Entnahmegreifer und Deckelschließanlage plug-and-play nach Südafrika geliefert

Deckel zu, Flasche dicht

Anzeige
Für Bowler Plastics in Kappstadt automatisierte Gimatic zwei Arburg Spritzgussmaschinen: Deren Greifersysteme und Deckelschließautomaten beenden das eintönige manuelle Verschließen von Kosmetik- oder Lebensmittelflaschen aus Kunststoff.

1972 startete Bowler Plastics mit einer Maschine die Produktion von Plastikteilen. Heute stellt die Bowler Spritzgussabteilung pro Jahr 320 Millionen Spritzgussteile auf 54 Spritzgussmaschinen her. „Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Versorgung der Kosmetik- und Haushaltsindustrie“, sagt Wayne Knutsen, Leiter Spritzgussfertigung. CEO Friedel Sass ist übrigens deutscher Abstammung und legt daher viel Wert auf Maschinen made in Germany. Und so kommen 49 Maschinen aus dem Hause Arburg.

Für die Produktion von Verschlusskappen entwickelte Gimatic sechs Entnahmegreifer und zwei Deckelschließautomaten. Bisher hat ein Maschinenbediener die von der Spritzgussmaschine ausgeworfenen Verschlusskappen von Hand geschlossen. Jeweils vier Deckel – in sechs Varianten – kommen gleichzeitig aus der Maschine mit einer Taktzeit von 13 Sekunden. Angesichts der gestiegenen Lohnkosten hat sich Bowler entschlossen, den Arbeitsgang zu automatisieren. Damit wird künftig auch gleichzeitig das Qualitätsrisiko durch menschliche Fehler ausgeschlossen.

„Mit der Automatisierungslösung wollten wir unsere vorhandenen 3D-Negativ-Formteile nutzen können“, beschreibt Wayne Knutsen das Pflichtenheft. Der Verschlussprozess lässt sich nun mit relativ wenig Verlust in der Zykluszeit automatisieren, die meist etwa eine Sekunde beträgt. Das sei ein kleiner Preis im Vergleich zum großen Benefit: „Die Fliptop-Verschlussklappen werden sofort aus der Maschine entnommen, wodurch sich die Thermostabilität verbessert und der Ausschuss verringert“, so Wayne Knutsen. Zudem produziert die Maschine 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche. Daher schätzt Bowler, dass sich die Investition in sieben bis zwölf Monaten amortisiert hat – ohne die Einsparungen infolge reduzierter Ausschüsse zu berücksichtigen.

Einfach war die Umsetzung aber nicht: „Wir hatten bis dato nur wenig Erfahrung mit solch einer Deckelschließanlage. Zudem wollte Bowler damit sechs verschiedene Deckeltypen abdecken“, umschreibt Jens Reinfrank, Projektierung Systemtechnik bei Gimatic, die Herausforderung.

Die Entnahmeeinheit ist mit vier an die Deckelform angepassten Vakuumgreifern bestückt. Sie entnimmt die Kunststoffdeckel aus der Spritzgussmaschine und legt diese auf vier entsprechende 3D-Negativ-Formteile in der Deckelschließanlage ab. Diese besteht aus zwei synchron laufenden Linearachsen, die je zwei Deckel verschließen. Aus baulichen Gründen wurden die Linearachsen spiegelverkehrt aufgebaut. Daher muss die Entnahmeeinheit während des Entnahmevorgangs die unteren zwei Bauteile drehen, um sie anschließend lagerichtig ablegen zu können.

Die Linearachse fährt dann über die abgelegten Deckel. Damit die Deckel nicht beschädigt werden, klappt sie ein Flock um 90 Grad zu, bevor sie ein Pneumatikzylinder anschließend fest zudrückt. Während der Entnahmegreifer wieder ausfährt, um die nächsten Bauteile zu holen, werden die verschlossenen Deckel nacheinander um 180 Grad gedreht und mittels Luftstoß in bereitstehende Behälter ausgestoßen.

Abgestimmt auf jeweils drei Deckel wurden zwei verschiedene Deckelschließanlagen mit jeweils drei Greifern entwickelt. „Um das Umrüsten auf die einzelnen Formate zu erleichtern, haben wir die wenigen Bauteile, die es zu wechseln gilt, farblich markiert“, erklärt Jens Reinfrank.

Die Verantwortlichen beider Unternehmen sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit: „Vom ersten Treffen an verliefen die Gespräche konstruktiv und zielorientiert“, sagt Gimatic-Geschäftsführer Johannes Lörcher. „Das Vertrauen war am Ende sogar so groß, dass die Lieferung gegen Rechnung ohne die sonst üblichen Bank-Akkreditive erfolgte.“ Auch die Inbetriebnahme klappte reibungslos – sogar ganz ohne Reise nach Südafrika. „Wir haben es geschafft, ein wirkliches Plug-and-play-System zu fertigen“, resümiert Jens Reinfrank.

Die Anlage wurde in Hechingen gefertigt und dort vom Kunden abgenommen, bevor sie nach Afrika verschickt wurde. Wayne Knutsen sieht auch für die Zukunft „mit Sicherheit“ weiteres Automatisierungspotenzial zusammen mit Gimatic: „Wir haben gerade erst mit der Automatisierung von Prozessen begonnen und möchten das Verschlusskappen-Konzept auf andere Spritzgussformen erweitern.“

Gimatic Vertrieb GmbH

www.gimaticvertrieb.de



Hier finden Sie mehr über:
Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Schlagzeilen

KUKA: Smarte Automatisierung

KUKA Roboter Hochschule Karlsruhe

Smarte Automatisierung mit KUKA im Überblick

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Themenseite Cobot

Erläuternde Beiträge, Neuigkeiten, Anwendungsbeispiele und Hintergrundinfos rund um das Thema kollaborative Robotik

Messevideo


Greiferintegration leicht gemacht: Die Zimmer Group zeigt, wie es geht.

Kalender

Aktuelle Termine für die Automatisierungsbranche

Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de