Kühlschmieröl kann gekapselten Stäubli-Roboter nichts anhaben

Zerspanung: Stäubli-Roboter trotzt rauen Bedingungen

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Der Präzisionsteile-Hersteller Redtenbacher setzt auf einen außerordentlich hohen Automatisierungsgrad. Für die spanende Fertigung einer Brillen-Scharnierlösung haben die Österreicher eine Rundtaktmaschine realisiert, in der ein Stäubli-Roboter auch in rauer Umgebung mit Präzision überzeugt.

Im Headquarter in Scharnstein und in weiteren Produktionsstätten in Slowenien und Tschechien fertigt Redtenbacher mit rund 150 Mitarbeitern Präzisionsteile, hauptsächlich für die Brillenindustrie. „Mit konstanter Präzision und einer kaum noch messbaren Abweichung erst ab der dritten Stelle nach dem Komma haben wir uns weltweit eine Spitzenposition gesichert“, erläutert Daniel Almhofer, Leiter der Arbeitstechnik und Konstruktion bei Redtenbacher.

Mitverantwortlich für den Erfolg der Oberösterreicher ist die überaus hohe Fertigungstiefe. Neben der spanabhebenden Fertigung (Fräsen, Bohren, Reiben, Gewinden) und der spanlosen Fertigung (mit hydraulischen Pressen und Spritzgussmaschinen) verfügt Redtenbacher über viel Kompetenz in der Oberflächentechnik – vom Entgraten über Trowalisieren und elektrochemisches Polieren bis zum Galvanisieren.

Viel Know-how im Maschinenbau

Die für die Teilefertigung notwendigen Maschinen sowie deren Automatisierung werden größtenteils hausintern entwickelt und gebaut – von der Rundtaktanlage bis zum Montageautomaten. So hat sich Almhofers Team enormes Know-how im Maschinen- und Anlagenbau angeeignet. Im Zuge einer Neuausstattung der spanabhebenden Fertigung entstand 2014 die aktuell eingesetzte Maschinengeneration RB16. Die Rundtaktmaschinen können mit bis zu 16 Bearbeitungsstationen sowie mit maximal 32 CNC-Achsen bestückt werden.

Um Fertigungskosten zu minimieren und eine hohe, konstante Qualität zu gewährleisten, ist für die Scharnsteiner ein hoher Automatisierungsgrad zwingend notwendig. So wurde beispielsweise für eine kundenspezifische Brillenscharnierlösung eine der Rundtaktmaschinen mit einem Roboter ausgestattet, der für Teilebestückung in der Anlage verantwortlich ist.

Grundvoraussetzung dafür war ein Roboter, der für die rauen Arbeitsbedingungen gerüstet ist. „In unseren Bearbeitungsmaschinen arbeiten wir mit Unmengen an Kühlschmieröl, das für Komponenten des Roboters zu einem Riesenproblem werden könnte. In diesem Punkt haben im Anbietervergleich für uns die Roboter von Stäubli den allerbesten Eindruck hinterlassen“, so der Konstruktionsleiter. Denn die Stäubli-Roboter werden so entwickelt, dass sie auch unter widrigen Einsatzbedingungen beständig arbeiten. So sind alle Kabel und Leitungen innerhalb des komplett gekapselten Roboterarms verlegt. Alle Anschlüsse befinden sich unter dem Roboterfuß

Schnell und hochpräzise

Aufgrund der engen Platzverhältnisse in der Rundtaktmaschine wählte man den kompakten 6-Achs-Roboter TX40 mit einer Reichweite von 515 mm. „Dank der Möglichkeit der Deckenmontage konnte der Roboter einfach in die Fertigungszelle integriert werden. Sein kugelförmiger Arbeitsbereich ermöglicht außerdem eine optimale Nutzung des Arbeitsraumes“, betont Almhofer.

Konkret ist der TX40 für den Einlegeprozess der Teile in die erste der 16 Bearbeitungsstationen zuständig. Die dafür geforderte Taktzeit von 4,2 Sekunden und eine Positioniergenauigkeit von 0,03 mm konnte Stäubli von Anfang an gewährleisten.

Den Einbau des TX40 übernahmen zwei hausinterne Montageteams von Redtenbacher. „Dabei war die hohe Transparenz der Robotersteuerung mit all ihren Schnittstellen überaus hilfreich. Zudem war der Support bei der Einbindung des Stäubli-Roboters in die Maschinensteuerung, der Programmierung und der Inbetriebnahme vorbildlich“, lobt der Projektverantwortliche.

Den größten Nutzen sieht er in der hohen Flexibilität des Roboters. „Die Maschine kann relativ rasch auf ein anderes Produkt umgerüstet werden. Aufgrund der vielfältigen Montagemöglichkeiten und der sechs Achsen kann der Roboter in jeder Lage Teile einlegen. Er könnte Teile bei Bedarf auch in jede Richtung drehen, umspannen oder auch aus der Anlage befördern.“

Selbstverständlich müsse man bei jeder Anwendung abwägen, ob ein Robotereinsatz in puncto Wirtschaftlichkeit auch Sinn macht. Almhofer: „Ziel ist allerdings schon, in Zukunft über einen Pool an Robotern zu verfügen, um für geeignete Aufträge Maschinen flexibel damit aufzurüsten und somit das Optimum für unseren Kunden herauszuholen.“

Stäubli Robotics (Deutschland)

www.staubli.com/de-de/robotics


Steckbrief

  • Redtenbacher fertigt Präzisionsteile, hauptsächlich für die Brillenindustrie. Die notwendigen Maschinen sowie deren Automatisierung werden größtenteils hausintern entwickelt und gebaut, so auch die aktuelle Maschinengeneration RB16. Die Rundtaktmaschinen können mit bis zu 16 Bearbeitungsstationen sowie mit maximal 32 CNC-Achsen bestückt werden.
  • Für eine kundenspezifische Brillenscharnierlösung wurde eine der Rundtaktmaschinen mit einem Roboter ausgestattet, der für die Teilebestückung in der Anlage verantwortlich ist. Zum Einsatz kommt hierfür ein Stäubli 6-Achs-Roboter TX40 in Deckenmontage.
  • Dank der gekapselten Bauweise kann das Kühlschmieröl in der Bearbeitungsmaschine dem TX40 nichts anhaben. Den Einbau des TX40 übernahmen zwei hausinterne Montageteams von Redtenbacher. Dabei war die hohe Transparenz der Robotersteuerung mit all ihren Schnittstellen überaus hilfreich.


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