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Frugale Innovation: Smarte Lösungen fürs Einstiegssegment

Frugale Innovation: Clevere, schlanke Lösungen für das Einstiegssegment
Frugal: Mit Smart Simplicity auf zu neuen Märkten

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Das Einstiegssegment zu ignorieren, ist angesichts der zunehmenden Konkurrenz aus dem Ausland keine wirkliche Alternative für deutsche Qualitätsanbieter. Ihnen droht sonst der zunehmende Rückzug in high-end Nischen. Bild: Wohlfahrt/IAO
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Mit cleveren Einstiegslösungen neue Märkte erobern – das verspricht das Konzept der frugalen Innovationen. Tipps für den Einstieg.

Viele Produkte gehen in ihren Funktionalitäten über das hinaus, was die Kunden möchten – oder besser gesagt: bestimmte Kunden“, sagt Liza Wohlfart, Spezialistin für Advanced Systems Engineering am Fraunhofer IAO. So sei für Profi-Fotografen die technisch ausgefeilte Spiegelreflexkamera durchaus die richtige Wahl, „andere freuen sich dagegen über einfache Produkte, die dennoch eine hohe Wertigkeit bieten und einen guten Preis.“

Gleiches gelte im Maschinen- und Anlagenbau. Nicht jedes Unternehmen benötigt die komplexe Maschine am oberen Ende des Angebotsspektrums. Gerade der Mittelstand freut sich über schlanke, erschwingliche und dennoch robuste Alternativen. Hohe Marktchancen bieten gerade auch die Schwellenländer. Wohlfart: „Sie zu erschließen bedeutet, Lösungen neu zu denken, und zwar so, dass sie den Anforderungen der dortigen Kunden optimal gerecht werden.“

Genau dies sei das Erfolgsgeheimnis von frugalen Innovationen: Um den Preis gering zu halten und Komplexität zu vermeiden, nehmen Unternehmen eine spezifische Zielgruppe genau in den Blick und schneiden ihre Lösung optimal auf diese Kunden zu. Wohlfart: „Alles, was nicht relevant ist, wird radikal gestrichen. Dafür werden gegebenenfalls ein paar Highlights ergänzt, die im Einstiegssegment begeistern, wie spezielle Services oder hohe Robustheit des Geräts.“

Wichtig bei der Erschließung des Einstiegssegments ist es, das Thema Kannibalisierung mit dem bestehenden Geschäft im Auge zu behalten: Es gilt, auf eine klare Differenzierung zum hochwertigen Segment zu achten.

Um zu prüfen, ob und in welcher Form frugale Produkte relevant sind, sollten Unternehmen laut Wohlfart folgende Aspekte prüfen.

1. Strategische Einschätzung frugaler Geschäftsmöglichkeiten: Lohnt sich der Aufbau eines frugalen Einstiegssegments für uns? In welchen Märkten können wir mit welchen Angeboten aktiv werden? Wie können wir unser bestehendes Portfolio schützen?

2. Entwicklung frugaler Innovationen: Was sind zentrale Kundenanforderungen an die Lösung? Welche Kernfunktionalitäten und Leistungsniveaus benötigt sie und wie sparen wir Kosten? Welche Auswirkungen hat die Lösung auf unser Geschäftsmodell?

3. Aufbau frugaler Kompetenzen: Welche neuen Kompetenzen benötigt unser F&E-Team? Wie können wir das richtige Mindset und Motivation für frugale Innovationen schaffen?

Die IAO-Wissenschaftlerin Wohlfart abschließend: „Bei der Entwicklung frugaler Innovationen können agile Ansätze wie Design Thinking sehr hilfreich sein. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zu mehr Agilität und auch Entrepreneurship ermutigen, können so auch mehr Mut zur Einfachheit und Begeisterung für bewusstes Beschränken schaffen.“

www.rdm.iao.fraunhofer.de/

www.tae.de


TAE – Frugale Innovation

Lessons Learned on Smart Simplicity: Im Herbst 2019 bieten das Fraunhofer IAO und die Technische Akademie Esslingen (TAE) auch eine Fachtagung zum Thema frugale Innovation an. Zudem gibt es bei der TAE Seminare zum Frugal-Thema, wie „Mindset-Training“ oder „Methoden-Schulung“: Mehr dazu: www.tae.de/themenbereiche/maschinenbau-produktion-und-fahrzeugtechnik/frugale-innovation/


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