Interview: René Blaschke Global Technology Manager, Industrial IoT bei B&R „Maschinenpark im Blick“

Interview: René Blaschke Global Technology Manager, Industrial IoT bei B&R

„Maschinenpark im Blick“

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Mit dem Asset Performance Monitor schickt B&R seine erste Cloud-Applikation ins Rennen. René Blaschke ist Product Manager Industrial IoT bei B&R und erklärt die Vorteile der Applikation für Maschinenbauer.

Autor: Armin Barnitzke

Der Asset Performance Monitor ist Ihre erste Cloud-Anwendung. Worum geht es dabei?

Blaschke: Mit dem Asset Performance Monitor können Maschinenbauer aus der Ferne den Zustand ihres Maschinenparks abfragen. Die Cloud-Applikation erfasst rund um die Uhr Daten wie Produktionsrate, Energieverbrauch oder Temperatur und bereitet diese Daten auf. Zudem berechnet sie automatisch Key-Performance-Indikatoren (KPIs), wie die Gesamtanlageneffektivität. Auf Basis dieser Informationen kann der Maschinenbauer zum Beispiel seine Maschinen laufend optimieren und seinen Kunden besseren Service anbieten.

Sie versprechen, dass Ihre Cloud-App neue Geschäftsmodelle für Maschinenbauer ermöglicht. Wie können wir uns das vorstellen?

Blaschke: Eine Möglichkeit ist Upgrade as a Service: Der Maschinenbauer kann aus der Ferne die Maschinensoftware updaten – wie bei einem Smartphone. Die Upgrades stellt er dem Maschinenbetreiber in Rechnung. Dabei muss er nicht selber zur Maschine fahren und vor Ort Änderungen vornehmen. Das gleiche Prinzip gilt bei zusätzlichen Maschinenfunktionen, die einfach per Update freigeschaltet werden.

Und was ist das Geschäftsmodell für B&R?

Blaschke: Da es sich um eine Software-Lösung handelt, verdienen wir unser Geld mit Lizenzgebühren. Für jede Maschine die Daten an die App schickt, wird eine Lizenzgebühr fällig. Die tatsächliche Höhe der Gebühren richtet sich nach den genutzten Funktionen und der Gesamtanzahl der Maschinen, die an die App angebunden sind.

Der Asset Performance Monitor basiert auf der Ability-Plattform Ihres Mutterhauses ABB. ABB überwacht auch seine Roboter weltweit auf der Ability-Plattform. Gibt es hier Synergien? Gerade Machine Learning lebt schließlich davon, viele Daten zur Verfügung zu haben.

Blaschke: Wir sind in sehr engem Kontakt mit der ABB-Division Robotik & Antriebe und tauschen uns regelmäßig aus. Unser primärer Fokus liegt derzeit allerdings darauf, unsere erste Cloud-Applikation zur Serienreife zu bringen. Weitere Schritte werden folgen.

Spielen KI und Machine Learning für Sie überhaupt eine Rolle?

Blaschke: Definitiv, wir haben zum Beispiel gerade umfangreiche Machine-Learning-Algorithmen in unser integriertes Vision-System implementiert. Mit ABB Ability haben wir nun eine hervorragende Plattform, um auch unsere zukünftigen Cloud-Anwendungen mit KI-Funktionen und Machine Learning auszustatten.

Wo werden die Daten gehostet, die mit Ihrer Applikation gesammelt werden?

Blaschke: ABB Ability basiert auf Microsoft Azure. Die Azure-Infrastruktur sorgt dafür, dass alle ABB Ability Services rund um den Globus zuverlässig verfügbar sind. So kann auch entsprechend auf regulatorische Vorgaben reagiert und zum Beispiel die Daten deutscher Kunden in Deutschland gehostet werden.

Und wie kommen die Daten von der Maschine in die Cloud?

Blaschke: Um die Daten zu sammeln, wird eine Maschine oder eine Produktionslinie über ein Edge-Device an die Cloud angeschlossen. Das Edge-Gerät erhält die Daten mittels OPC UA von der Maschinensteuerung, bereitet diese Daten auf und sendet sie mit dem MQTT-Protokoll in die Cloud. Der Edge-Device stellt automatisch eine Verbindung mit der ABB Ability Cloud her und installiert die nötige Software. Der Vorgang läuft nach dem Prinzip Plug-and-play ab – ganz ohne zusätzlichen Aufwand.

Ab wann gibt es den Asset Performance Monitor zu kaufen?

Blaschke: Die Applikation läuft seit einiger Zeit mit zwei Pilotkunden im Beta-Test. Diesen Beta-Test weiten wir jetzt aus und werden Mitte 2019 das Produkt weltweit ausrollen. Die Applikation an sich läuft schon hervorragend, aber wir wollen sie erst als Serienprodukt anbieten, wenn wir das Optimum an Usability herausgeholt haben. Unser Anspruch ist, dass die App mit zwei einfachen Schritten zu nutzen ist: Das Edge Device wird mit dem Internet verbunden und der Maschinenbauer logt sich im Cloud-Service ein. Alles andere wird automatisch passieren.

Sind weitere Applikationen geplant?

Blaschke: Absolut. Der Asset Performance Monitor ist nur der Anfang. Wir werden unser Portfolio in diesem Bereich in den nächsten Jahren massiv ausbauen. Beim Thema Predictive Maintenance bieten sich zum Beispiel sehr viele Möglichkeiten – besonders in Verbindung mit den Themen KI und Machine Learning.

B&R Industrie-Elektronik GmbH

www.br-automation.com


Alle Maschinen stets im Blick

Mit dem Asset Performance Monitor bietet B&R seine erste Cloud-Applikation an. Die Applikation basiert auf Ability-Cloud-Plattform des Mutterhauses ABB. Maschinenbauer erhalten mit der Anwendung einen Überblick über alle ihre Maschinen im Feld. Sie können Optimierungsbedarf einfach erkennen, den Service für ihre Kunden verbessern und neue Umsatzpotenziale erschließen.

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