpfen bei Kollision. Damit können wir mit Industrierobotern mit Airskin auch viel schneller im kollaborierenden Betrieb fahren als dies mit Cobots mit harten Metalloberflächen der Fall ist.

Neben herstellerspezifischen Projekten (beispielsweise hat Stäubli auf Basis der Schutzhaut den TX Touch Cobot entwickelt) bietet Blue Danube Robotics die Airskin seit 2018 auch als fertiges Produkt an und will dieses nun verstärkt in den deutschen Markt tragen – vor allem auch über den Partner Kuka. „Unsere strategische Kooperation mit Kuka ist ein weiterer wichtiger Schritt, um unsere innovative Roboterschutzhaut Airskin am deutschen Robotik-Markt weiter voranzubringen“, so Wohlkinger. „Wir haben zwei Airskin-Versionen für die Agilus-Roboter und die Cybertech-Roboter entwickelt und fokussieren uns aktuell auf das Palettieren.“ Damit deckt man einen Traglastbereich von 10 kg (Agilus) bis 20 kg (Cybertech) ab. Eine Ausweitung des Angebots auf die Iontec-Roboter mit bis zu 70 Kilogramm ist in Planung, verrät Wohlkinger.

Im Cobot-Preisrahmen

Preislich könne man damit im Cobot-Segment mithalten, betont Wohlkinger: „Wir bieten die Airskin zu 30 Prozent des Roboterpreises an.“ Damit liegt eine Kombination aus Kuka Agilus und Airskin zwischen 30.000 und 40.000 Euro und damit im Preisrahmen bekannter Cobot-Modelle. Wohlkinger: „Die Airskin zielt also vor allem auf Kunden, die sich für schutzzaunfreie Cobot-Applikationen interessieren, aber dabei auf bewährte Robotermodelle setzen wollen bzw. für Kunden die mehr Performance benötigen.“

Michael Reimer, Business Development Manager Advanced Robotics bei Kuka, stimmt zu: „Mit Airskin als Add-on-Lösung können schutzzaunlose Roboteranwendungen mit bewährten Kuka-Industrierobotern zu interessanten Konditionen umgesetzt werden. Dabei sind weder Reichweite noch Traglast grundsätzlich für Airskin-Anwendungen nach oben limitiert. Dies könnte insbesondere für Anwender interessant sein, die bereits Kuka-Roboter im Einsatz haben und diese beispielsweise nachrüsten wollen.“

Wichtige Einsatzgebiete sehen Blue Danube Robotics und Kuka beim Palettieren, bei Handling und Pick&Place, bei der Inspektion oder bei der Montage (etwa bei Automobilzulieferern). Dabei betrachtet Blue Danube Robotics aber nicht nur die Roboter, sondern die Applikation als Ganzes. „Wir sichern auch den Greifer oder den Schrauber ab.“ Daher gibt es fertige Airskin-Schutzhaut-Varianten auch für Schmalz-Vakuum-Sauggreifer, für Schrauber von Stöger oder Onrobots, für Kameras von Sick und Cognex sowie für Greifer von Schunk, Onrobot, Robotiq oder Weiss Robotics.

„Trotz der allgegenwärtigen Herausforderungen haben wir gemeinsam mit unserem Partner Blue Danube Robotics sowie unseren weltweit agierenden Kollegen im Vertrieb und unserem Engineering sehr gute Fortschritte erzielen können“, sagt Reimer. Aktuell arbeite Kuka bereits mit Kunden sowohl aus dem Bereich Automotive als auch aus dem Bereich der General Industry an der Realisierung konkreter Projekte. „Erfreulich ist, dass die Anfragen nicht nur aus Europa, sondern aus sämtlichen Industrie- und Schwellenländern kommen. Dies unterstreicht das hohe Interesse an smarter und schutzzaunloser roboterbasierter Automation.“

Blue Danube Robotics GmbH

https://www.airskin.io

Kuka AG

www.kuka.com


Airskin-Agilus vs. LBR iiwa: Welcher Roboter eignet sich wo?

Mit dem Cobot LBR iiwa ist Kuka ein Vorreiter bei Cobots und adressiert nun also auch mit der Airskin die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter: Aber wofür eignet sich welcher Roboter? „Sowohl der KR Agilus mit Airskin als auch der LBR iiwa verfügen über eine Kollissionsdetektion. Das bedeutet, dass eine Berührung eine unverzügliche Stoppreaktion des Roboters zur Folge hat“, erläutert Michael Reimer, Business Development Manager Advanced Robotics bei Kuka. Dennoch richten sich beide Ansätze an unterschiedliche Einsatzgebiete

  • Mit der Airskin als Add-on-Lösung können schutzzaunlose Roboteranwendungen mit bewährten Kuka Industrierobotern zu interessanten Konditionen umgesetzt werden. Dabei sind weder Reichweite noch Traglast limitiert und Geschwindigkeiten im kollaborativen Betrieb bis zu 1 m/sec möglich.
  • Wenn die Applikation jedoch ein gewisses Feingefühl erfordert (z. B. Getriebemontage), so ist der LBR iiwa zu empfehlen. Der LBR iiwa verfüge über eine einzigartige Nachgiebigkeitsregelung, so dass der LBR iiwa beispielsweise mit konstanter Kraft auf ein Bauteil drücken oder mit einer Kraftschwingung Getriebeteile montieren können, so Reimer.

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