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Corona-Restart nach Plan

Virtuelle Kooperation macht resilienter
Corona-Restart nach Plan

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Nach dem Corona-Lockdown im Frühjahr konnte Automobilzulieferer Kromberg & Schubert binnen weniger Tage in allen 26 Werken die Produktion wieder hochfahren. Die Strategie für den Neustart hatte Kromberg & Schubert mit dem Fraunhofer IPA entwickelt.

Ziel sei es gewesen, den Betrieb an allen Standorten schnell, effizient und effektiv wiederaufzunehmen, gleichzeitig aber auch dafür zu sorgen, dass das Corona-Virus nicht in die Werke eindringt, erinnert sich Michael Lickefett, Leiter der Abteilung Fabrikplanung und Produktionsmanagement am Fraunhofer IPA. „Eine besondere Herausforderung lag darin, dass wir neue Formen der Recherche und Kooperation entwickeln mussten: Wir konnten uns nicht, wie gewohnt, mit Laptop und Notizblock vor Ort ein Bild machen. Stattdessen mussten wir ausschließlich remote arbeiten, meist vom Homeoffice aus“, ergänzt Projektmanager Maximilian Dörr.

Die Mitglieder der Task Force – am IPA und bei Kromberg & Schubert – trafen sich ausschließlich bei Videokonferenzen. Über eigens entwickelte Kollaborations-Plattformen wurden neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Infektionsschutz, Schichtpläne, Arbeitsplatzbeschreibungen und Daten zum Lieferantenmanagement ausgetauscht. „Die Zusammenarbeit hat reibungslos funktioniert“, berichtet Dörr. „Wir haben sehr schnell ein Set an organisatorischen Maßnahmen und technischen Lösungen erstellt, die in den Werken eingeführt werden konnten.“ Es gab Hygienepläne, Schutzmaßnahmen für die Mitarbeitenden, Fragebögen, welche die Lieferanten ausfüllen mussten, sowie ein Konzept, das den Transport der Produkte zum Endkunden sicherstellte.

Virtueller Austausch von Gedanken, Erfahrungen und Daten

Von den Erfahrungen des IPA-Teams beim weltgrößten Hersteller von Kabelbäumen können künftig auch andere produzierende Unternehmen profitieren: Im Projekt „Virtual CoLAB – Resiliente Wertschöpfung in Zeiten von Corona“ haben die Forscher jetzt eine virtuelle Plattform für den Austausch von Gedanken, Erfahrungen und Daten geschaffen. Ab Mitte November treffen sich auf dieser Plattform erste Teilnehmer zu Workshops.

„Unser Ziel ist es, Unternehmen bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen“, betont Lickefett. Man wolle den Teilnehmern konkrete und schnell umsetzbare Maßnahmenkataloge an die Hand geben. Im nächsten Schritt gehe es darum, sich auf die Zeit nach Corona vorzubereiten, die „neue Normalität“. Auch hier werden wohl große Herausforderungen auf die Forscher warten: „Die Organisations- und Führungsstrukturen werden sich verändern; die Digitalisierung wird voranschreiten und damit auch die Notwendigkeit, neue Arbeitsprozesse beziehungsweise technische Lösungen zu entwickeln; man wird neue Formen der Akquise und des Kundenkontakts brauchen und man wird Strategien zum Umgang mit künftigen Krisen erarbeiten müssen“, so die IPA-Forscher.

Resilient wie Flechten am Nordkap

All diese Maßnahmen werden dazu beitragen, Unternehmen resilienter zu machen, versichert IPA-Institutsleiter Professor Thomas Bauernhansl: „Resilienz heißt, dass etwas unter widrigen Umständen gedeiht – wie eine Flechte am Nordkap. Für uns bedeutet das: Wir brauchen Strukturen, die robust sind und, die ich aktiv beeinflussen kann. Gleichzeitig muss ich nach außen reaktiv und agil sein, weil ich ja nicht weiß, was mich als Unternehmen in Zukunft erwartet.“

Das Virtual CoLAB wird Unternehmen nicht nur dabei helfen diese Resilienz zu erreichen, sondern hat auch selbst eine Struktur, die den Herausforderungen der Zukunft gerecht wird: Das Networking ist virtuell und damit klimaneutral; die gemeinsamen Konferenzen dauern immer nur eine Stunde und sind daher hocheffizient; das Setting ist dazu noch hochflexibel, denn die Teilnehmer können sich von überall zuschalten.

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

www.ipa.fraunhofer.de

Kontakt:

Michael Lickefett

Abteilungsleiter Fabrikplanung und Produktionsmanagement

Telefon +49 711 970–1993

michael.lickefett@ipa.fraunhofer.de


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