Interview: Volker Spanier, Head of Robotic Solutions bei Epson Europe „Just-enough-Scara spricht neue Käuferschichten an“

Interview: Volker Spanier, Head of Robotic Solutions bei Epson Europe

„Just-enough-Scara spricht neue Käuferschichten an“

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Wie Epson seine Marktführerschaft bei Scara-Robotern verteidigen will, erläutert Robotik-Chef Volker Spanier. Mit abgespeckten Just-enough-Varianten will er auch im Lowend preislich gegen Achssysteme antreten.

Autor: Bernhard Foitzik

Der Scara-Markt wächst, daher drängen eine Menge neuer Player auf den Markt – neben chinesischen Newcomern auch Größen wie
Kuka und Fanuc. Müssen Sie sich im Scara-Markt den großen Playern oder eher der chinesischen Konkurrenz erwehren?

Spanier: Epson ist nach der Meinung unabhängiger Marktforscher bereits seit sieben aufeinanderfolgenden Jahren Weltmarktführer im Bereich Scara-Roboter. Unser Ziel ist es daher, selbst den Weg zu bereiten und nicht, gegen einen Mitbewerber zu agieren. Unsere Strategie ist darauf ausgerichtet, Kunden aller Märkte ein breites Portfolio zu bieten, denn ein umfangreiches Angebot erleichtert es den Kunden, den für sie optimalen Roboter zu finden. Kunden schätzen an Epsons Lösungen daher neben der Qualität und Zuverlässigkeit nicht zuletzt auch deren Vielfalt.

Als Ihre Stärken gelten Qualität und Zuverlässigkeit sowie Präzision und Geschwindigkeit. Agieren Sie nur also im High-End?

Spanier: Nein. Ganz im Gegenteil – uns interessieren auch Kunden im Low-cost-Segment. Die Robotertechnologie hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Dank der modernen Technologien müssen Roboter bei einer Vielzahl Anwendungen nicht mehr auf das letzte Quäntchen an Genauigkeit und Geschwindigkeit hin getrimmt werden. Stattdessen geht es heute oft um den Preis und um die Flexibilität einer Anlage. Somit ist es eine einfache Entscheidung, zusätzlich zu den Top-Modellen auch Roboter anzubieten, in denen zum Beispiel kleinere, langsamere Motoren verbaut sind und deren Konstruktion vielleicht etwas weniger robust ist, die aber andererseits durch einen günstigen Preis überzeugen.

Was bedeutet das konkret?

Spanier: Unsere Einstiegs-Scara-T-Serie macht genau das: Sie bietet unseren Kunden nicht das Schnellste, Genaueste, Größte, sondern just-enough. Also gerade genug, um eine bestimmte Aufgabe mit dem Scara-Roboter zu automatisieren. Auf diese Weise kostet die Zelle nur einen Bruchteil des Preises, der anfiele, wenn sie mit einem High-End-Roboter der G-Serie ausgerüstet wäre. Zumal die Stärken der G-Serie – äußerst hohe Präzision und hohe Geschwindigkeit – in einer solchen Applikation ohnehin vielleicht brachliegen würden. Deshalb sind auch diese Baureihen sehr erfolgreich. Dank des Just-enough-Angebotes sprechen wir nun mit unseren Scaras auch Käuferschichten an, die zuvor ihre Anlagen vielleicht nur mit Achssystemen im Einsatz hatten.

Sie skalieren also mit Funktion und Preis?

Spanier: Genau. Die Idee ist, dass Integratoren dank unterschiedlicher Roboterqualitäten gewissermaßen ein Staffelangebot für eine Anlage machen können. Bei der Konzeption einer Arbeitszelle spielt es erst einmal keine Rolle, ob man einen T-, LS- oder einen G-Serie-Scara einsetzt. Der Platzbedarf ist sehr ähnlich und die Programmierung sogar identisch. Das macht die Skalierbarkeit einer Anlage in der Konzeptions- und Entwicklungsphase leicht. Der Integrator kann sagen: Ich kann die Anlage für 50 Einheiten pro Minute bauen oder für 80 – und die für 50 Einheiten pro Minute kostet 30 Prozent weniger, weil sie einen preiswerteren Roboter einsetzt und nicht, weil der schnelle, teure Roboter nur langsamer läuft. Und der Entwickler muss nicht wieder bei null anfangen, wenn sich die Anforderungen ändern.

Mal abseits von Epsons Strategie: Welche Erklärung haben Sie dafür, dass der Scara-Markt in den letzten Jahren derart in Bewegung gekommen ist?

Spanier: Treiber sind die sich rasant entwickelnden Märkte in Asien und Osteuropa. Das Prinzip der Scara-Geometrie bietet eine Reihe von Vorteilen: Die Scara-Roboter sind tendenziell sehr kompakt, einfach zu programmieren und schnell. Sechsachser sind zwar prinzipiell beweglicher, aber wenn es um die Arbeit auf planparallelen Ebenen geht, sind vier gegenüber sechs Achsen klar im Vorteil. Der Scara ist hier daher hinsichtlich Geschwindigkeit, Präzision, Preis und Platzbedarf nicht zu schlagen. Das merken auch die Anbieter von Achssystemen immer stärker, deren bestes Argument bislang der niedrige Preis war. Zudem wächst die Angebotsbreite: Neue Technologien machen die Scara-Maschinen auf der einen Seite schneller und präziser, so dass auch äußerst anspruchsvolle Aufgaben mit ihnen angegangen werden können, erlauben auf der anderen Seite aber auch die Herstellung einfacher und preiswerter Anlagen. Scaras sind daher heute in deutlich mehr Anwendungen zu finden als es noch vor einigen Jahren der Fall war.

Epson Deutschland GmbH

www.epson.de/robots


Verkauf via Webshop

Seine Roboter bietet Epson auch Online via Webshop zum Kauf an. „Gerade Kunden, die recht gut wissen, welche Komponenten sie für ihre Anlage brauchen, profitieren erheblich vom Onlinegeschäft, weil alle Transaktionen schnell und unkompliziert abgewickelt werden“, sagt Volker Spanier. Eine Herausforderung beim Onlinehandel bestehe allerdings in der Lagerhaltung, da bei einer Bestellung über das Internet eine sofortige Lieferung erwartet wird. „Würden wir alle Varianten aller Roboter vorrätig halten, benötigten wir ein riesiges Lager mit entsprechenden hohen Kosten. Daher beschränken wir den Handel über diesen Kanal aktuell auf die Entry-Level-Roboter, bei denen die Variantenvielfalt und Modellpalette begrenzt ist.“

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