Kollaborativer Roboter Sawyer liefert Leistungs- und Produktionsdaten in Echtzeit

Cobots erschließen neue Automatisierungspotenziale

Anzeige
Dank geringer Investitionskosten und hoher Einsatzflexibilität erschließen Cobots ganz neue Automatisierungspotenziale. Der Sawyer von Rethink Robotics punktet hierbei mit einer cleveren Kombination von Hardware und Software.

Im Unterschied zu Industrierobotern zeichnen sich Cobots dadurch aus, dass sie ohne großen Aufwand in die Produktionsumgebung integriert werden können. Sie sind flexibel einsetzbar, leicht in Betrieb zu nehmen und können idealerweise per mobilem Sockel zwischen verschiedenen Stationen entlang der Fertigungslinie hin- und herbewegt werden. So kann ein Cobot beispielsweise in einer Woche beim Be- oder Entladen eines Fließbands helfen, während er in der nächsten Woche bei der Montage eingesetzt wird. Durch ihr geringes Gewicht und dank der hochsensiblen Sicherheitstechnologie kommen Cobots ohne Käfig aus und können gefahrlos an der Seite ihrer menschlichen Kollegen arbeiten.

Nicht nur beim Blick auf die Waage, sondern auch beim Blick in den Geldbeutel fällt auf: Cobots sind im Vergleich zu herkömmlichen Industrierobotern echte Leichtgewichte. Durch das geringe Investitionsvolumen und die hohe Variabilität der Einsatzmöglichkeiten können Unternehmen mithilfe von Cobots auch dort automatisieren, wo es vorher unwirtschaftlich war – das heißt dort, wo die Installation einer hochpreisigen, festinstallierten Industrieroboterlösung aus Kosten- und Prozesssicht keinen Sinn macht. Mit Cobots können Unternehmen mit einer begrenzten Investition neue Automatisierungsfelder erschließen und dadurch ihre Produktivität und Innovationskraft nachhaltig steigern, während sie gleichzeitig einen schnellen ROI erzielen.

MS Schramberg setzt auf Cobots

Produktivität und Innovation – diese beiden Ziele hatte auch das baden-württembergische mittelständische Unternehmen MS Schramberg im Blick, als man sich 2016 für die Anschaffung von fünf Cobots des Typs Sawyer entschied. Das Unternehmen, das auf Magnet- und Kunststofftechnik spezialisiert ist, kannte Sawyer von einem befreundeten Hersteller und hatte den Cobot mit dem freundlichen Display-Gesicht bereits in Aktion gesehen.

Für das Pilotprojekt entschied man sich für eine einfache Pick-and-Place-Anwendung, bei der Sawyer vorgewärmte Teile in eine Automatisierungsapparatur einlegt – eine Tätigkeit, die für die Mitarbeiter aufgrund der entstehenden Hitze vergleichsweise belastend war. „Nach der Integration wurde Sawyer als Kollege betrachtet, der die unangenehme Arbeit macht“, freut man sich bei MS Schramberg. „Das war für uns ein guter Start und ein sehr großer Erfolg.“

Einfache Aufgabenerstellung

Nach den positiven Erfahrungen aus dem Erstprojekt entschied sich MS Schramberg, Sawyer auch für eine komplexere Applikation einzusetzen. „Hierbei arbeiten zwei Cobots an einer Anlage parallel zueinander und übernehmen sowohl das Einlegen als auch die Entnahme von Teilen“, erklärt ein Mitarbeiter die Anwendung. Über die leicht verständliche Sawyer-Software-Plattform Intera können selbst komplexe Aufgaben per Entscheidungsbaum intuitiv erstellt und auf dem Display nachvollzogen sowie feinjustiert werden.

Mit der Train-by-Demonstration-Methode lernt Sawyer neue Bewegungsabläufe außerdem durch das bloße Führen des Roboterarms und kann somit auch von Mitarbeitern ohne Programmierkenntnisse bedient werden. Auch das zweite Cobot-Projekt verlief für MS Schramberg so erfolgreich, dass man die Applikation an zwei weiteren, identischen Anlagen spiegelte. Insgesamt hat der Hersteller heute mehr als 10 Sawyer von Rethink Robotics in der Produktion im Einsatz.

Software macht den Cobot smart

Die Software bildet das Kernstück der Cobots von Rethink Robotics. Sie garantiert nicht nur maximale Anwenderfreundlichkeit, sondern bildet auch die Grundlage für die Investitions- und Zukunftssicherheit von Sawyer. Durch die regelmäßigen Software-Updates mit jeweils neuen Features und Funktionalitäten können Unternehmen ihren Automatisierungsgrad und die damit verbundenen Wertschöpfungsmöglichkeiten kontinuierlich erweitern. Mit dem jüngsten Update Intera 5.2 bringt Rethink Robotics gleich zwei bahnbrechende Neuerungen an den Start (siehe Kasten).

  • Zum einen kann Sawyer mit Intera Insights auf seinem On-Board-Display Kennzahlen und Leistungsindikatoren wie Zyklusdauer, Teilezahl oder Geschwindigkeit fertigungsnah anzeigen.
  • Zum anderen wurden die Bildverarbeitungsfunktionen von Sawyer so verbessert, dass der Cobot einfach mit einem externen Kamerasystem verknüpft werden kann.

Rethink Robotics

www.rethinkrobotics.com/de


Intera Insights mit 5.2 Software-Update

Mit dem jüngsten Update Intera 5.2 bringt Rethink Robotics gleich zwei bahnbrechende Neuerungen für das Betriebssystem von Sawyer:

  • Durch das neue Feature Intera Insights kann Sawyer auf seinem integrierten On-Board-Display Kennzahlen und Leistungsindikatoren wie Zyklusdauer, Teileanzahl, Geschwindigkeit oder Krafteinwirkung in Echtzeit darstellen. Über ein individuell konfigurierbares Dashboard sind die Produktionsdaten direkt in der Werkhalle einsehbar. Zugleich können sämtliche Mitglieder des Fertigungsteams über die Intera Studio Plattform auf sie zugreifen. Intera Insights ermöglicht Unternehmen präzises Monitoring in Echtzeit inklusive umfassender Datenerfassung und bildet so die Basis für fundierte Produktionsentscheidungen. Das spart Unternehmen Zeit und Geld, da sie nicht mehr in ein anderes Datenerfassungssystem investieren müssen.
  • Intera 5.2 bietet auch umfangreiche Neuerungen für Sawyers Bildverarbeitungsfunktionen. Neben der integrierten Kamera, die bei jedem Sawyer-Roboter Standard ist, haben Anwender jetzt die Möglichkeit, eine externe Kamera innerhalb weniger Minuten nahtlos zu integrieren. Dadurch profitieren Unternehmen von verbesserter Kameratechnik und können die internen Bildverarbeitungssysteme von Sawyer noch wirksamer einsetzen.

„Basierend auf dem Feedback, das wir von unseren Kunden erhalten, steigert unsere Software-Innovation den Mehrwert unseres Roboters Sawyer“, erläutert Scott Eckert, Präsident und CEO von Rethink Robotics. „Wir bringen Datenanalyse sowie die revolutionäre Benutzerfreundlichkeit bei der Implementierung von Bildverarbeitungsprogrammen und Leistungsverbesserungen ein, um unserer Verpflichtung nachzukommen, Sawyer im Laufe der Zeit noch intelligenter, schneller und leistungsfähiger zu machen.“

Mit der neuen Funktion Intera Insights liefert Sawyer Leistungs- und Produktionsdaten in Echtzeit.
Bild: Rethink Robotics

Interview: Darius Wilke, Director European Business, Rethink Robotics

„Einfacher Einstieg in die Industrie 4.0“

In die kollaborative Robotik sollte man mit möglichst einfachen Applikationen einsteigen, rät Darius Wilke, Director European Business bei Rethink Robotics.

Industrie 4.0, Digitalisierung und Vernetzung haben das Potenzial, Produktions- und Lieferketten grundlegend zu verändern. Ein wesentlicher Baustein ist die Robotik und als neueste Kategorie die kollaborative Robotik. Rethink Robotics hat sich auf Leichtbauroboter spezialisiert, die innerhalb des Produktionsprozesses flexibel einzusetzen sind und dabei Hand in Hand mit ihren menschlichen Kollegen arbeiten. Wie bewerten Sie das Potenzial der Mensch/Roboter-Kollaboration im Hinblick auf Industrie 4.0?

Wilke: Wenn wir den Markt realistisch betrachten, sehen wir, dass viele Unternehmen beim Einsatz kollaborativer Roboter noch ganz am Anfang stehen. Es geht zunächst einmal darum, die Technik zu verstehen, um das Potenzial für den eigenen Betrieb zu erkennen. Deshalb empfehlen wir unseren Kunden, pragmatisch an das Thema heranzugehen und mit einfachen Applikationen innerhalb ihrer Produktionskette zu beginnen. Direkt mit einem MRK-Projekt zu starten, hieße das Pferd von hinten aufzäumen.

Warum das?

Wilke: Aus dem einfachen Grund, weil es bis dato ja gar keine Applikationen gab, in denen Mensch und Roboter zusammengearbeitet haben. Cobots sind eine grundlegend neue Technologie. Arbeitsplätze, an denen Mitarbeiter und Maschine Hand-in Hand arbeiten, müssen somit erst geschaffen werden. Sie sind sozusagen die ultimative Ausbaustufe der kollaborativen Robotik. Als Anbieter müssen wir unsere Kunden aber dort abholen, wo sie sind, um ihnen den Einstieg in das Thema Cobots so einfach wie möglich zu machen. Konkret heißt das, wir starten mit einer einfachen Applikation und entwickeln die Einsatzmöglichkeiten mit dem Kunden Schritt für Schritt in Richtung MRK weiter. Es ist wichtig, das Ganze als Lernprozess zu begreifen. Unser Ziel ist es, die Einstiegsschwelle für unsere Kunden dabei so niedrig wie möglich zu halten – unabhängig davon, ob es sich um einen Großkonzern wie DHL oder einen Mittelständler wie MS Schramberg handelt.

Wie stellen Sie sicher, dass der Kunde sich für die richtige Applikation entscheidet?

Wilke: Wir legen großen Wert darauf, unsere Kunden von der ersten Sondierungsphase bis zum Abschluss des Projekts durchgängig zu betreuen. Unsere Integratoren sind speziell darauf geschult, gemeinsam mit dem Kunden diejenigen Applikationen auszumachen, die eine erfolgreiche Umsetzung und zugleich einen wirklichen Mehrwert garantieren. Das können zum Beispiel Tätigkeiten sein, die aus ergonomischer Sicht für die Mitarbeiter belastend sind. Auch bei monotonen oder stark repetitiven Aufgaben kann der Einsatz einer Cobot-Lösung sinnvoll sein.

Was macht Cobots für KMUs interessant?

Wilke: Drei Punkte: Flexibilität, einfache Handhabung und überschaubares Investment. Sawyer ist als vollständig integrierte Lösung konzipiert, das heißt Komponenten wie Kamera, Sockel und Greifer sind bereits im Paket enthalten. Das macht ihn speziell dort interessant, wo es bisher nicht wirtschaftlich gewesen ist, Aufgaben durch den Einsatz teurer und wenig flexibler Industrieroboter zu automatisieren. Als neue Kategorie erschließen Cobots somit ganz neue Automatisierungspotenziale.

Welche Rolle spielen Flexibilität und einfache Handhabung?

Wilke: Für kleine und mittelständische Betriebe ist es besonders wichtig, flexibel auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren und ihre Produktion dynamisch anpassen zu können. Dank des mobilen Sockels kann Sawyer flexibel an verschiedenen Stationen entlang der Produktionslinie eingesetzt werden – ohne kompliziertes Umprogrammieren. Durch die Train-by-Demonstration-Methode erlernt er Aufgaben und Bewegungsabläufe durch das bloße Führen des Roboterarms. Nach weniger als einem Tag Training können auch Mitarbeiter ohne Programmierkenntnisse Sawyer anlernen und bedienen.

Und welche Rolle spielt die Sicherheit?

Wilke: Für Rethink Robotics hat Sicherheit oberste Priorität. Deshalb haben wir Sawyer inklusive der Steuerungsarchitektur vor kurzem vom TÜV Rheinland nach den Sicherheitsnormen ISO 10218-1:2011 und ISO 13849-1, Performance Level d Category 3 zertifizieren lassen. Damit erfüllt Sawyer alle erforderlichen Schutzmaßnahmen der EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Im Bereich der internationalen Normenlandschaft sehe ich allerdings noch Nachholbedarf. Was wir für die Zukunft brauchen, sind einheitliche Messverfahren, international verbindliche Standards und eine klare einheitliche Normierung, die für unsere Kunden transparent und nachvollziehbar ist.

Darius Wilke, Director European Business bei Rethink Robotics: „Unser Ziel ist es, die Einstiegsschwelle für unsere Kunden in das Thema Cobots so niedrig wie möglich zu halten.“
Bild: Rethink Robotics

Vom Roomba zum Sawyer

Als der MIT-Professor Rodney Brooks in den 2000er-Jahren den Roomba-Staubsauger von iRobot produzierte, erfuhr er aus erster Hand, wie heraufordernd Herstellungsprozesse sein können. Am Ende des Jahrzehnts gründete der Informatiker daher Rethink Robotics mit dem Ziel, Produzenten ganz neue Automatisierungsmöglichkeiten zu bieten. Sein Roboter sollte günstig und sicher sein, ohne Käfig auskommen, auch von Nicht-Ingenieuren einfach anzulernen und zugleich flexibel genug sein, um schnell die Einsatzgebiete wechseln zu können.

Diese Vision führte 2015 zu der Entwicklung von Sawyer. Kernstück des Cobots ist die leistungsfähige Intera-Software, die regelmäßig mit Updates versorgt wird und etwa die intuitive Train-by-Demonstration-Funktionalität ermöglicht. Mit den Clicksmart-Greifer-Kits bietet Rethink Robotics zudem eine vollständig integrierte Robotik-Greifer-Lösung.

Rodney Brooks und sein Cobot Sawyer.
Bild: Rethink Robotics

Mehr zum Thema Robotik aus Odense
Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Schlagzeilen

KUKA: Smarte Automatisierung

KUKA Roboter Hochschule Karlsruhe

Smarte Automatisierung mit KUKA im Überblick

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Themenseite Cobot

Erläuternde Beiträge, Neuigkeiten, Anwendungsbeispiele und Hintergrundinfos rund um das Thema kollaborative Robotik

Messevideo


Greiferintegration leicht gemacht: Die Zimmer Group zeigt, wie es geht.

Kalender

Aktuelle Termine für die Automatisierungsbranche

Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de