Industrielle Identifikation steuert Karosseriebau, Lackierung und internen Versand RFID-Tags widerstehen sogar den Temperaturen in der Lackiererei

Industrielle Identifikation steuert Karosseriebau, Lackierung und internen Versand

RFID-Tags widerstehen sogar den Temperaturen in der Lackiererei

Rund 135 Schreib- und Lesegeräte übertragen die Tag-ID via Profinet zur Simatic-Steuerung
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Die Produktverfolgung per RFID ist im Hannoveraner Volkswagen-Werk seit Jahren Stand der Technik. In der Lackiererei kommt dort etwa das robuste Moby-D-System von Siemens zum Einsatz.

Vom Rohbau über die Lackiererei zur Endmontage von Automobilen ist es ein langer, verzweigter Weg. Begleitet wird dieser Weg von RFID-Systemen, mit fest an den Transportgestellen (Skids) montierten berührungslos lesbaren Datenspeichern, die an den wichtigen Stellen eine eindeutige Identifizierung der Karosse ermöglichen. So werden die Weichen richtig gestellt oder die nötigen Produktionsschritte initiiert und visualisiert.

Neben Transportern der Modellreihe T5 werden in Hannover auch die Karosserien für den Porsche Panamera gefertigt und im ständigen Wechsel mit den Transporterkarossen lackiert. Das sorgt für eine optimale Auslastung der derzeit drei Decklacklinien.
Herausforderung dabei: die Karossen – und somit auch die RFID-Tags – müssen die Lackierstraßen und den Trocknungsprozess bei Temperaturen von bis zu 100 °C durchlaufen. „Das halten nur sehr wenige Datenspeichersysteme über längere Zeit aus. Außerdem suchten wir eine möglichst einfache, zuverlässige und zugleich kostenoptimierte Lösung“, so Meik-Axel Gensler von der Leitung Rechnersysteme im Technikbereich Fahrzeugbau bei VW.
Erfüllt hat viele Kriterien letztlich das RFID-System Moby. Dieses ist für den Dauereinsatz bei Temperaturen von bis zu 220 °C konzipiert, in Schutzart IP68/IPx9K ausgeführt und nahezu unverwüstlich. Ein weiterer Vorteil ist der großzügige Schreib-/Leseabstand von bis zu 600 mm.
Um das Procedere zu vereinfachen, hat sich VW im Bereich der Lackiererei für eine veränderte Strategie beim Datenhandling entschieden. Statt wie bisher sämtliche Karosserie- und Produktionsdaten auf den Datenträgern zu speichern, liest VW im Bereich der Lackiererei ab sofort nur noch die vom Tag-Hersteller vergebene, eindeutige Tag-ID.
Mit dieser Tag-ID verknüpft ist ein Fahrzeug-Stammdatensatz in die Betriebsmittelkopfsteuerung (BMS-K), der alle erforderlichen Merkmale wie Karosserienummer, Kontur, Aufbauten und Farbe enthält. Die BMS-K koordinieren die Automatisierungssysteme eines bestimmten Abschnitts (Vorbehandlung, Unterbodenschutz, Nahtabdichtung), überwiegend SPS-Steuerungen für die Fördertechnik.
Im Endausbau sind über 135 Schreib-/Lese-Geräte des Typs SLG D11S in dezentralen Schaltkästen installiert. Die Kommunikation zwischen den Moby-D-Lesegeräten und den lokalen Simatic-Steuerungen erfolgt über Profinet. Diese durchgängige Architektur vereinfacht auch die Wartung der weitläufigen, über mehrere Gebäude und Etagen verteilten Installationen.
Beim Übergang vom Karosseriebau beziehungsweise zur Zwischenlagerung werden die Fahrzeuge auf andere Transport-Systeme umgesetzt. Damit verbunden ist die Übergabe der Fahrzeugdaten auf ein anderes Identifikationssystem. Denn die der Lackiererei vor- und nachgelagerten Bereiche stellen weitaus geringere Anforderungen in punkto Temperaturfestigkeit, dafür müssen aber Fertigungsschritte anhand der Fahrzeugdaten initiiert und zum Teil auch visualisiert werden. Eine prädestinierte Aufgabe für das Identifikationssystem Simatic RF300.
Gespeichert werden alle für den Panamera-Karosseriebau nötigen Fahrzeugstammdaten, anhand derer die Arbeitsschritte automatisch initiiert beziehungsweise die Werker am lokalen HMI-Gerät instruiert werden. Erste Wahl ist RF300 auch im Versand der Panamera-Karossen. Hier geht es darum, eine für die Endmontage im Porsche-Werk Leipzig optimierte „Perlenkette“ zu generieren, so dass die Karossen „just-in-sequence“ per Bahn dort ankommen.
Siemens AG Industry Automation www.siemens.com/ident
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