Neuer Roboterpark in China – Ziel: Kuka will Nummer 1 in China werden Kuka baut um: Als „One Kuka“ näher am Kunden

Neuer Roboterpark in China – Ziel: Kuka will Nummer 1 in China werden

Kuka baut um: Als „One Kuka“ näher am Kunden

Anzeige

Vereinheitlichung der Organisationsstruktur (Motto: „One Kuka“) und Robotik-Offensive in China – das sind für den KUKA-Vorstandsvorsitzenden Dr. Till Reuter die wichtigsten Themen 2018. Mit dem Geschäftsjahr 2017 ist er zufrieden. „2017 war ein gutes Jahr“, sagt Dr. Till Reuter. „Wir haben mit einem Umsatzplus von 18 Prozent einen Rekordumsatz von 3,5 Milliarden Euro erzielt und das Jahr mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 88,2 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr abgeschlossen.“

„Sehr gut“ sei es sogar bei den Sparten Robotics (Umsatzplus 20,8%) und Swisslog (Umsatzplus 28,7%) gelaufen. Dagegen bereitete Dr. Till Reuter die Augsburger Anlagenbau-Sparte Probleme. Kuka Systems habe 2017 mit einigen „toxischen Projekten“ (Kapazitätsengpässen, Zuliefererausfällen und engen Margen) zu kämpfen gehabt, die die Profitabilität belasten. Folge: Kukas Ebit Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern) liegt 2017 nur bei mageren 4,3 Prozent. „Damit sind wir nicht zufrieden“, so Dr. Till Reuter.

Aufgeben will er den Anlagenbau aber gewiss nicht: „Wir glauben an Systems“, sagt der Kuka-Boss – zumal man mit der Anlagenbau-Kompetenz den Kunden bei Zukunftsthemen wie Industrie 4.0 und Cloud besser helfen könne als wenn man nur die reinen Roboter liefere. Daher gehe man die Probleme bei Kuka Systems „aktiv an“ – die Geschäftsführung wurde ausgetauscht, die Kostenstruktur soll durch (sozialverträglichen) Personalabbau angepasst und Aufgaben nach Osteuropa verlagert werden. Zudem wolle man im Bereich Anlagenbau nun selektiver bei der Annahme neuer Projekte vorgehen und nur solche Projekte annehmen, die man auch stemmen kann und mit denen man auch Geld verdiene, so Dr. Till Reuter.

Darüber hinaus hat sich Kuka eine neue Struktur verpasst, mit der man künftig noch kundennäher agieren will. Im Zuge der Strategie „One Kuka“ verabschiedet man sich 2018 von den alten GmbH-Sparten Kuka Roboter, Kuka Systems, Kuka Industries und Kuka Swisslog und tritt am Markt nur noch als Kuka Deutschland GmbH auf – ähnlich übrigens wie Erzrivale Fanuc, der ebenfalls sein Roboter-, CNC- und Robomachines-Geschäft als „One Fanuc“ in einer Deutschland GmbH vereint hat.

Kuka organisiert sich nun unter dem Dach der One Kuka nach Domänen – konkret gibt es die Bereiche Automotive, Industries (allgemeine Industrie), Consumer Goods & Logistics Automation sowie Healthcare (Medizin). „Damit sparen wir nicht nur Kosten, sondern agieren auch näher an den Kunden, denen wir alles liefern können – vom einzelnen Roboter bis zur ganzen Anlage“, so Dr. Till Reuter.

Probleme mit den bestehenden Roboter-Systemhaus-Partnern sieht er nicht: „Wir werden nicht in Konkurrenz zu den Systemhaus-Partner treten, sondern diese ebenso wie die Endkunden mit Mehrwert-Lösungen unterstützen.“ Damit dürften zum Beispiel die „Ready2“x-Pakete gemeint sein – vorkonfigurierte Paketlösungen für bestimmte Anwendungen wie Schweißen oder Lackieren.

Allerdings spielt die Musik für Kuka ohnehin mehr und mehr in China. So erwartet Dr. Till Reuter 2018 in Europa zwar eine leicht positive Nachfrageentwicklung, größere Steigerungen neben Nordamerika aber vor allem in China. Daher gibt die zum chinesischen Hausgeräte-Konzern Midea gehörende Kuka in China jetzt gehörig Gas.

„Wir müssen schnell die Roboter-Produktionskapazität in China hochfahren – denn wir wollen von der wachsenden Robotik-Nachfrage in China profitieren und dort die Nummer 1 werden“, so Dr. Till Reuter. Bislang sei Kuka in China hinter ABB und Fanuc etwa gleichauf mit Yaskawa auf Platz drei.

Für 400 Millionen Euro soll daher im südchinesischen Shunde, dem Heimatsitz von Midea, ein Roboterpark entstehen, der bis ins Jahr 2024 eine Kapazität von 75.000 Robotern und Mobilrobotern/AGVs fassen soll. Mit den bestehenden Kapazitäten im Roboterwerk Shanghai kommt Kuka dann auf 100.000 Robotereinheiten pro Jahr: In China für China.

Besonders interessant: Über den Roboterpark sollen neben 6-Achs-Robotern auch ganz neue Roboter-Kinematiken produziert, entwickelt und vertrieben werden, die Kuka in Europa bislang gar nicht im Angebot hat – zum Beispiel Scara-Roboter und Delta-Roboter. Laut Dr. Till Reuter werden diese neuen Roboter zunächst auch nur speziell für den chinesischen Markt produziert.

Zudem hat der er Kuka Vorstand beschlossen, in China das General-Industry-Geschäft von Kuka sowie das Swisslog-Geschäft in Joint Ventures mit Gesellschaften der Midea-Gruppe einzubringen. Kuka und Midea werden an allen drei Joint-Venture-Unternehmen zu 50 Prozent beteiligt sein. Das Joint Venture im Roboterbereich wird von Kuka kontrolliert, das chinesische Automotive-Geschäft verbleibt zu 100 Prozent bei Kuka.

„Mit den Joint Ventures konkretisieren wir unsere Wachstumspläne in China“, so Dr. Till Reuter. „Kuka und Midea ergänzen sich sehr gut. In Europa kennen wir die Kunden, in China kennt Midea die Kunden. Durch die Zusammenarbeit kommen wir dem Ziel näher, in China in Robotik die Nummer 1 zu werden.“

www.kuka.com

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Titelbild Automationspraxis 10
Ausgabe
10.2018
LESEN
ARCHIV
ABO

Newsletter

Unsere Dosis Wissensvorsprung für Sie. Jetzt kostenlos abonnieren!

Stellenanzeige

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Alle Webinare & Webcasts

Hier finden sie alle Webinare unserer Industrieseiten

Kalender

Aktuelle Termine für die Automatisierungsbranche

Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de