Unternehmen werden sich ihre Überkapazitäten an Produktionsmitteln teilen Die Sharing Economy erobert die Produktion

Unternehmen werden sich ihre Überkapazitäten an Produktionsmitteln teilen

Die Sharing Economy erobert die Produktion

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Karl-Heinz Land: „Schon bald werden 3D-Druck-Hubs eingerichtet, sowohl für Endverbraucher wie für Unternehmen. Keine Frage: Die Produktion kommt zum Kunden und wird immer individueller.“ Bild:
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Die Sharing Economy – also das Teilen von Wohnungen, Autos undweiteren Produkten – erfreut sich großer Beliebtheit. Ein Großteil der Umsätze werden zwar noch im Consumer-Segment gemacht, aber das wird sich bald ändern.

Autor: Karl-Heinz Land

In der Sharing Economy 2.0 teilen Unternehmen nicht nur ihre Überkapazitäten an Produktionsmitteln. Auch der Konsument rückt als „Prosumer“ in den Rang eines potenziellen Produzenten. Möglich werden diese Rollenverschiebungen durch das Internet der Dinge (IoT), oder besser das Internet of Services, mit dem Milliarden Menschen über ihre Smartphones bereits verbunden sind.

So ist es ja bereits eine Selbstverständlichkeit, dass Kunden ihre Sneaker oder Sportschuhe selber gestalten können. Aber das ist nur der Anfang. Über das Internet der Dinge werden die Verbraucher künftig 3D-Drucker ansteuern und hochpersonalisierte Designs und Formen bestellen können.

Vor allem aber werden Unternehmen über das Netz Maschinenlaufzeiten in der Produktion teilen. Denn: Nicht alle Unternehmen fahren Rund-um-die Uhr-Schichten. In vielen Fabriken gibt es immer wieder Zeiten des Stillstands. Maschinen stehen nutzlos herum. Diese „Ruhezeiten“ werden künftig mit anderen Unternehmen geteilt: Es wird Plattformen geben, auf denen diese Kapazitäten angeboten und nachgefragt werden, wo die Betreiber der Maschinen und die Interessenten an Produktionszeit zusammenfinden.

Noch wirkt dieser nächsten Stufe der Sharing Economy das Wesen der Maschinen entgegen. Sie müssen schließlich mit einigem Aufwand für jeden neuen Auftrag umgerüstet und vorbereitet werden. Aber mit dem Siegeszug des 3D-Drucks verändern sich die Parameter. 3D-Drucker sind deutlich flexibler. Und schwer im Kommen.

Ein echtes Dreamteam:
Sharing Economy und 3D-Druck

Der Gesamtmarkt für 3D-Druck wird je nach Studie und Betrachtungsweise jährlich zwischen 15 und 30 Prozent wachsen. Optimistische Studien gehen von einem Marktvolumen von über 400 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 aus. Kaum verwunderlich, denn schließlich löst der 3D-Druck einige Probleme: Losgröße 1 ist damit keine wirkliche Herausforderung mehr. Ersatzteile können bei Bedarf und vor Ort produziert werden. Der Transport über lange Distanzen entfällt, Verkehrswege und Umwelt werden entlastet.

Sharing Economy und 3D-Druck erweisen sich dabei als Dreamteam. Meine Prognose ist: Schon bald werden 3D-Druck-Hubs eingerichtet, sowohl für Endverbraucher wie für Unternehmen. Sie müssen also nicht in eigene 3D-Druck-Kapazitäten investieren, sondern teilen sich externe Druckerzentren. Der Logistikdienstleister DHL hat bereits Pop-up-Stores für den 3D-Druck getestet. Keine Frage: Die Produktion kommt zum Kunden und wird immer individueller. Das Ausgangsprodukt ist nur noch ein Datensatz.


Zum Autor

Karl-Heinz Land ist Gründer der Strategie- und Transformationsberatung Neuland sowie Sprecher der Initiative Deutschland Digital. In einer exklusiven Serie kommentiert er die Auswirkungen der digitalen Transformation.

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