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Batterie-Vorsprung der Asiaten: Deutschland bläst zur Aufholjagd

Anforderungen in Sachen Lebensdauer und Rüttelfestigkeit sind im Auto viel höher als bei Notebooks oder Handys
Batterie-Vorsprung der Asiaten: Deutschland bläst zur Aufholjagd

Die Zellfertigung gilt als Schlüsselelement in der Wertschöpfungskette
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Die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien ist ein wesentlicher Baustein der E-Mobility-Wertschöpfung. Bislang machen jedoch asiatische Produktionsstandorte wie China, Japan und Südkorea einen Großteil des Marktes unter sich aus. Doch Deutschland bläst zur Aufholjagd. Denn der Know-how-Vorsprung der Asiaten ist gar nicht so groß, sagen Experten: Handy-/Notebook-Akkus und Autozellen sind eben sehr verschieden.

Bernhard Hagemann, Elektromobilitätsexperte des VDMA, rechnet fest damit, dass die Li-Ionen-Batterieproduktion bald auch in Europa statt findet. „Denn die Kapitalbindung bei den langen Transportwegen ist nicht tragbar. Zumal Batterien nicht geflogen werden können, weil sie als Gefahrgut gelten.“

Akasol-Geschäftsführer Sven Schulz konzentriert sich dabei aber auf komplette Module und Systeme: „Von der Zellfertigung lassen wir lieber die Finger, hier haben die Asiaten die Nase vorn. Da läuft man 10 Jahren Vorsprung hinterher.“ Andere Experten widersprechen: „Auch die Zellproduktion wird bald in Europa stattfinden“, ist Hagemann überzeugt. „Es gibt riesige Unterschiede zwischen der Produktion von Handy- und Notebook-Akkus und Autozellen: Der Know-how-Vorsprung der Asiaten ist also gar nicht so groß.“
Denn die Anforderungen in Sachen Lebensdauer und Rüttelfestigkeit an die Batterien im Auto ist viel höher als bei Notebooks oder Handys, ergänzt Professor Dr.-Ing. Gisela Lanza, Leiterin des Bereichs Produktionssysteme am Institut für Produktionstechnik vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Außerdem sei das Thema Qualitätssicherung in der Batterieproduktion noch ungelöst. Hier gebe es oft nur Verfahren im Labor, so Lanza. Doch für die Zellfertigung müsse das Ganze inline erfolgen und zwar mit Taktzeiten von unter drei Sekunden. „Hier haben Hersteller aus Asien nichts zu bieten.“
Die deutsche Forschung und Politik treiben daher das Thema Zellfertigung in Deutschland voran. So wollen Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Dr. Hubert Jäger, Vorsitzender des Kompetenznetzwerks Lithium-Ionen-Batterien (KLiB), eine Pilotanlage für Lithium-Ionen-Zellen errichten. „Aus unserer Sicht ist die Zellfertigung das Schlüsselelement in der Batterie-Wertschöpfungskette“, sagt Jäger.
Zu den 25 KLiB-Mitgliedern gehören etwa BASF, Deutsche Accumotive, SGL Group, Evonik, Merck, Varta, Ads-tec und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW). Diese Aktivitäten sind eng verzahnt mit dem der „Forschungsfabrik“, die am KIT im Rahmen des Projekts „Competence E“ entsteht. Hier sollen künftig bis zu 10 000 Zellen pro Jahr entstehen können. Projektvolumen: 200 Millionen Euro. ab
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