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Mit Virtual Reality ganze Montageanlagen planen

Agiles Projektmanagement: Stand des 3D-Modells in der VR-Brille intuitiv betrachten
Mit Virtual Reality ganze Montageanlagen planen

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Bei der Konzeption von Montageanlagen setzt Schnaithmann die Virtual Reality Software von Rüdenauer 3D Technology ein. Das beschleunigt die Planungen.

„Software bestimmt heute die Leistungsfähigkeit einer Anlage, Hardware wird in absehbarer Zukunft nach Kilogramm verkauft werden“, sagt Volker Sieber provokant. Der Entwicklungsleiter beim Automatisierungsspezialisten Schnaithmann ist überzeugt, dass angesichts immer kürzerer Produktlebenszyklen eine Differenzierung zwischen Maschinenbau-Wettbewerbern mittlerweile allein über die Software möglich sei. „Einfache Bedienbarkeit sowie Unterstützung bei Anlagenplanung und im After-Sales-Service werden entscheidende Kriterien beim Kauf einer Anlage sein.“

Die Forderung nach Unterstützung bei der Planung einer Montage- oder Transferanlage setzt man in Remshalden mit virtueller Realität um. Bereits in der Konzeptionsphase kann der Kunde seine spätere Anlage auf einem Holodeck erleben und virtuell auf ergonomische Gesichtspunkte oder Wartungsfreundlichkeit untersuchen. Auch beim Einlernen und Schulen von Mitarbeitern verspricht der Einsatz der Virtual-Reality-Technologie Vorteile.

Schnaithmann nutzt hierfür die Software Cross Connected des KIT-Spinoffs Rüdenauer 3D Technology (R3DT). Auf Basis von CAD-Daten ist vor Ort eine virtuelle Arbeitsplatz- und Anlagenplanung möglich, die den Kunden in den Entwicklungsprozess einbezieht. Dies beinhaltet zum Beispiel Arbeitsablauf-Analysen, Ergo-nomieuntersuchungen und Greifraum- oder Kollisionsüberprüfungen.

„Das kann jeder ohne Vorkenntnisse bedienen“, verspricht R3DT-Gründer Andreas Rüdenauer. Nachdem die 3D-CAD-Daten auf eine virtuelle Plattform geladen wurden, kann der Stand des 3D-Modells in der VR-Brille intuitiv betrachtet werden. „Das steigert enorm das Verständnis über den aktuellen Stand von Konstruktionen und die nächsten Entwicklungs- und Änderungsschritte.“ Produkte, Maschinen oder Anlagen können so direkt im virtuellen Raum in Originalgröße erlebt werden. Letztendlich können durch den Verzicht auf physische Prototypen Kosten reduziert und die Hochlaufzeit beschleunigt werden.

Der Einsatz eines virtuellen Prototypen ist Grundvoraussetzung für agiles Projektmanagement. „Dabei geht es im Prinzip darum, schnell einen Prototypen zu haben, an dem gelernt, getestet und Feedback vom Kunden eingeholt werden kann. Darauf aufbauend wird dann der nächste Prototyp gebaut“, erklärt Sieber. „Die schnelle Prototypenfertigung im herkömmlichen Sinn ist im Maschinenbau schwierig bis unmöglich. Werden die ohnehin vorhandenen CAD-Daten jedoch mit Hilfe virtueller Realität erlebbar gemacht, hat man bereits in der frühen Phase der Produktentstehung einen digitalen Prototypen der ganzen Anlage, der Zugänglichkeitsuntersuchungen erlaubt und Konstruktionsfehler aufdeckt.“

Der Startschuss für die Zusammenarbeit fiel im Frühjahr 2016. Ein Business-Pate hatte dem jungen KIT-Spin-off den Maschinenbauer als Sparringspartner empfohlen. Also wurden die Karlsruher im Remstal vorstellig. „Das war wirklich eine glückliche Fügung“, sagt Sieber. „R3DT suchte einen Betatester für die Software und wir untersuchten gerade, welches Potenzial Head-Mounted Displays für uns bereithalten könnten. Wir starteten sofort mit einem Projekt.“

Inzwischen habe man einen echten Mehrwert. „Unsere Kunden sind echt begeistert, wenn wir sie virtuell durch komplette Montageanlagen führen“, sagt Sieber. Der Entwicklungsleiter sieht im Einsatz von VR-Technologie ein riesiges Potenzial. „Angesichts immer kürzerer Produktlebenszyklen wird derjenige Systemintegrator das Rennen machen, der für die Probleme des Kunden die intelligenteste Lösung hat, dessen interne Abläufe am effizientesten sind und der die besten vor- und nachgelagerten Services bietet. Wir haben noch viele Ideen, die wir in nächster Zeit mit R3DT umsetzen wollen.“

Schnaithmann Maschinenbau GmbH

www.schnaithmann.de


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