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Fahrerlose Wartung für Flugzeuge

Verfügbarkeit des FTS erreicht pro Woche Werte von 99,6 Prozent
Fahrerlose Wartung für Flugzeuge

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Im Wartungszentrum der Lufthansa Technik in Hamburg ist ein Fahrerloses Transportsystems von MLR im Einsatz, um die ausgebauten Teile zu transportieren und einzulagern.

Lufthansa Technik ist der weltweit führende Anbieter von Wartungen, Reparaturen und Überholungen für zivile Flugzeuge. Herzstück ist das Überholungs-, Entwicklungs- und Logistikzentrum in Hamburg am Flughafen. Dort arbeiten über 7500 Menschen, die vor allem größere Langstreckenflugzeuge wie Airbus A330, A340 und Boeing 747 überholen.

Solche Überholungen sind – je nach Flugzeugtyp – alle fünf bis sechs Jahre fällig. Dazu wird das Flugzeug zwischen 23 und 30 Tagen aus dem Verkehr gezogen. Im Dock 10 werden alle Kabinenteile (Sitze, Küchen, Toiletten, Gepäckfächer, innere Wandverkleidungen) sowie das Ladesystem im unteren Deck ausgebaut, auf Rollpaletten verladen und auf diesen unter tatkräftiger Mithilfe eines fahrerlosen Fahrzeugs (FTS) in ein Zwischenlager gebracht.
Hier lagern zudem Ersatzteile, Vorrichtungen und Werkzeuge. Auch diese transportieren die drei FTS an sieben Tagen in der Woche in drei Schichten auf Anforderung der Mitarbeiter in die richtigen Werkstätten. Dort wird jedes einzelne Teil gründlich untersucht, gegebenenfalls repariert und wenn nötig ausgetauscht.
Gabelhubfahrzeuge inDreirad-Ausführung
Sind diese Arbeiten abgeschlossen, kehren die Komponenten auf den Rollpaletten mittels FTS zurück in das Zwischenlager und stehen dort solange bereit, bis von einem Dock 10 Mitarbeiter zum Einbau ins Flugzeug abgerufen werden.
Bei den batterie-angetriebenen Transportfahrzeugen vom Typ Phoenix R-0,3 MR handelt es sich um Gabelhubfahrzeuge in Dreirad-Ausführung, die mit einer Geschwindigkeit von maximal 1,5 m/s vorwärts und rückwärts fahren können. Sie haben eine Hubplattform als Lastaufnahmemittel mit 0,3 Tonnen Tragfähigkeit.
Die Fahrzeuge navigieren frei, das heißt, sie finden ihren Weg ohne Leitdraht im Boden. Anhand der Informationen aus dem Magnet-Navigationssystem bestimmt der Fahrzeugrechner die aktuelle Position und steuert die Fahrzeuge entlang der per CAD-System generierten Fahrstrecken. Die Länge des gesamten FTS-Fahrkurses beträgt rund 500 Meter.
Laserstrahlen nach vorn und hinten sorgen für Sicherheit
Jedes Fahrzeug ist mit Sicherheitseinrichtungen (je ein Laserscanner vorn und hinten sowie seitliche Schaltleisten) ausgestattet. Für die Energieversorgung sorgen Panzerplatten-Blei-Batterien. Die Batteriekapazität ist auf das geforderte Transportaufkommen während einer Betriebszeit von 16 Stunden ausgelegt. Dadurch ist innerhalb der Hauptbetriebszeit keine Batterieladung vonnöten.
Nach Ende der Spätschicht fahren die FTS selbsttätig eine automatische Batterieladestation an. Das Nachladen der Batterien dauert weniger als acht Stunden. Um die Transportleistung im LHT-Zentrum zu 100 Prozent zu erreichen, hätten auch zwei automatische Gabelhubfahrzeuge ausgereicht. Daher ist das dritte Gerät quasi ein Reservefahrzeug, das aber immer in den täglichen Ablauf mit eingebunden ist.
Intelligenter Kern des Systems ist das Logistic Operating System Logos, eine Software für die Steuerung komplexer Materialflussströme. Zu den Aufgaben von Logos gehören die Benutzerverwaltung, die Lagerverwaltung, die Transportauftragsverwaltung sowie die Fahrzeugverwaltung und -disposition.
Hierzu ist das Bauteilspektrum, bezogen auf Flugzeugmuster und Kabinenlayout, in einer Datenbank hinterlegt. Die Mitarbeiter fordern die gewünschten Komponenten auf den Rollpaletten oder auch Leerpaletten über Terminals an. Neben den Transportaufträgen steuert der Leitrechner auch die Fahrt der FTS. Die Fahrzeuge müssen auf dem Fahrkurs vier Rolltore durchfahren. Sobald sich ein Fahrzeug den Toren nähert, sorgt Logos dafür, dass sich die Tore automatisch öffnen. Zudem gibt es auf dem Fahrkurs einen Kreuzungsverkehr mit Staplern und Fußgängern – hier erhalten die FTS gegenüber den Staplern natürlich Vorfahrt.
Das Fahrerlose Transportsystem wird mittlerweile rund vier Jahre genutzt. Während dieser Zeit führt man bei Lufthansa Technik regelmäßig Buch. Die Verfügbarkeit des FTS erreicht pro Woche nicht selten Werte von 99,6 Prozent. ↓
MLR System GmbH
www.mlr.de; Logimat Halle 9, Stand 9A51
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