Roboterhersteller bezahlen Absatzwachstum mit Einbußen bei der Profitabilität Chinesen drücken auf die Roboterpreise

Roboterhersteller bezahlen Absatzwachstum mit Einbußen bei der Profitabilität

Chinesen drücken auf die Roboterpreise

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China-Experte Georg Stieler Bild: Stieler
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In China wächst die Szene der Robotikanbieter rasant – und die Preise fallen. Auf den deutschen Markt drängen die chinesischen Billig-Roboter aber (noch) nicht.

„2017 war für den chinesischen Robotermarkt noch einmal ein extrem starkes Jahr. Nach offiziellen Angaben wurden etwa 130 000 Industrieroboter abgesetzt, was einem Absatzplus von rund 44 Prozent entspricht“, berichtet China-Experte Georg Stieler, der die Niederlassung der Stieler Technologie- und Marketing-Beratung in Shanghai leitet. Allerdings sei der Preisdruck bei Industrierobotern in China mittlerweile enorm. „Sämtliche inländischen und ausländischen Roboterhersteller haben ihr Absatzwachstum im vergangenen Jahr mit deutlichen Einbußen bei der Profitabilität bezahlt.“

Zumal chinesische Wettbewerber auf einer Kostenbasis operieren, mit der europäische Wettbewerber nicht mithalten können, so Stieler: „Einheimische Hersteller wie Siasun, Efort, STS oder Greatoo bieten 6-Achs-Roboter mit einer Tragkraft von 20 Kilogramm mittlerweile für unter umgerechnet 13 000 Euro an.“ Und auch beim Thema kollaborative Roboter glänzen chinesischen Cobots mit niedrigen Preisen von 10 000 bis 15 000 US-Dollar.

Zugleich ist die chinesische Robotik-Landschaft rapide gewachsen: Getrieben von massiven Subventionen hat sich die Anzahl der chinesischen Robotik-Firmen in sechs Jahren von etwa 300 auf über 3400 erhöht. Allerdings wird sich der Markt wohl lichten (müssen) – laut der chinesischen Regierung sollen Roboterhersteller mit weniger als 2000 Einheiten pro Jahr mittelfristig aus dem Markt ausscheiden. „Nach diesen Kriterien sehen wir etwa 10 potenziell wettbewerbsfähige chinesische Roboterhersteller, darunter Siasun, Efort, GSK, Estun, STS und Greatoo“, berichtet Stieler.

Nach Europa drängen die chinesischen Robotik-Player aber bislang eher nicht, zumal der heimische Markt der wachstumsstärkste Robotermarkt der Welt ist. „Selbst bei den führenden Herstellern liegen die Exportquoten unter 10 Prozent. Vereinzelt gab es zwar Messeauftritte in Europa, das strategische Kalkül dahinter war allerdings nicht eindeutig erkennbar.“ Daher erwartet Stieler auf absehbare Zeit nicht, dass chinesische Robotik-Player auf dem europäischen Markt Fuß fassen werden. „Neben dem Rückstand beim technischen Niveau bestehen hier insbesondere im Hinblick auf die Themen Datensicherheit und Vertrauen erhebliche Vorbehalte in der Industrie.“

Stieler Enterprise Management Consulting (Shanghai) Co. Ltd.

www.stieler.co

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