Was Siemens mit der Gründung der Ökosystem-Allianz Mindsphere World bezweckt Mindsphere: Etappensieg für Siemens im Cloud-Kampf

Was Siemens mit der Gründung der Ökosystem-Allianz Mindsphere World bezweckt

Mindsphere: Etappensieg für Siemens im Cloud-Kampf

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Mit 18 namhaften Partnern aus Maschinenbau und Automation hat Siemens eine Ökosystem-Allianz rund um seine IoT-Cloud-Plattform Mindsphere geschmiedet. Das Licht der Welt erblickte die Mindsphere World getaufte Nutzerorganisation symbolträchtig im hippen Berliner IoT-Startup-Campus Factory Berlin, was für Siemens-Vorstand Klaus Helmrich den offenen und innovativen Charakter der Mindsphere World unterstreicht.

„Das Rennen um das Thema industrielle Cloud-Lösungen geht gerade erst los – und durch unsere Zusammenarbeit in der Mindsphere World werden wir jetzt ganz vorne mit dabei sein. Damit positioniert sich die deutsche Industrie gemeinsam als Innovationsführer“, freut sich Klaus Helmrich. Tatsächlich ist es Siemens gelungen, in der Mindsphere World eine beeindruckende Allianz aus Maschinenbauern (Chiron, Heller, Grob, Index, FFG/MAG IAS und Trumpf), Anlagenbauern (Eisenmann und Kuka) und Automatisierern (Festo, Schmalz, Sick, Rittal) zu versammeln.

Und das Ökosystem soll weiter wachsen, auch international, so die klare Ansage von Klaus Helmrich: „Die Gründung von Mindsphere World und die offene Zusammenarbeit ist ein weiterer wichtiger Schritt, um das Ökosystem rund um Mindsphere weltweit auszubauen und die weltweite Verbreitung von Mindsphere als offene IoT-Plattform zu fördern.“

Wichtig ist Klaus Helmrich, dabei die faire Zusammenarbeit mit Maschinenbauern: „Wir respektieren die Geschäftsmodelle der Maschinenbauer und nehmen OEMs nicht die Daten weg!“ Damit setzt Siemens auch ein starkes Zeichen gegen den öffentlichkeitsstarken Launch der Cloud-Plattform Adamos, die die Gründer DMG, Dürr und Software AG im Herbst 2017 als „Cloud-Plattform vom Mittelstand für den Mittelstand“ gestartet haben. Pikanterweise ist mit dem Maschinenbauer ASM Assembly Systems ein Adamos-Gründer ebenfalls Mitglied der Mindsphere World.

Ebenfalls interessant: Mit Kuka und Trumpf ist es Siemens gelungen, zwei Partner mit an Bord zu holen, die eigene Cloud-Plattformen (Connyun, Axoom) betreiben. „Es wird mehrere Cloud-Plattformen am Markt geben. Wir als Anlagenbauer müssen daher verschiedene Plattformen unterstützen“, begründet dies Michael Haag, Senior Vice President R&D bei Kuka und Beirat der Mindsphere World. Auf Nachfrage der Automationspraxis erklärt er aber auch, dass man im Rahmen der Mindsphere World die Schaffung von Standards für die Cloud-zu-Cloud-Vernetzung (föderierte Clouds) vorantreiben wolle. Haag: „Wir arbeiten an Schnittstellen, um das Beste aus beiden Welten zu verbinden.“

Ohnehin sollen im Rahmen der Mindsphere World die technischen Anforderungen der Industriekunden an Mindsphere formuliert und an die Siemens-Entwickler weitergegeben werden, erklärt Jan Mrosik, Vorstandsvorsitzender von Mindsphere World und CEO der Siemens-Division Digital Factory. Zudem arbeite man an Standards sowie an Empfehlungen zur Schaffung einheitlicher Spielregeln für die Datennutzung. Zudem soll der Verein die einzelnen Mitglieder bei der Entwicklung und Optimierung von IoT-Lösungen auf Mindsphere-Basis sowie bei der Erschließung neuer Märkte in der digitalen Wirtschaft unterstützen.

Wichtig ist Jan Mrosik vor allem auch die starke Gemeinschaft, die bei Mindsphere World entsteht: „Das ist ein entscheidender Schritt vorwärts, denn IoT geht nur zusammen.“ Das bestätigt Andreas Oroszi, Mitglied des Vorstands der Mindsphere World und Senior Vice President Digital Business von Festo: „Wir kommen zusammen schneller voran als allein. Geschwindigkeit ist die Währung der Digitalisierung.“

Den Gemeinschaftscharakter betonen auch die anderen Partner: „Im Rahmen von Mindsphere World können wir mit anderen Nutzern darüber diskutieren, wie disruptive Technologien die Wirtschaft verändern und welche Geschäftspotenziale für IoT-basierte Lösungen sich daraus ergeben“, sagt Bruno Geiger, Mitglied des Vorstands von Mindsphere World und COO/CTO von Eisenmann. Er lobt daher den „tollen Austausch“ untereinander.

Viele der Mindsphere World Partner haben schon konkrete Projekte auf der Cloud-Plattform umgesetzt:

  • So nutzt Heller den weltweiten Zugriff auf Maschinendaten, um Flexibilität, Qualität und Verfügbarkeit seiner Maschinen beim Endkunden zu erhöhen. Zudem hat man via Mindsphere ein neues Maschinen-Betreibermodell etabliert, bei dem der Kunde für Nutzung zahlt statt für den Kauf einer Werkzeugmaschine (Heller4use; Pay-per-Use).
  • Bei Eisenmann treibt man mit Hilfe von Mindsphere die Vernetzung von Produktionssystemen (beispielsweise Lackieranlagen in der Automobilindustrie) voran und sorgt so für Transparenz und Datenanalytik. Durch den Vergleich von Produktions-, Qualitäts- und Instandhaltungsdaten will man die Effizienz der Anlagen beim Endkunden steigern.
  • Festo nutzt Mindsphere für das Energiemanament und Condition Monitoring Services bei seinen Pneumatik-Systemen. Das Sammeln von Echtzeitdaten direkt aus der Anlage sorge nicht nur für Transparenz beim Verbrauch, sondern liefere auch Ansätze für vorausschauende Wartungsaufgaben. Festo verspricht damit Energieeinsparungen bis zu 30%.
  • Und auch jenseits der Industrie gibt es Anwendungsfälle von Mindsphere. So regeln Mindsphere-basierte Apps die Pflege des Rasens in der Allianz Arena und sorgen über die Regelung von Wasserzufuhr, Beleuchtungszeit und Belüftung für eine höhere Rasen- und damit Spielqualität.

Die Gründung der Mindsphere World ist damit ein wichtiger Etappensieg für Siemens. Entschieden ist der Wettstreit um die führende Cloud-Plattform damit aber noch lange nicht – zumal hier neben Adamos, Axoom und Connyun auch Industriegrößen wie ABB (Ability), GE (Predix) oder Fanuc (Field) aktiv sind. Nach Einschätzung von Jan Mrosik wird es im Industrieumfeld aber auch nicht den einen Sieger geben, sondern es werden weltweit letztlich ein bis zwei Handvoll Cloud-Plattformen überleben. Jan Mrosik: „Wir sehen uns für die Plattform-Ökonomie in Sachen Skaleneffekte durch die große installierte Basis gut aufgestellt.“

www.siemens.com/Mindsphere

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