Service-App vereinfacht Parametrierung – Gateway verbindet IO-Link mit der Cloud

Digitales Business in der Vakuumtechnik

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Bei Schmalz stehen die Zeichen auf Digitalisierung. Daher hat man sich das Forschungs-Start-up GPS eingekauft und erkundet mit einer Service-App neue Geschäftsmodelle.

Im Rahmen der Digitalisierungsoffensive haben die Glattener nicht nur die Website samt Webshop und Online-Konfiguratoren massiv ausgebaut, sondern stellen auch die hauseigenen Entwicklungsprozesse flexibel auf: „Mit klassischen Stage-Gate-Entwicklungsprozessen sind wir heute zu langsam. Unsere Kunden aus dynamisch wachsenden Branchen wollen heute in wenigen Wochen fertige Produkte haben. Daher nutzen wir in der Entwicklung auch agile Methoden und brechen klassische Entwicklungsprojekte in kurze Sprints herunter“, sagt Firmenchef Dr. Kurt Schmalz.

Zudem hat sich Schmalz in Stuttgart mit dem Jungunternehmen GPS (Gesellschaft für Produktionssysteme) verstärkt, eine Ausgründung des Fraunhofer IPA. „Die Übernahme von GPS ist ein wichtiger Baustein unserer Digitalisierungsstrategie. Damit haben wir uns eine kleine schnelle Einheit zugekauft, mit der wir bei vernetzten Produkten schneller vorankommen können“, freut sich Dr. Schmalz.

Ein erstes Produkt ist Sicon, ein plattformunabhängiges Gateway, das IO-Link-fähige Aktoren und Sensoren unterschiedlicher Hersteller mit MES-/ERP-Systemen und Clouds verbindet. IO-Link-Geräte werden dazu an die Box angeschlossen – ohne Konfigurationsaufwand. Die Basis dafür legt die IODD (IO Device Description), die Informationen zur Identifikation des Geräts, Geräteparametern sowie Prozess- und Diagnosedaten der Sensoren und Aktoren enthält.

Als Datenweiche hört das Sicon-Gateway parallel zur Steuerung die IO-Link-Kommunikationsdaten mit und übermittelt sie über standardisierte Protokolle wie OPC UA, MQTT oder http in die Cloud. Dabei werden die Informationen und Rohdaten aus der Produktion gesammelt, interpretiert und so verdichtet, dass nur relevante Daten weitergeleitet werden.

Ergänzend dazu baut Schmalz seine Smart Field Devices weiter aus. So gibt es heute eine ganze Bandbreite intelligenter Vakuum-Komponenten. Dabei unterstützt Schmalz nicht nur IO-Link als Kommunikationsschnittstelle, sondern nutzt verstärkt den Nahfeld-Funk NFC (Near Field Communication). Den Auftakt machte 2015 der Vakuum- und Druckschalter VSi, weitere Produkte sind bereits auf dem Markt.

Wichtige Daten werden damit direkt aus dem Prozessor eines Feldgeräts ausgelesen und am Smartphone zur Verfügung gestellt. „Die Devices sprechen Klartext mit dem Anwender – im wahrsten Sinne des Wortes“, sagt Walter Dunkmann, der Leiter des Geschäftsfelds Vakuum-Automation. „Steht ein Greifsystem still, liefern sie eindeutige Hinweise zur Fehlerquelle – und keine kryptischen Fehlercodes.“

Via NFC und Smartphone will sich Schmalz nun auch neue datenbasierte Geschäftsmodelle erschließen und bietet im Google Playstore künftig eine eigene Service-App an. Sollen nur Daten ausgelesen werden, ist die App kostenlos erhältlich. Für eine schreibende Version der App soll es dagegen ab Herbst ein Lizenzmodell geben. „Mit dieser Version lassen sich Smart Field Devices wie der Vakuum- und Druckschalter VSi, der elektrische Vakuum-Erzeuger ECBP oder das Compact-Terminal SCTMi einfach und schnell via Mobilgerät parametrieren“, sagt Dunkmann.

Vorteil für den Kunden: Die Inbetriebnahme-Zeit für einen Vakuum- und Druckschalter beispielsweise sinkt damit um bis zu 75 Prozent. Angenehmer Nebeneffekt: Durch die externe Steuerung über die App-Oberfläche lassen sich zusätzliche Anzeige- und Eingabe-Module an den Greifsystemen sparen, die Beschaffungskosten sinken um bis zu 40 Prozent.

J. Schmalz GmbH

www.schmalz.de


Vakuum für Mobilroboter

Für die kollaborative Robotik hat Schmalz den intelligenten elektrischen Vakuum-Erzeuger ECBP entwickelt. Der energieeffiziente ECBP eignet sich insbesondere für den Einsatz an Leichtbaurobotern in der mobilen Robotik, wo es keine Stromkabel und Druckluft-Leitungen gibt, sondern nur eine Batterieversorgung. Der elektrische Vakuum-Erzeuger verfügt über eine integrierte Drehzahlregelung, die die Leistung der Pumpe je nach Prozess oder Werkstück reguliert: Viel Saugleistung und damit Energie ist erforderlich, wenn poröse Werkstücke wie Kartonagen bewegt werden. Saugdichte Materialien hingegen kommen mit weniger Leistung aus, der Anwender kann die Drehzahl nach unten regeln.

Elektrischer Vakuum-Erzeuger für mobile Roboter.
Bild: Schmalz

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