In vielen Fällen muss Kollaboration einer klassischen Automatisierung weichen MRK: Trend oder Hype?

In vielen Fällen muss Kollaboration einer klassischen Automatisierung weichen

MRK: Trend oder Hype?

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Weltweit arbeiten rund 1000 kollaborative Roboter mit Menschen zusammen. Bild: Kuka
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Ist die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) die Zukunft der Robotik oder nur viel Hype mit wenig Praxisbedeutung? Die Robotikintegratoren bewerten die Bedeutung sehr unterschiedlich.

„Die Bedeutung der Mensch-Roboter-Kollaboration wird weiter wachsen, auch wenn die MRK im täglichen Produktionsumfeld derzeit noch nicht besonders häufig anzutreffen ist“, sagt Robert Kamischke, Vice President Smart Production I 4.0 bei Kuka Systems. Weltweit arbeiten bereits 1000 kollaborative Roboter mit Menschen zusammen, schätzt Kamischke: „Sie reichen Teile an, führen mit dem Werker gemeinsam Montage- oder Bearbeitungsaufgaben aus oder tragen eine Last, während der Mensch sie führt.“ Dies geschehe vor allem in Bereichen, die bislang noch nicht oder kaum automatisiert waren. Besonders lohnt sich aus seiner Sicht der Einsatz einer MRK-Lösung bei Kunden mit kurzen Produktzyklen und differenzierten Produkten, die Auslastungsspitzen und Ressourcenengpässe in der Produktion abfedern müssen.

„Bei einigen Fertigungsprozessen ist es sinnvoller, die jeweiligen Stärken von Mensch und Maschine zu nutzen, um schnell und flexibel auf Änderungen in der Produktion reagieren zu können“, bestätigt Dirk Hablick, Vertriebsleitung Robotersysteme bei Indat. „Die Kooperation Mensch-Roboter ermöglicht eine gleitende Automatisierung bei kleinen Losgrößen oder bei komplexen Prozessen.“ Toolcraft-Chef Bernd Krebs ist daher überzeugt, dass das Thema MRK immer wichtiger wird. „Es besteht eine Anfragesituation, die unserer Meinung nach in Zukunft zunimmt.“ Allerdings müsse bei Anfragen die Herausforderung klar heraus gearbeitet werden. „Was will man erreichen, in welcher Zeit soll es passieren und wie sind die Qualitätsansprüche?“ Jede Anforderung müsse sorgfältig bewertet und dann ein angepasstes Lösungskonzept erarbeitet werden.

Doch gerade die sorgfältige Prüfung der Anforderungen und Rahmenbedingungen führt in der Praxis oft dazu, dass die MRK-Idee doch einer klassischen Automatisierung weichen muss: „Gerade die Taktzeitvorgaben sind oftmals ein entscheidendes Kriterium für eine klassische Automationslösung“, berichtet Handlingtech Geschäftsführer Jörg Hutzel. „In den meisten Fällen stehen ohnehin das zu lösende Problem oder die zu erreichenden Ziele des Kunden im Vordergrund. Dass Kunden explizit nach einer MRK-Lösung fragen, ist eher selten.“

Oft wird normale Automation realisiert

Bei Robotec ist die MRK zwar in vielen Verkaufsgesprächen ein Thema. „Diese Kollaboration wird dann jedoch meistens durch die im Lastenheft spezifizierte Zykluszeit, die Werkstückeigenschaften wie Gewicht und Außenkontur oder ganz einfach die vom Kunden gestellten Sicherheitsanforderungen wieder relativiert“, sagt Verkaufsleiter Fabian Stutz. Kurzum: „Viele Anfragen beginnen mit MRK, realisiert werden dann jedoch klassische Systeme, da diese von der Produktivität her überlegen sind und einen deutlich kürzen ROI ermöglichen.“

Genau diese Erfahrung macht auch Röhrig in der Praxis. „Wir erhalten sehr häufig Anfragen und setzen uns dann gemeinsam mit dem Kunden mit seinen tatsächlichen Anforderungen auseinander. Bisher hat dies immer zu dem Ergebnis geführt, dass die Aufgabe nicht im Rahmen der Gesetze und Normen mit MRK zu lösen war oder aber die geforderten Leistungsdaten und Anforderungen des Kunden mit MRK nicht zu realisieren waren.“

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