Interview mit Martin Scherrer, Geschäftsführer Voith Robotics GmbH „Apps ermöglichen intuitive Bedienung“

Interview mit Martin Scherrer, Geschäftsführer Voith Robotics GmbH

„Apps ermöglichen intuitive Bedienung“

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Welche Strategie Voith Robotics mit Franka Emikas Leichtbau-roboter Panda verfolgt, verrät Geschäftsführer Martin Scherrer im Interview.

Autor: Armin Barnitzke

Was zeichnet Panda aus? Mit welchen Argumenten wollen Sie gegenüber Wettbewerbern wie ABB, Kuka oder Universal Robots punkten?

Scherrer: Der Panda ist ein Roboter für jedermann. Er zeichnet sich zum einen durch Fähigkeiten wie Feinfühligkeit, Vernetzung, Flexibilität und Kosteneffizienz aus. Damit kann er sensible Vorgänge wie genaues Stecken, Schrauben und Sortieren durchführen. Zum anderen kann der Roboter so einfach wie ein Smartphone via Apps bedient werden. Auch das Erlernen neuer Aufgaben ist dank besonders nutzerfreundlicher Oberfläche und Software ohne Programmierkenntnisse des Bedieners möglich. Neben dem Panda selbst bieten wir unseren Kunden das gesamte Fertigungs- und Digitalisierungs-Knowhow von Voith und positionieren uns damit als Systemanbieter für die robotergestützte Automatisierung.

Welche Märkte adressieren Sie hauptsächlich? Große Firmen wie Automobilkonzerne oder kleine und mittlere Unternehmen?

Scherrer: Leichtbauroboter wie der Panda werden als intelligente Assistenzsysteme integraler Bestandteil in vielen Arbeits- und Alltagsbereichen, wie zum Beispiel Fertigung, Logistik, Health Care oder Consumer Goods. Wir unterstützen Kunden in allen Märkten und Branchen bei der Automatisierung ihrer Produktion, in der sensible, sich wiederholende Tätigkeiten anfallen.

Neben dem reinen Roboter will Voith Robotics ja auch Software anbieten. Um welche Art von Software geht es hier konkret?

Scherrer: Voith Robotics bietet diverse Applikationen an, die den Nutzern eine intuitive Bedienung ermöglichen. Mit dem Kauf des Pandas erhält der Kunde ein Starterpaket, das Basisfunktionen wie beispielsweise die Pick-and-Place-Funktion beinhaltet. Je nach Bedarf des Kunden können weitere Applikationen maßgeschneidert ergänzt werden. So gibt es auch Pakete für das Testen von Chips oder Touchscreens, die Funktion des Schraubens und auch das Verpacken von Produkten sowie das Zusammenstellen der Produkte in einer Versandbox. Zusätzlich bringt Voith weitere Kompetenzen ein, zum Beispiel digitale Produkte wie unsere IoT-Plattform On Cumulus aus dem Konzernbereich Voith Digital Solutions, die – gemeinsam mit dem Einsatz von Robotern – unseren Kunden einen Wettbewerbsvorteil verschaffen werden.

Franka Emika ist ja Voiths zweiter Anlauf in der Robotik: Warum haben Sie eigentlich ihr Engagement bei Kuka nicht ausgeweitet, sondern an Midea verkauft?

Scherrer: Robotik war und ist für uns eines der strategischen Schlüsselfelder. Robotik liegt im Schnittfeld zwischen Automatisierung, artifizieller Intelligenz, Sensorik, Applikationssteuerung und Software und bietet uns eine ideale Ergänzung zu unserem Portfolio aus Anwendungen und Services, die wir für die digitale Industrie bereitstellen. Der Verkauf der Kuka Anteile erfolgte aus rein finanzstrategischen Erwägungen. Das enorm hohe Investoreninteresse an Robotikunternehmen hat uns darin bestärkt, dass Robotik für uns ein strategisches Handlungsfeld bleibt, weshalb wir nun die strategische Partnerschaft mit Franka Emika geschlossen haben.

Voith Robotics GmbH

www.voith-robotics.com

automatica Halle B6, Stand 500

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