Datenanalyse vor Ort

Fanuc startet IoT-Plattform Field mit 12 Partnern in Europa

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Edge heavy: Das Field-System, das unter anderem in den eigenen Fabriken von Fanuc erfolgreich in Betrieb ist, sammelt und analysiert Maschinendaten vor Ort. Die Daten werden also direkt in der Fabrik verarbeitet. Bild: Fanuc
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Auf der EMO 2019 hat der Automatisierungsspezialist Fanuc den Startschuss für seine IoT-Plattform Field System in Europa gegeben. Fanuc wird noch in diesem Jahr mit dem Vertrieb der Field-Plattform auf dem europäischen Markt beginnen.

Zum Europa-Start hat Fanuc für das Field-System bereits 12 Partner versammelt, die mit unterschiedlichen Apps auf der IoT-Plattform vertreten sind. Ein App Store für das Field System soll in Europa ab dem vierten Quartal 2019 verfügbar sein. Zu den App-Partnern für Field gehören Anbieter aus unterschiedlichen Bereichen, darunter die Mess- und Prüftechnik-Spezialisten Marposs und Mitutoyo, der Werkzeugmaschinen-Ausstatter Sauter Feinmechanik, der Vakuumspezialist Schmalz, der Energieketten-Anbieter Igus oder der Spindel Spezialist SKF.

Beispiel SKF und Igus

Beispiel SKF: Mit Hilfe des Field-Systems und der IMx-Zustandsüberwachungstechnologie von SKF lässt sich der Zustand von Spindeln anhand von Vibrations-, Temperatur-, Drehzahl- und Prozessdaten vorhersagen. Dazu werden die entsprechenden Messwerte in Field-System-Dashboards eingeblendet, sodass der Anwender dank der gewohnten Umgebung von einer unkomplizierten Benutzerführung profitiert.

Beispiel Igus: Mit der Smart Plastics App von Igus können Instandhalter den Zustand von Energieketten und Leitungen überwachen und eine Wartung rechtzeitig planen. Zukünftig wird auch der Zustand von Rundtisch-, Linear- und Gleitlagern mit der App überwachbar sein. Basis dafür sind die Isense-Sensoren von Igus, die den Zustand der Komponenten erfassen. Das Kommunikationsmodul icom.plus stellt die Daten über einen integrierten OPC-UA Server bereit. Diese werden über den Fanuc Converter in die Plattform übernommen.

Zudem gehören Fanuc-eigene Apps zum Field-System, darunter PMA und ZDT. PMA steht für Production Monitoring and Analytics und wird zur Kontrolle und Visualisierung des Produktionsprozesses genutzt. ZDT (Zero Down Time) zielt auf die vorbeugende Instandhaltung. ZDT überwacht den Zustand der Maschinen, analysiert Daten und identifiziert Trends – wie Drehmomentänderungen und Störmomente. Mit der App können nicht nur Roboterachsen, sondern auch Servoantriebe oder Positioniertische überwacht werden.

Edge Computing

Field steht für „Fanuc Intelligent Edge Link and Drive“. Das Field System kann Produktionsmaschinen und Roboter in einer Fabrik verbinden und ermöglicht so eine umfassende Datenanalyse. Das Besondere: Das Field-System, das in Japan bereits eingeführt wurde und unter anderem in den eigenen Fabriken von Fanuc erfolgreich in Betrieb ist, sammelt und analysiert Maschinendaten vor Ort („edge heavy“). Die Daten werden also direkt in der Fabrik verarbeitet. So lässt Fanucs Field den Nutzern die Wahl, ob sie ihre Produktionsdaten in der Fabrik behalten oder in eine externe Cloud hochladen möchten.

„Das Field System arbeitet in erster Linie lokal. Es ermöglicht eine schnelle Reaktion im laufenden Produktionsprozess ohne Verbindung zu einer Cloud“, sagt Shinichi Tanzawa, President & CEO von Fanuc Europe. Wenn Nutzer jedoch Daten für zukünftige Analysen speichern oder eine Datenanalyse über verschiedene Produktionsstandorte hinweg durchführen möchten, können sie dies mittels einer Cloud-Lösung tun, verspricht Fanuc.

Japanische Cloud in Arbeit

Dazu will Fanuc zusammen mit den japanischen Technologieriesen Fujitsu und NTT Communications einen Digital Utility Cloud Service entwickeln. Dieser Cloud Service soll im April 2020 eingeführt werden – zunächst für japanische Kunden. Fanuc ist dabei für die Fabrik- und Edge-Ebene zuständig, Fujitsu für die Anwendungsebene und NTT stellt die ICT-Infrastruktur und die Sicherheitsfunktionen bereit.

Als weitere Besonderheit betont Fanuc die Offenheit der Plattform. Field unterstützt über Konverter den deutschen OPC-UA-Standard Umati ebenso wie den US-Standard MT Connect. Laut Fanuc-Europa-Chef Shinichi Tanzawa kommen diese Offenheit und auch das Fabrik-nahe Edge-Konzept gerade in Europa gut an: „Wir stoßen auf viel Interesse bei europäischen Kunden und Partnern.“

Europa-Offensive

Ohnehin setzt Fanuc auf ein starkes Wachstum in Europa und baut dazu sein Vertriebs- und Servicenetz in Europa weiter aus. Neben dem technischen Support und Service bilden Schulungs- und Trainingszentren einen weiteren Schwerpunkt der Expansion. So hat Fanuc in den vergangenen drei Jahren bereits rund 100 Millionen Euro in den Ausbau der europäischen Niederlassungen investiert und will in den nächsten drei Jahren weitere 100 Millionen Euro investieren.

Neue Einrichtungen und Erweiterungen sind an mehr als zehn europäischen Standorten geplant. In diesem Sommer eröffnete Fanuc zwei moderne Firmengebäude in der Region Rhône-Alpes in Frankreich und in der Nähe von Mailand in Italien. In Malmö (Schweden) und Moskau (Russland) werden ebenfalls neue Fanuc-Niederlassungen gebaut.

Zudem unterhält Fanuc ein Lager in Luxemburg, in dem mehr als 4.000 Roboter und andere Produkte für eine schnelle Lieferung an Kunden verfügbar sind. Auch Ersatzteile im Wert von 100 Millionen Euro werden hauptsächlich in Luxemburg, aber auch in allen europäischen Niederlassungen gelagert, um eine Ersatzteilverfügbarkeit von über 99,9% zu gewährleisten. Daher hat Fanuc auch keine Pläne für ein eigenes Roboterwerk in Europa: „Wir haben in Luxemburg genug Roboter auf Lager.“ Der japanische Roboterrivale Yaskawa hatte dieses Jahr in Slowenien eine europäische Roboterfabrik eröffnet.

Fanuc Europe Corporation S.A.

www.fanuc.eu


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