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Yuanda Robotics und sein Yu: Ein intelligenter Cobot und seine Gründer

Hannoveraner Robotik-Start-up mit chinesischem Partner
Yuanda Robotics und sein Yu: Ein intelligenter Cobot und seine Gründer

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Intuitive Bedienung verknüpft mit Hightech: Als Gewinner des Robotics Award 2020 präsentierte sich Yuanda Robotics aus Hannover kürzlich auf dem Robotics-Kongress unseres Schwestermagazins Industrieanzeiger. Das steckt hinter dem intelligenten Cobot Yu.

Braucht die Welt wirklich noch einen neuen Roboter? Diese Frage stellte sich auch das Yuanda-Gründerteam an der Universität Hannover. Ja, befanden Prof. Dr. Tobias Ortmaier, Dr. Jens Kotlarski und Matthias Dagen nach einer umfangreichen Marktrecherche: Die Welt braucht tatsächlich einen neuen Roboter, nämlich einen smarten Cobot, der Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz (KI) und smarte Bildverarbeitung gleich mit an Bord hat und zugleich kinderleicht zu bedienen ist wie ein Smartphone.

Ihren schlauen Cobot tauften die Yuanda-Gründer ‚Yu‘, eine Kurzform des englischen Wortes ‚You‘. „Aufgrund seiner menschenähnlichen Sinne wie Sehen, Fühlen und Verstehen ist Yu mein perfekter Partner, weil er als Cobot nicht nur in meinem Umfeld sicher arbeiten kann, sondern eine echte Unterstützung ist. Denn bei unserem Roboter braucht man keine Schulung“, versichert Yuanda-CEO Jens Kotlarski. Wer eine Mail mit dem Handy verschicken könne, der könne auch Yu in ein industrielles Umfeld einbinden.

In der Praxis verbindet sich der Nutzer mit dem Roboter über eine Browser-Applikation. Auf dem Startbildschirm sind Applikationen wie Handhabung oder Qualitätssicherung in Form von Kacheln zusammengefasst. Durch Anklicken wird das Gerüst für ein Grundprogramm bereitgestellt, das dann schrittweise verfeinert wird. Die Software nimmt den Nutzer vom Start weg an die Hand und führt ihn visuell durch den Prozess.

Einfache Bedienoberfläche

Mit dieser intuitiven Oberfläche adressiert Yuanda vor allem Robotikeinsteiger und Mittelständler, die eine große Variantenvielfalt bewältigen müssen. „Wir bieten dem Anwender ein System, das er ohne Expertenwissen wirtschaftlich nutzen kann“, verspricht Kotlarski. „Wir sprechen den Mitarbeiter an, der heute zum Beispiel die CNC-Maschine bedient und künftig in der Lage sein soll, unseren Roboter zu bedienen.“

Besteht allerdings der Wunsch, Funktionen zu erweitern, lassen sich die Python-basierten, grafischen Programmierelemente eigenständig erweitern. Yu bietet Experten sogar die Möglichkeit, gänzlich eigene Befehle in Python zu erstellen. Darüber hinaus bietet die integrierte OPC-UA-Schnittstelle erfahrenen Anwendern Zugang zu fast allen Roboterparametern und -funktionen.

Für Sicherheit sorgen dabei zwei redundante Positions- und zwei Drehmomentsensoren in jeder Achse, also insgesamt 24 Datenlieferanten. So lassen sich Kräfte entlang der kompletten Roboterstruktur ermitteln und dabei feinfühlig und vor allem schnell erkennen. Zudem kann der Anwender den Roboter gefahrlos an die Hand nehmen, führen und ihm zeigen, was er tun soll.

KI und Kamera mit an Bord

Am Endeffektor trägt Yu eine smarte Kamera. Auch hier war es den Entwicklern wichtig, dass sich der Nutzer um nichts kümmern muss. So kann sich der Roboter ohne weiteres Zutun an einer Maschine lokalisieren. Oder er erkennt, wo Objekte in seinem Arbeitsraum liegen. Zudem lässt sich über das maschinelle Auge auch eine Qualitätssicherung betreiben. Solche Funktionen sind zwar aus der klassischen Robot-Vision-Technik lange bekannt. Aber beim Yu muss der Anwender nur einen Knopf drücken, um dem Roboter zu zeigen, was er machen soll. „Die komplette Parametrierung läuft im Hintergrund und das ist einzigartig“, bestätigt Kotlarski. Um die komplexen Bildverarbeitungs-Algorithmen, die im Roboter ablaufen, muss sich der Anwender nicht kümmern.

Damit der Roboter das Gesehene und Gefühlte auch versteht, sind KI-Funktionalitäten erforderlich, die üblicherweise auf einem externen Server laufen. Yu dagegen trifft seine Entscheidungen selbst. Dazu haben die Yuanda-Gründer alles dafür Nötige in den Roboter gepackt: Der Cobot hat einen eigenen KI-Kern und ist damit laut den Yunda-Machern derzeit der einzige Cobot, der ein integriertes Modul für das maschinelle Lernen zur Laufzeit zur Verfügung stellt.

Mit dieser Kombination aus Hightech und intuitive Bedienung haben Kotlarski und seine Mitstreiter ehrgeizige Ziele: In diesem Jahr sollen bereits die ersten 350 Roboter verkauft werden und 2022 1.000.„In fünf Jahren wollen wir zu den besten fünf Anbietern im Cobot-Markt gehören und das bedeutet 15 Prozent Marktanteil.“

Yuanda Robotics GmbH

Carl-Buderus-Str. 7

30455 Hannover

Tel. +49 511 89810600

Mail: info@yuanda-robotics.de

www.yuanda-robotics.de


Der Robotics Award 2020: Autostore und Yaskawa auf Platz 2 und Platz 3

Auf dem zweiten Platz beim Robotics Award 2020 landete Autostore mit der Weiterentwicklung seines Cube Storage Systems, ein roboterbasiertes Lager-, Transport- und Kommissioniersystem. Das Roboter-Modell B1 ist nur noch halb so groß wie der Vorgänger R5 und zudem schneller. Im Schnitt bringt der B1 20 % mehr Leistung gegenüber dem R5.

Den dritten Platz 3 belegte Yaskawa Europe mit seiner patentierte Air Grip Lösung zum roboterbasierten Handling von Getränke-Flaschen. Die Lösung umfasst nicht nur den Roboter, sondern auch Greifer, Manipulator, Robotersteuerung, SPS, Bedienfeld und Frequenzumrichter. Die Zelle ist auf einer mobilen Plattform montiert und kann so schnell in Betrieb genommen oder bei Bedarf mit einem Stapler umgesetzt werden.


Hannover meets China: Das Beste aus zwei Kulturen

Yuanda Robotics ist ein klassisches Spin-off aus der Hochschulwelt: Die drei Gründer stammen aus der Robotik-Forschung der Leibniz-Universität Hannover. Der Durchbruch für den smarten Roboter „Made in Hannover“ kam 2017, als der chinesische Industriekonzern Yuanda Aluminium Industry Group aus Shenyang auf die Roboterexperten aufmerksam wurde, eine siebenstellige Summe investierte und mit den drei Hannoveranern die Yuanda Robotics GmbH gründete.

„Deutsche Ingenieurskunst trifft auf chinesische Dynamik“ lautet der Slogan der Robotik-Macher aus Hannover. Die Aufgaben sind klar geteilt: Die Hannoveraner kümmern sich um Entwicklung, Technik, Marketing, Planung und Strategie. Aus China kommt finanzielle Unterstützung und Hilfe beim Produktionsaufbau.


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