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Siemens schmiedet starke Cloud-Allianz

Mindsphere World: Etappensieg im Cloud-Kampf
Siemens schmiedet starke Cloud-Allianz

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Mit 18 Partnern aus Maschinenbau und Automation hat Siemens eine Allianz rund um seine Cloud-Plattform Mindsphere geschmiedet und setzt damit ein Zeichen.

Autor: Armin Barnitzke

„Das Rennen um das Thema industrielle Cloud-Lösungen geht gerade erst los – und durch unsere Zusammenarbeit in der Mindsphere World werden wir jetzt ganz vorne mit dabei sein. Damit positioniert sich die deutsche Industrie gemeinsam als Innovationsführer“, freut sich Siemens-Vorstand Klaus Helmrich. Tatsächlich ist es Siemens gelungen, in der Mindsphere World eine beeindruckende Allianz aus Maschinenbauern (Chiron, Heller, Grob, Index, FFG, Trumpf), Anlagenbauern (Eisenmann, Kuka) und Automatisierern (Festo, Schmalz, Sick, Rittal) zu versammeln. Und das Ökosystem soll weiter wachsen, auch international.

Wichtig ist Klaus Helmrich aber auch die faire Zusammenarbeit mit Maschinenbauern: „Wir respektieren die Geschäftsmodelle der Maschinenbauer und nehmen OEMs nicht die Daten weg!“ Damit setzt Siemens auch ein Zeichen gegen den öffentlichkeitsstarken Launch der Cloud-Plattform Adamos, die die Gründer DMG, Dürr und Software AG als „Cloud-Plattform vom Mittelstand für den Mittelstand“ gestartet haben (siehe Kasten).

Ebenfalls interessant: Mit Kuka und Trumpf ist es Siemens gelungen, zwei Partner mit an Bord zu holen, die eigene Cloud-Plattformen (Connyun, Axoom) betreiben. „Es wird mehrere Cloud-Plattformen am Markt geben. Wir als Anlagenbauer müssen daher verschiedene Plattformen unterstützen“, begründet dies Michael Haag, Senior Vice President R&D bei Kuka. Auf Nachfrage erklärt er, dass man im Rahmen der Mindsphere World die Schaffung von Standards für die Cloud-zu-Cloud-Vernetzung (föderierte Clouds) vorantreiben wolle: „Wir arbeiten an Schnittstellen, um das Beste aus beiden Welten zu verbinden.“

Ohnehin sollen im Rahmen der Nutzerorganisation die technischen Anforderungen der Industriekunden an Mindsphere formuliert und an die Siemens-Entwickler weitergegeben werden, erklärt Jan Mrosik, Vorstandsvorsitzender der Mindsphere World und CEO der Siemens-Division Digital Factory. Zudem arbeite man an Standards sowie an Empfehlungen zur Schaffung einheitlicher Spielregeln für die Datennutzung. Und natürlich soll der Verein die Mitglieder bei der Entwicklung und Optimierung von IoT-Lösungen auf Mindsphere-Basis sowie bei der Erschließung neuer Märkte in der digitalen Wirtschaft unterstützen.

Wichtig ist Jan Mrosik vor allem auch die starke Gemeinschaft, die bei Mindsphere World entsteht: „Das ist ein entscheidender Schritt vorwärts, denn IoT geht nur zusammen.“ Das bestätigt Andreas Oroszi, Mitglied des Vorstands der Mindsphere World und Senior Vice President Digital Business von Festo: „Wir kommen zusammen schneller voran als allein. Geschwindigkeit ist die Währung der Digitalisierung.“

Den Gemeinschaftscharakter betonen auch andere Partner: „Im Rahmen von Mindsphere World können wir mit anderen Nutzern darüber diskutieren, wie disruptive Technologien die Wirtschaft verändern und welche Geschäftspotenziale für IoT-basierte Lösungen sich daraus ergeben“, sagt Bruno Geiger, Mitglied des Vorstands von Mindsphere World und COO/CTO von Eisenmann.

Siemens AG

www.siemens.com/Mindsphere


Erste konkrete Projekte

Viele der Mindsphere World Partner haben schon konkrete Projekte auf der Cloud-Plattform umgesetzt:

  • So nutzt Heller den weltweiten Zugriff auf Maschinendaten, um Flexibilität, Qualität und Verfügbarkeit seiner Maschinen beim Endkunden zu erhöhen. Zudem hat man via Mindsphere ein neues Maschinen-Betreibermodell etabliert, bei dem der Kunde für Nutzung zahlt statt für den Kauf einer Werkzeugmaschine (Heller4use; Pay-per-Use).
  • Bei Eisenmann treibt man mit Hilfe von Mindsphere die Vernetzung von Produktionssystemen (beispielsweise Lackieranlagen in der Automobilindustrie) voran und sorgt so für Transparenz und Datenanalytik. Durch den Vergleich von Produktions-, Qualitäts- und Instandhaltungsdaten will man die Effizienz der Anlagen beim Endkunden steigern.
  • Festo nutzt Mindsphere für Energiemanagement und Condition Monitoring Services bei seinen Pneumatik-Systemen. Das Sammeln von Echtzeitdaten direkt aus der Anlage sorgt nicht nur für Transparenz beim Verbrauch, sondern liefert auch Ansätze für vorausschauende Wartungsaufgaben. Festo verspricht damit Energieeinsparungen bis zu 30 Prozent.

Die Plattform-Player: Axoom, Connyun, Adamos, Ability, Predix und Field

Mit der Mindsphere World ist es Siemens gelungen, ein beeindruckendes Ökosystem an Industrie-Partnern zu versammeln. Aber auch die Player sind aktiv. Ein Überblick.

Axoom (Trumpf): Mit der Axoom-Gründung 2015 war der Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf einer der Vorreiter am Plattform-Markt. Eine Idee hinter Axoom ist es, eine App-Welt zu schaffen, mit der Produktionsbetriebe ihre Fertigung und Auftragsbearbeitung durchgängig organisieren können: Von der Bestellung über Materialbeschaffung bis zur Rechnungsstellung. Als App-Partner mit an Bord sind u. a. Klöckner (Stahlbeschaffung), Linde (Gas-Füllstände), Xetics (MES-Software) sowie Sick, Schmalz und Zeiss oder die Maschinenbauer Felss und Gühring. Um für junge Informatik-Fachkräfte attraktiv zu sein, hat Axoom seinen Sitz in Karlsruhe.

Connyun (Kuka): Auch Kuka hat seine Cloud-Plattform Connyun in Karlsruhe angesiedelt. Connyun – aus connect (English) und yun (Chinesisch für Cloud) – wurde 2016 zusammen mit dem IT-Dienstleister Infosys gegründet. Zudem pflegt Kuka IoT-Partnerschaften mit SAP sowie Vinci Energies und hat Connyun durch den Zukauf der Münchner Device Insight (IoT-Plattformen für die Automatisierung) verstärkt.

Adamos wurde 2017 als Gemeinschaftsunternehmen von DMG Mori, Dürr (mit MES-Tochter iTAC), Software AG (mit IoT-Plattform Cumulocity) sowie Zeiss und ASM gegründet. Adamos will ein „offenes Netzwerk von Maschinenbauern für Maschinenbauer“ sein. Apps für die Plattform werden im Rahmen der Adamos App Factory entwickelt. App-Partner sind auch die Dürr-Töchter Homag und Schenck.

Abbility (ABB): Die ABB-Cloud-Plattform wurde ebenfalls 2017 gelauncht. Ability zielt nicht nur auf Fertigungsindustrie und Robotik, Motoren und Maschinen, sondern auch auf Energieversorgung, Prozessindustrie sowie Transport und Gebäude oder Offshore-Plattformen, Häfen und Schiffe. ABB kann daher mit einer installierten Basis von mehr als 70 Millionen angeschlossenen Geräten und 70 000 Steuerungssystemen eine sehr große (Daten) Basis vorweisen. Strategische Partnerschaften verbindet ABB Ability mit Microsoft Azure (Cloud Infrastruktur und Analytics) und IBM Watson (Künstliche Intelligenz/KI).

Predix (GE): General Electric ist mit seiner Cloud-Plattform Predix in Deutschland (noch) nicht so sehr präsent, hat aber mit SAP, Bosch und T-Systems sowie Accenture, AT&T, Cisco, Softbank, Vodafone oder Intel, Infosys, TCS, Deloitte Digital, Softtek und Wipro einige namhafte (IT-)Partner in seinem GE Digital Alliance Programm versammelt.

Field (Fanuc): Fanuc treibt das Thema Industrial IoT und KI mit Field (Fanuc Intelligent Edge Link & Drive System) voran. Zusammen mit Partnern wie Cisco, Hitachi und Preferred Networks baut Fanuc eine Cloud Plattform, auf der Anwendungen wie ZDT (Zero Downtime) und Linki zum Maschinen Monitoring laufen.

Cloud-Infrastruktur: Darüber hinaus sind Cloud-Infrastruktur-Größen wie SAP (Hana/Leonardo), Microsoft (Azure) oder Amazon Webservices (AWS) am IoT-Markt aktiv. In der Regel liefern diese Cloud-Spezialisten jedoch vor allem die Infrastruktur (IaaS), auf der die Plattform-Anbieter dann aufsetzen.


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