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VDMA: Maschinenbau muss bei digitalen Mehrwertdiensten nachlegen

Digitale Geschäftsmodelle noch in den Kinderschuhen
VDMA: Maschinenbau muss bei digitalen Services nachlegen

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Prof. Claus Oetter, Geschäftsführer VDMA Software und Digitalisierung: „Für den Großteil der Maschinenbau-Unternehmen wird sich eine eigene digitale Plattform nicht auszahlen – hier sollten sie vielmehr auf Kompatibilität und gemeinsame Standards setzen.“ Bild: VDMA
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Nach der digitalen Produktion und der Vernetzung von Maschinen und Anlagen stehen für den Maschinenbau jetzt die digitalen Mehrwertdienste auf der Agenda, zeigt eine gemeinsame Studie von VDMA und McKinsey: Fast 80 Prozent der Maschinenbauer sehen dabei Notwendigkeit, bei digitalen Geschäftsmodellen zu kooperieren.

Aktuell liegt der Umsatzanteil für digitale Plattformen und Mehrwertdienste allerdings erst bei rund 0,7 Prozent des Gesamtumsatzes im europäischen Maschinenbau (rund 850 Milliarden Euro). Um dieses Potential besser zu nutzen, setzen viele Maschinenbauer auf stärkere Kooperationen. Laut der Studie „Kundenzentrierung als Chance für den digitalen Durchbruch“ von VDMA und McKinsey, für die gut 200 Maschinen- und Anlagenbauer befragt wurden, geben 77 Prozent der Firmen an, die Zusammenarbeit in Anbieterkonsortien sei ein erfolgversprechender Weg für den Aufbau digitaler Plattformen. 71 Prozent nennen darüber hinaus Kooperationen mit Startups als gute Lösung. 24 Prozent der Maschinenbauer können sich sogar Kooperationen mit Wettbewerbern vorstellen.

Großes Potenzial, aber auch Warnung

„Der aktuell relativ geringe Marktanteil für digitale Plattformen und Mehrwertdienste sowie das zu erwartende zweistellige Wachstum dieses Marktes birgt ein großes Potenzial für die Maschinen- und Anlagenbauer – ist aber gleichzeitig auch eine Warnung“, sagt Dorothee Herring, Partnerin im Düsseldorfer Büro von McKinsey und Co-Autorin der Studie. „Hochwertige Produkte bleiben die Basis für den Erfolg. Allerdings erwarten die Kunden zunehmend integrierte digitale Services rund um die Maschine. Hier muss der Maschinen- und Anlagenbau nachlegen.“ Vor allem wünschen sich Kunden Lösungen, die nicht in Abhängigkeit eines einzelnen Herstellers stehen.

Die Maschinenbaufirmen sehen sich mehrheitlich selbst als am besten in der Lage, die wesentlichen Bedürfnisse ihrer Kunden hinsichtlich digitaler Plattformen zu erfüllen. Auch weitere industrienahe Lösungen mithilfe ausgegründeter Start-ups werden als geeignete Vehikel zur Digitalisierung angesehen.

Kunden fordern Offenheit

Wichtigste Funktionalitäten digitaler Plattformen sind laut den befragten Unternehmen Verfügbarkeit, Performance und Sicherheit. Für die Kunden spielen laut Interviews die Themen Offenheit und Kompatibilität der Plattformen allerdings eine größere Rolle als von den Maschinen- und Anlagenbauern angenommen.

Als größte Hürden für die Entwicklung eigener digitaler Dienste werden von den Unternehmen fehlende Geschäftsmodelle (61 Prozent), fehlende Standards (59 Prozent) und mangelnde strategische Relevanz (57 Prozent%) angesehen. Allerdings haben bereits 52 Prozent der befragten Unternehmen Software und Apps für eigene oder fremde digitale Plattformen programmiert. Jedes zehnte Unternehmen konnte diese bereits erfolgreich skalieren.

Eigene digitale Plattform dürfte sich nicht auszahlen

„Es gibt nicht die eine gültige Strategie, wie Maschinen- und Anlagenbauer die Digitalisierung angehen sollten“, erläutert Prof. Claus Oetter, Geschäftsführer VDMA Software und Digitalisierung – jedoch lassen sich neben industriespezifischen auch generelle Empfehlungen aus der Studie ableiten. Oetter: „Für den Großteil der Unternehmen wird sich eine eigene Plattform nicht auszahlen – hier sollten sie vielmehr auf Kompatibilität und gemeinsame Standards setzen.“

Bei den Mehrwertdiensten gelte es, die Kundenbedürfnisse genau zu kennen, um maßgeschneiderte Angebote für die Zielgruppe zu entwickeln. „Hier sind europäische Maschinenbauer aktuell in einer hervorragenden Ausgangsposition – vor allem durch ihre tiefes Maschinenverständnis und ihre Prozessnähe, bei gleichzeitig geringerem Investitionsrisiko und einem potenziell großen Markt“, sagt Herring.

VDMA e.V.

sud.vdma.org


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