Investition in vier Leichtbauarme hat sich in einem Jahr amortisiert: Dennoch musste kein einziger Arbeitsplatz abgebaut werden

Kollege Roboter lackiert Getriebe ohne Schutzzaun

Schon fünf Getriebe der gleichen Größe sind ausreichend, um den Lackiervorgang zu automatisieren
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Mit vier Leichtbaurobotern von Universal Robots hat der dänische Getriebehersteller BJ-Gear Teile seiner Produktion automatisiert. Ein UR5 übernimmt etwa das Lackieren von Getrieben. Das lohnt sich selbst bei Kleinstserien, denn die UR-Roboter lassen sich einfach umprogrammieren.

Das breite Sortiment der Dänen umfasst neben Standardgetrieben vor allem individuelle Spezialgetriebe. Aufgrund der Sonderanfertigungen gehören häufige Änderungen im Produktionsablauf sowie die Abwicklung von Kleinserien zum Alltag. Noch vor fünf Jahren fertigte das Unternehmen daher seine jährlichen 25 000 High-End-Getriebe in unzähligen Varianten noch ausschließlich manuell an.

Geändert hat dies Plant Manager Bjørn Sommer, der sich seit 15 Jahren mit Lean Enterprise und Six Sigma beschäftigt, und 2005 dafür ausgewählt wurde, den Aufbau einer neuen Fabrik zu leiten: „Wir wollten alle Herstellungsschritte logisch und effizient anordnen und die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter optimal nutzen. Dazu war eine Lösung notwendig, die zum einen flexibel auf unsere stark variierenden Losgrößen angepasst werden kann und mit der zum anderen monotone Handarbeiten automatisiert werden können.“
Automatisierungsspezialist Henrik Christensen von KJV empfahl ihm die dänischen Leichtbauarme: „Denn dieser Roboter ist flexibel und einfach programmierbar – und kann in nächster Nähe zum Menschen ohne Schutzzaun arbeiten.“ Heute sind insgesamt vier Leichtbauroboterarme an unterschiedlichen Produktionsabschnitten im Einsatz. Sie beladen CNC-Maschinen und sind an Waschanlagen oder Gratomaten tätig.
Einer lackiert mit einer Spritzpistole fertig montierte Getriebe. Dafür ist er in der Lackierkabine vor einem Förderband platziert. Setzt sich das Förderband in Bewegung, startet der Roboter den Lackiervorgang. Je nach eingestelltem Programm trägt er eine bestimmte Menge Lack auf und bewegt sich dabei so, dass er alle Winkel und Ecken erreicht.
Früher lackierten zwei Mitarbeiter die Getriebe manuell. „Ich empfinde es als eine große Befreiung, dass nun der UR5 die eintönigen Lackierarbeiten übernehmen kann“, freut sich Getriebemonteur Frits Egelund Jensen. Stattdessen kann er sich komplexeren Tätigkeiten in der Getriebemontage widmen. Er benötigt nur einen kleinen Teil seiner Zeit, um den Roboter für neue Getriebegrößen und -typen zu programmieren. Mit wenigen Klicks auf dem Touchscreen kann er dem Roboter die programmierten Befehle für die nächste Serie abrufen. Die Programmierung selbst erfolgt über eine intuitive Benutzeroberfläche. Schon fünf Getriebe der gleichen Größe sind ausreichend, um den Lackiervorgang zu automatisieren.
Jensens Kollege Brian Peitersen bereitet nun den Lackiervorgang vor. Er platziert die Getriebe an der Fördereinrichtung, deckt die Stellen ab, die in rohem Zustand bleiben sollen und ist für die Qualitätskontrolle verantwortlich.
„Die Automatisierung der Lackierarbeiten hat aber ohnehin zu einer einheitlicheren Qualität geführt, da der Roboter alle Werkstücke gleich gründlich und präzise lackiert“, sagt Plant Manager Sommer. Für ihn ist es ein großer Vorteil, dass der UR-Roboter ohne Schutzzaun betrieben werden darf. „So haben wir weiter den Platz, spezielle Getriebe in derselben Lackierkabine manuell zu lackieren“.
Bisher fährt BJ-Gear nur jeweils eine Getriebeserie durch die Lackieranlage, danach ordnen die Mitarbeiter eine neue Serie von Werkstücken in der Förderanlage an. In Kürze soll die Spritzlackierung jedoch noch weiter automatisiert werden, so dass verschiedene Werkstücke ohne Unterbrechung in willkürlicher Reihenfolge lackiert werden können.
In einem Jahr amortisiert
„Das lösen wir, indem wir einen Chip auf das Getriebe kleben, der die Daten des spezifischen Lackierprogramms für die Größe und Form dieses Getriebes enthält. Ein Chipscanner meldet dem UR5 dann, mit welchem Programm und in welcher Farbe er das Getriebe lackieren soll.“
Insgesamt beliefen sich die Kosten für alle vier Roboter inklusive Installation auf unter 100 000 Euro. Die Investition hat sich in knapp einem Jahr amortisiert. Dennoch musste aufgrund der Robotertechnologie kein einziger Arbeitsplatz abgebaut werden. Sommer: „Unsere Philosophie lautet, dass die Wertschöpfung für den Kunden größer ist, wenn unsere Mitarbeiter ihre Zeit für Qualitätssicherung, Innovation, Umweltbelange und Dokumentation verwenden.“
Universal Robots ApS www.universal-robots.com Automatica Halle B3, Stand 224
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