Interview: Volker Spanier, Head of Robotic Solutions bei Epson Europe

Epson: „Mit dem Worksense testen wir neue Technologien“

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Volker Spanier leitet nicht nur das europäische Robotik-Geschäft bei Epson, sondern ist seit kurzem auch Vorstandsvorsitzender der VDMA-Fachabteilung Robotik. Was Epson und der VDMA Robotik 2019 vorhaben, erzählt Spanier im Interview.

Autor: Armin Barnitzke

Sie sind seit Ende 2018 neuer Vorsitzender beim VDMA Robotik. Was sind dort Ihre Pläne? Was wollen Sie anschieben und vorantreiben?

Spanier: Durch das Ausscheiden von Dr. Michael Wenzel, dem ich an dieser Stelle noch einmal für die langjährige, hervorragende Arbeit danken möchte, wurde ein Wechsel im Vorsitz notwendig. Über die Wahl zum neuen Vorsitzenden und das entgegengebrachte Vertrauen habe ich mich natürlich sehr gefreut. Viele bereits bearbeitete Fragestellungen werden weiter im Fokus bleiben. Momentan gibt es aber auch einen Findungsprozess in den Fachabteilungen und im Gesamtvorstand Robotik + Automation, welche weiteren Themen in den kommenden Jahren wichtiger werden. Ein Thema wird sicherlich die weitere Vernetzung mit anderen Gremien innerhalb und außerhalb des VDMA sein. Dabei stehen technologische Umbrüche, die globale Wettbewerbssituation und Marktentwicklungen im Vordergrund.

Der VDMA Robotik hat 2018 eine OPC UA Companion Specification erarbeitet: Spielt denn OPC UA in der Praxis schon eine Rolle?

Spanier: Dies wird mit wachsender Realisierung von Industrie 4.0 automatisch erfolgen. Mit der OPC Robotics Companion Specification stellen wir die Weichen für die Zukunft: herstellerübergreifende Interoperabilität und die Grundlage für zukunftsorientierte Geschäftsmodelle, in der Plattformen eine immer größer werdende Rolle spielen werden.

Abgesehen von OPC UA: Welche Trends erwartet der VDMA Robotik in nächster Zeit? KI? Konkurrenz aus China? Trend zu MRK?

Spanier: China wird ein ernst zu nehmendes Thema bleiben, nicht nur wegen der Gefahr von preiswerten Anbietern, sondern auch, weil China schnell technologisch aufschließt. Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ist ja bereits ein erkennbarer Trend, hier muss aber verstärkt an klaren Definitionen und Anforderungen gearbeitet werden. Es zeigt sich nun häufig, dass Erwartung beziehungsweise Ankündigung und Realität doch etwas auseinanderliegen. Zukunftsthemen wie KI oder Machine-Learning wollen wir im VDMA natürlich ebenfalls bespielen. Aber auch hier sind die bereits genannten Allianzen mit Fachleuten aus diesen Bereichen hilfreich und notwendig.

Und was sind bei Epson Robotik Ihre strategischen Pläne?

Spanier: Das Jahr 2019 wird vorwiegend von einer Konsolidierung der neuen Produkte und Produktlinien sowie der Entwicklung bestehender Märkte und Zielgruppen geprägt sein. Das bedeutet auch, bestimmte Niederlassungen und Partner im Raum EMEAR, also Europa, Mittlerer Osten, Afrika und Russland, mit speziell zugeschnittenen Produkten und Applikationen zu stärken. Dies betrifft sowohl spezifische Regionen wie den arabischen Raum, als auch einzelne Industriesegmente wie den Bereich Logistik/Warehouse.

Wie positioniert sich Epson beim Thema Industrie 4.0? Viele Robotik-Wettbewerber haben ja eigene Cloud-Ansätze oder beschäftigen sich mit Datensammlung und Auswertung.

Spanier: Eine Cloudlösung und die damit verbundenen Dienste alleine zu entwickeln ist teuer und bedarf großer Erfahrung, alleine schon beim Stichwort Datensicherheit. Wir möchten zusammen mit erfahrenen, etablierten Unternehmen kooperieren und so eigene Lösungen ermöglichen beziehungsweise allgemeingültige Standards aufbauen.

Innovationshighlight auf der automatica 2018 war ihr intelligenter Doppelarmroboter Worksense: Was zeichnet den Worksense aus?

Spanier: Für uns ist der Worksense W-01 eine innovative Entwicklungsplattform, an der wir neue Technologien und Prozesse entwickeln und testen. Diese Konzepte können dann in unseren Standardrobotern umgesetzt werden. Ein Beispiel ist die 3D-Teileerkennung des Worksense, die in Kürze auch für unsere Scaras und Sechsachser verfügbar sein wird.

Für welche Einsatzszenarien ist der Worksense besonders gut geeignet?

Spanier: Unser Fokus liegt auf den ‚Low Volume – High Product Mix‘-Anwendungen. Wenn dort Prozesse existieren, die wir nicht optimal mit verfügbaren Kinematiken und Sensoren abdecken können, wird es interessant.

Wie viele Worksense wollen Sie 2019/2020 in Europa verkaufen?

Spanier: Unsere gesteckten Ziele sind noch relativ moderat und liegen im kleineren zweistelligen Bereich. Der Einsatz eines Dualarm-Roboters speziell mit einem großen Anteil an Sensorik bedingt ein Umdenken bei der Projekterstellung und der Herangehensweise an eine Lösung. So werden momentan die meisten Projekte extrem nah durch einen Applikationsingenieur betreut. Daher sind wir aktuell nur in der Lage, einige wenige, selektierte Anwendungen zu bearbeiten. Aber jede neue Applikation erweitert unser Knowhow und ermöglicht eine schnellere Lösungsfindung für das nächste, ähnlich gelagerte Problem. Wir erwarten daher, dass nach der Einführungsphase ein deutliches Wachstum zu verzeichnen ist.

Ist Worksense auch für MRK gedacht? Oder soll es einen eigenen Epson Cobot geben?

Spanier: Der Worksense W-01 wird später wohl auch kollaborativ einsetzbar sein, die Prioritäten liegen aber zunächst auf anderen Gebieten. Das MRK-Segment wird Epson in Kürze mit anderen Kinematiken bedienen, wobei unser Partner in Österreich, Economa, kurz vor dem Launch eines eigenen MRK-Roboters, basierend auf unseren T- und LS-Scara-Robotern, steht. Hier sollen im zweiten Quartal erste Modelle verfügbar sein.

Neben dem innovativen Highend-Roboter Worksense treiben Sie auch die preisgünstige Robotik voran. Wie kommen Ihre ‚just enough‘-Modelle an?

Spanier: Der Erfolg der T-Serie hat uns überrascht. ‚Just enough# beschreibt das Segment sehr genau und trifft haarscharf die Anforderungen vieler Kunden. Sie wollen eben nicht zwingend den Low-Cost-Roboter, sondern sie suchen eine optimale Lösung für ein akzeptables Preis-LeistungsVerhältnis. Ein nur auf einen geringen Preis getrimmter Roboter erfüllt diese Anforderungen in Bezug auf Genauigkeit und Zuverlässigkeit auch bei einfachen Anwendungen wahrscheinlich nicht, denn auch Taktzeiten spielen hier eine Rolle. Obwohl ein Einstiegsmodell, erfüllt die T-Serie alle Möglichkeiten, die durch die Epson Standard Software gegeben werden. Für den nun ebenfalls verfügbaren Entry-Level-6-Achser VT6-L gilt übrigens das gleiche. Wir sehen großes Interesse in ganz Europa. Dabei hilft natürlich auch, dass diese Roboter einfach via Webshop zu beziehen sind.

Bauen Sie ihr Preiswert-Portfolio weiter aus?

Eventuell sind Varianten des Sechsachser-Modells geplant, den Rest regelt der Markt. Bei Bedarf sind wir in der Lage, auch weitere Baugrößen in diesem Segment anzubieten.

Epson Deutschland GmbH

www.epson.de; Hannover Messe Halle 17, Stand B74


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