Gestaltungsperspektive der eigenen Geschäftstätigkeit erweitert

Ökosysteme innovieren Geschäftsmodelle

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Industrie 4.0 ist nicht nur eine Frage der Technik: Es gilt, auch die Geschäftsmodelle und die Positionierung zu hinterfragen. Der digitalisierte Markt ist geprägt von Ökosystemen und Plattformen.

Produzierende Unternehmen müssen aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung der Wertschöpfung nicht nur die eigenen Produkte technologisch weiterentwickeln und die Produktion immer effizienter gestalten, sie müssen auch die eigene Geschäftstätigkeit und Positionierung des Unternehmens im Gesamtkontext der Branche und der relevanten Marktsegmente hinterfragen.

Denn der globale Wettbewerb ist geprägt durch mächtige Vermarktungs- und Produktplattformen, die wesentliche Markt- und Kundenanteile über Netzwerkeffekte an sich binden. Je mehr Teilnehmer sich auf einer solchen Plattform betätigen, desto attraktiver wird sie. Klassische Beispiele sind Amazon, Apple oder Google.

Auch für produzierende Unternehmen sind diese Effekte relevant. Sie können nutzbar gemacht werden, indem die Gestaltungsperspektive der eigenen Geschäftstätigkeit erweitert wird. Aktuelle Geschäftsmodelle der produzierenden Industrie fokussieren in der Regel überwiegend das eigene Unternehmen und die Kunden, die über die eigenen Produkte erreicht werden sollen. Geschäftsmodelle der digitalisierten und vernetzten Wertschöpfung haben einen wesentlich weiteren Gestaltungshorizont.

Gestaltet werden hier Ökosysteme, die eigene, idealerweise als Plattform ausgelegte Produkte und Dienstleistungen, komplementäre Produkte sowie Dienstleistungen anderer Anbieter umfassen und auch den Kunden als Wertschöpfungspartner mit einbeziehen. Der Digitalisierungsanteil und Vernetzungsgrad in diesen Geschäftsmodellen ist in der Regel sehr hoch. Das Internet und andere digitale Infrastrukturen spielen eine zentrale Rolle bei der Vermarktung des jeweiligen Gesamtangebots an Produkten und (Service-)Leistungen. Daher sind auch für produzierende Unternehmen vernetzungs- und digitalisierungsorientierte Geschäftsmodell-Innovationen im Wettbewerb der Plattformen und Ökosysteme ein wichtiges strategisches Entwicklungsfeld.

Eine gemeinsame Studie Geschäftsmodell-Innovationen des Fraunhofer IPA und Dr. Wieselhuber & Partner hat bereits 2014 gezeigt, dass sich dem Maschinen- und Anlagenbau durch Industrie-4.0-Technologien neue Geschäftsmodellpotenziale eröffnen und diese in der Branche in Teilen bereits erkannt und adressiert werden.

Die Fähigkeit, in komplexen, in Teilen digitalen Geschäftsmodellen zu kooperieren, wird sich zu einem zentralen Erfolgsfaktor im Wettbewerbsumfeld der vernetzten Wertschöpfung entwickeln.

Smarte Produkte und Dienstleistungen sind dabei wesentlicher Kern des Nutzenversprechens beziehungsweise des Nutzenmehrwerts, der zunehmend kooperativ erstellt wird. Die konsequente Einbeziehung des Themas Industrie 4.0 auf strategischer Ebene ist notwendig, um Unternehmen auf die Digitalisierung auszurichten und eine schnelle Umsetzung zu ermöglichen.


Autoren

Anja Schatz leitet die Abteilung Business Development am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl ist Institutsleiter des Fraunhofer IPA sowie des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Universität Stuttgart.

Dieser Artikel ist dem Buch „Industrie 4.0 in Produktion, Automatisierung und Logistik“ entnommen, erschienen im Springer-Vieweg-Verlag, 2. Auflage (Hrsg. Thomas Bauernhansl, Michael ten Hompel, Birgit Vogel Heuser). Originalbeitrag: http://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978–3–662–45537–1_95–1


Industrie 4.0 im Fokus der angewandten Forschung

In einer exklusiven Serie beleuchten Experten des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA verschiedene Aspekte des Megatrends Industrie 4.0. Die Themen reichen von der IT über den Menschen hin zur Produktion und zum fertigen Produkt.

In den bisher veröffentlichten Texten der Serie ging es um die Bedeutung des Themas Industrie 4.0 für den Mittelstand, um eine OEE-App, die Maschinenausfälle erfasst, und um Gelbe Seiten für die Industrie 4.0.

www.automationspraxis.de/industrie40/IPA


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Anja Schatz leitet die Abteilung Business Development am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl ist Institutsleiter des Fraunhofer IPA sowie des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Universität Stuttgart.
Dieser Artikel ist dem Buch „Industrie 4.0 in Produktion, Automatisierung und Logistik“ entnommen, erschienen im Springer-Vieweg-Verlag, 2. Auflage (Hrsg. Thomas Bauernhansl, Michael ten Hompel, Birgit Vogel Heuser). Originalbeitrag: http://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978–3–662–45537–1_95–1

Industrie 4.0 im Fokus der angewandten Forschung
In einer exklusiven Serie beleuchten Experten des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA verschiedene Aspekte des Megatrends Industrie 4.0. Die Themen reichen von der IT über den Menschen hin zur Produktion und zum fertigen Produkt.
In den bisher veröffentlichten Texten der Serie ging es um die Bedeutung des Themas Industrie 4.0 für den Mittelstand, um eine OEE-App, die Maschinenausfälle erfasst, und um Gelbe Seiten für die Industrie 4.0. ↓

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